Von Indonesien nach Malaysia

Wir haben es soeben noch geschafft, am 2. Weihnachtstag nachmittags in der Puteri Marina anzukommen. Aber der Reihe nach:

Am 22.12. ging mittags unser Anker aus dem Sand. Wir waren startklar. Zuerst ging es allerdings etwas in die falsche Richtung, aber segelnderweise. Der Wind kam noch aus NNW und wir konnten gerade noch Richtung 30 Grad segeln. Zum Glück drehte der Wind, wie erwartet, im Laufe des Nachmittags weiter nach Westen (allerdings erst nach einer fast 2-stündigen Flaute).  Wir konnten den Kurs anpassen und uns dem Sollkurs annähern. Der Segelwind blieb uns tatsächlich noch bis Mitternacht von Samstag auf Sonntag erhalten, dann war leider Schluß mit lustig. Mit einer kleinen Unterbrechung von 2 Segelstunden musste Mr. Perkins wieder ran. Aber der Weihnachtsmann hatte uns nicht ganz vergessen und schickte uns pünktlich um 18 Uhr zur Bescherung leichten Wind. Wir konnten tatsächlich bis morgens um 8 Uhr segeln. Das sollte dann aber reichen. Nur nicht übermütig werden. Von da an ging nämlich nichts mehr. Kein Wind und wie üblich 0,5 bis 2 kn Gegenstrom. Mr. Perkins tat sein Bestes, um dagegen an zu tuckern.

Am Weihnachtsmorgen um 7.27 Uhr Ortszeit (0.27 Uhr UTC) überquerten wir den Äquator auf der Höhe von 104 Grad 56 Minuten Ost und sind nun wieder auf der nördlichen Hemisphäre im Winter angekommen. Es wurde auch merklich kälter. Die Wassertemperatur fiel drastisch von 30 Grad auf 29 Grad 😉

Über den Äquator gerutscht

Morgens gegen 8 Uhr näherten wir uns Singapore. Die AIS-Signale auf dem Computer waren irgendwann nicht mehr zu zählen. Es ist unglaublich, was hier für ein Schiffsverkehr herrscht. Da ist der Englische Kanal ein Kinderspiel gegen. Dank AIS konnten wir uns eine entsprechend große Lücke zwischen den Tankern, Fracht- und Containerschiffen suchen. Sobald diese sich zeigte, Vollgas und durch. Die dichteste Begegnung lag bei ca. 0,4 sm.

Ganz schön was los vor Singapore

Nachdem die einspurige Seite der „Autobahn“ passiert war, ging es erst einmal durch ein ziemlich freies, 5 sm breites Ankerfeld. Danach kam der nächste Schwung von Dickschiffen, diesmal kamen die dicken Pötte von beiden Seiten, zum Glück allerdings nicht so viele. Die Passage war recht entspannt.

Unser Ziel Puteri Harbour liegt ca. 15 sm weiter nördlich in der Straße von Johor, die Singapore von Malaysia trennt. Die Grenze verläuft so ziemlich in der Mitte. Wie wir es vor vielen Jahren mal gelernt hatten, wollten wir brav auf der rechten Seite des Fahrwassers fahren. Was für ein Fehler! Nach kurzer Zeit kam ein Boot der Singapore-Polizei auf uns zugeprescht und kam parallel dicht an uns ran. Verständigung gleich Null. Der Motor vom Polizeiboot dröhnte und Mr. Perkins versuchte, dagegen an zu knattern. Nach mehreren Verständigungsversuchen haben wir dem Beamten unsere Funke gezeigt, um zu signalisieren, dass die Verständigung auf diesem Wege vielleicht besser sein könnte. Hätten sie auch selber drauf kommen können 😉 Wir wurden gefragt, wo wir denn hin wollten. Malaysia. Dann aber nichts wie weg von der Singapore-Seite!!! Wir mussten im rechten Winkel durchs Fahrwasser, immer schön in Begleitung des Polizeibootes, damit wir auch ja nicht zu früh wieder auf Kurs gingen. Als wir dann endlich eine gelbe Tonne erreicht hatten, die auf unserer Seekarte lediglich als „for special purpose“ gekennzeichnet ist, aber wohl die Grenzmarkierung zu sein scheint, durften wir abbiegen. Noch eine weitere Meile blieb das Polizeiboot in der Nähe und beobachtete uns, dann waren sie anscheinend zufrieden und drehten ab. Was für ein Zirkus!

Begleitschutz

Die letzten Meilen waren dann bis auf einen heftigen Regenschauer ziemlich entspannt – trotz Gegenstrom. Der nervte natürlich auch hier. Laut Informationen sollten wir uns über Funk auf Kanal 18 rechtzeitig melden. Haben wir auch gemacht, aber ohne Erfolg. Trotz mehrfacher Versuche, auch mit 25 Watt, blieben diese unbeantwortet. Dann eben nicht. Um 15 Uhr liefen wir in den Hafen ein. Da wir nicht wußten, ob und wenn ja welchte Box frei und für uns passend war, haben wir erst einmal den Anker versenkt und klar Schiff gemacht.

Am nächsten Morgen um 9 Uhr ging es Anker auf und rein in eine freie Box. Ein netter, hilfsbereiter Marinero nahm unsere Leinen an und gab uns gleich ein paar Informationen für den Behördenkram. Um 11.30 Uhr sollten wir im Hafenmeister-Büro mit unseren Papieren aufschlagen. Haben wir gemacht. So einfach wie hier haben wir noch nie einklariert. Der Hafenmeister nahm unsere Papiere und Pässe entgegen, füllte am Computer alle nötigen Formulare aus, nahm Kontakt auf zur Immigration im nahegelegenen Fährterminal und machte für uns einen Termin klar. Um 12 Uhr sollten wir da sein, wir würden von einem Beamten  aufgerufen. Also hin zum Fährterminal. Hier konnten wir auch gleich ganz unkompliziert unsere SIM-Karten fürs Internet kaufen. Innerhalb von 5 Minuten waren beide Smartphones bestückt, die Karten aktiviert und fertig. Unlimited Data für einen Monat für ca. 15 Euro. Super! Kurz darauf wurden wir dann auch vom Immigration-Officer abgeholt, unsere Fingerabdrücke genommen, die Pässe gestempelt, fertig! Jetzt noch schnell in den Duty free Shop, eine Flasche Wodka gekauft – der erste „richtige“ Alkohol nach Monaten – und zurück zum Marina-Büro, den Liegeplatz für eine Woche bezahlen. Auf dem halben Weg dorthin erwischte uns ein Gewitter-Schauer, der es in sich hatte. Platzregen, Blitz und Donner in dichter Folge. Zum Glück hatten wir gerade noch etwas zum Unterstellen gefunden. Nach einer halben Stunde war der Regen dann so weit runter, dass wir uns raus wagen konnten. Natürlich war niemand im Büro – Lunchtime. Haben wir dann auch erst einmal gemacht. In einem thailändischen Restaurