7. Tag auf See

Eigentlich waeren wir ja schon laengst da, aber weil wir zu sparsam – oder geizig – sind, die Overtimegebuehren am Wochenende zu bezahlen, muessen wir aetzende Segelbedingungen ertragen. Weil das stabilisierende Grosssegel fehlt, werden wir durch die Gegend geschubst, das ist eine wahre Pracht. Es gibt Dinge an Bord, die in den letzten Jahren immer an ihrem Platz geblieben sind. Jetzt schiessen sie durchs Schiff wie Pingpongbaelle und muessen muehsam wieder eingesammelt und ein sicherer Platz gefunden werden. An Schlaf ist auch nicht zu denken. Selbst mittschiffs auf dem Fussboden hat man keine Chance, zur Ruhe zu kommen. Zum Glueck ist der Spuk morgen vorbei. Ab 18 Uhr koennen wir Bundaberg anlaufen und am Montag werden wir von den Behoerden heimgesucht. Gerade laufen wir von 4000 m Tiefe auf Flachwasser von 50 m. Spannende Angelegenheit.Break Sea Spit Point Boije fast querab.

Position am 05.11.2022 um 20:00 Uhr UTC: 24 14 S, 153 07 E
Speed: 5,5 kn
Kurs:260 Grad
Etmal: 126 sm

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6. Tag auf See

Ein anstrengender Tag liegt hinter uns. Es fing so schoen an, zwar mit viel Wind, aber erst recht moderatem Seegang. Die GFS Wetterdaten versprachen 17 kn Wind aus SE, aber bekanntlich kann man bei GFS auch gerne noch 5-10 kn zugeben. Heute waren es zur Abwechslung noch mehr. 25 kn Grundwind und Boeen von 35 kn und darueber. Unser Windgenerator schaltet bei 35 kn automatisch ab, und das macht er alle Nase lang. Die Wellen kommen von schraeg achtern angebraust und je nach Einfallwinkel heben sie Meerbaer fahrstuhlmaessig hinten hoch und lassen ihn auf der anderen Seite wieder runter rutschen oder aber sie hauen uns brutal aus dem Kurs. Alles unter Deck, was nicht richtig verzurrt oder durch Lappen oder leeren Klorollen gesichert oder verkeilt ist, rutscht und kloetert rum. Zum Glueck nur ganz selten besucht uns auch mal eine Welle im Cockpit. Sie donnert gegen die Seite, steigt hoch und den Rest erledigt der Wind und transportiert das Wasser ueber die Kante ins Cockpit. Das Niedergangsluk ist vorsichtshalber geschlossen und wir haben dicke Lenzrohre im Cockpitboden. Sollte mal was Groesseres einsteigen, ist die Wanne auch schnell wieder leer gelaufen. Gegessen wurde heute nur, was aus der Schale geloeffelt oder gegabelt werden konnte. Die 2. Hand stand zum vornehmen Essen mit Messer und Gabel nicht zur Verfuegung. Und beim Trinken muss man aufpassen, dass man das Glas oder den Becher nicht gerade ansetzt, wenn das Schiff ueberholt, sonst kippt man sich das ganze Zeug ueber die Klamotten. Segeln kann auch schoen sein 😉
Der Strom schiebt uebrigens immer noch, teilweise mit 1,5 bis 2 kn. Brauchen wir gerade nicht. Wir haben die Segelflaeche schon maximal reduziert. Es steht nur noch das Vorsegel mit 25 qm und wir sind immer noch mit ueber 7 kn ueber Grund unterwegs.

Position am 04.11.2022 um 20:00 Uhr UTC: 24 09 S, 155 22 E
Speed: 5,5 kn
Kurs:260 Grad
Etmal: 147 sm

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5. Tag auf See

Die Seamounts haben wir unbemerkt hinter uns gelassen. Den ganzen Tag ueber hat der Strom uns geschoben, teilweise mit 1,5 kn. Jetzt hat er sich bei 0,5 eingependelt. Eigentlich brauchen wir den gar nicht. Im Gegenteil. Wir sind zu schnell, denn wir wollen nicht vor Sonntag Abend ankommen, sonst muessen wir overtime-Gebuehren fuers Einklarieren bezahlen. Ab 18 Uhr ist da keiner mehr und wir werden erst Montag frueh von den Behoerden besucht. Trotz des staerkeren Windes hat sich der Seegang beruhigt. Er ist nicht mehr so chaotisch wie vorher, es ballern keine Wellen mehr an Deck und die Schraeglage von Meerbaer ist moderat geworden. Kochen und essen sind keine Zirkusvorstellung mehr 😉

Position am 03.11.2022 um 20:00 Uhr UTC: 23 47 S, 158 07 E
Speed: 5.5 kn
Kurs:260 Grad
Etmal: 129 sm

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4. Tag auf See

Der Motor konnte tatsaechlich den ganzen Tag aus bleiben. Eigentlich ein schoener Segeltag. Die Logge zeigte uns teilweise 6 kn, das GPS leider nur 4 kn ueber Grund. Wir hatten bis zu 2 kn Gegenstrom. So eine Gemeinheit!
Puenktlich zum Wachwechsel um Mitternacht kam der angekuendigte Winddreher von NW ueber W nach S. Schlagartig war der Wind total weg und es fing an zu regnen. Meerbaer trieb steuerlos durch die Gegend. Innerhalb von Minuten setzte der Wind dann wieder aus der anderen Richtung ein, wir konnten die Segel entsprechend neu einstellen und sind jetzt wieder auf Kurs. Der Himmel ist wieder klar gefegt. Der Gegenstrom hat fast aufgehoert. Seit 3 Uhr schiebt er uns mit 0,5 kn. Mal sehen, wie sich das entwickelt, wenn wir in die Naehe der Seamounts kommen, wo der Meeresgrund an manchen Stellen von teilweise 3.000 m auf bis zu 15 m ansteigt. Bis dahin sind es noch ca. 70 sm.

Position am 02.11.2022 um 20:00 Uhr UTC: 23 25 S, 160 33 E
Speed: 5.5 kn
Kurs:260 Grad
Etmal: 101 sm

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3. Tag auf See

Mit ca. 3 kn achterlichem Wind sind wir weiter geschlichen. Gegen Mittag liess der Wind immer weiter nach, dafuer nahm der Gegenstrom ordentlich zu. Mit bis zu 1,5 kn wurden wir ausgebremst und Meerbaer eierte nur noch durch die Gegend. Mittags liess es sich nicht mehr vermeiden: der Motor musste ran, wenn wir nicht wieder Richtung Neukaledonien treiben wollten.
Jetzt ist es schon nach Mittenacht Ortszeit und der Wind ist immer noch nicht in Sicht. Der Strom kommt uns immer noch mit einem halben Knoten entgegen. So langsam wird es langweilig. Wir haben ein Segelboot, und kein Motorboot! In Neukaledonien beschweren wir uns ueber die hohen Lebensmittelpreise und hier verballern wir den schoenen Diesel. Das passt irgendwie nicht. Hoffen wir mal, dass die Flaute bald durch ist und wir endlich wieder segeln koennen.Und tatsaechlich kommt der Wind um 4:00 Ortszeit zurueck. Jetzt wieder beschert er uns schoenes Segeln und Vorwaertskommen ohne Motorgerappel.

Position am 01.11.2022 um 20:00 Uhr UTC: 23 07 S, 162 19 E
Speed: 5.5 kn
Kurs:260 Grad

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2. Tag auf See

Um 9 Uhr kam endlich der erwartete Segelwind. Mit teilweise ueber 5 kn Speed wurden wir fuer die Geduld in der Flaute belohnt. Irgendwann gegen Mittag setzte sich dann tatsaechlich so ein bloeder Dummvogel genau auf den Pfeil unserer Windex. Die ist zum Glueck nicht aus Plastik, sondern aus Edelstahl und bricht nicht sofort ab, aber wenn da so ein Toelpel mit seinem dicken Hintern drauf hockt, verbiegt sie sich doch. Nun ist das gute Stueck leider nicht mehr voll einsatzfaehig, weil sie sich bei bestimmten Positionen verhakt. Den dicken Vogel konnten wir nur schwer verscheuchen. Gerappel mit Spinnakerfall oder Dirk haben ihn nicht beeindruckt. Erst als der Kaeptn die Schreckschusspistole zum Einsatz brachte, erhob er sich beleidigt und hat uns zum Dank mit Zielschiessen bzw. Zielscheissen auf die Sprayhood-Scheibe bedacht. Danke dafuer!
Zum Abend wurde der Wind leider immer schwaecher und kam mehr achterlicher. Das Gross deckte die Genua ab und musste runter, dafuer der Besan hoch. Mal sehen, wie die Nacht wird. Ansonsten alles im Lot aufm Boot.

Position am 31.10.2022 um 20:00 Uhr UTC:23 00 S 163 54 E
Speed: 3.5
Kurs:220 grad

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Start und 1. Tag auf See

Puenktlich um 9 Uhr geht der Anker vor der Ilot Maitre hoch. Meerbaer und wir sind bereit fuer das naechste Abenteuer. Australien, wie kommen!
Zuerst ging es mit Motorkraft Richtung Riffdurchfahrt Passe Dumbea. Kaum draussen auf See gingen die Segel hoch und der Motor hatte Ruh.
Es gab noch eine kleine Aufregung. Der Autopilot fing schon bald nach dem Start an zu spinnen und drehte nur noch nach rechts. Der Fehler war schnell gefunden: eine Kohlebuerste am Motor hatte sich zerlegt. Zum Glueck hatten wir Ersatz an Bord und der Fehler war schnell behoben. Ohne Aautopilot ist es unter Motorfahrt schon recht muehsam oder eher langweilig, von Hand zu steuern.
Draussen auf See wehte ein leichter Wind mit 6 kn aus SW. Bloederweise stand etliche Meilen ein Gegenstrom von teilweise 1,5 kn, der uns total ausbremste. Wir bekamen gerade mal 2-3 kn Speed. Egal, der Motor bliebt aus. Die Aries schaffte es so eben, das Schiff einigermassen auf Kurs zu halten. Es war gemuetlich an Bord. Keine heftigen Bewegungen, fast wie am Anker.
Um 22 Uhr wurde die Bordfrau aus der Koje gerufen. Wind weg, Segel schlugen und mussten runter. Nun duempeln wir auf dem spiegelglatten Pazifik und treiben mit ca. 0,5 kn nach SSE. Mal sehen, wann der Wind uns wieder einholt. Auch eine Flaute ist irgendwann einmal zu Ende. Suedlich von uns soll sich ein Hoch bilden, das uns dann hoffentlich den erwuenschten Wind aus SE bringen wird. Wie sind auf der Lauer 😉
Inder Morgendaemmerung umkreiste uns ploetzlich ein australisches Kriegsschiff. Kein AIS, keine Kennung nix. Also den Motor angeschmissen und uns vom Acker gemacht. Nicht das die Jungs noch auf komische Gedanken kommen:) Position am 30.10.2022 um 20:00 Uhr UTC:22 31S 165 43E
Speed: 4,0
Kurs:258

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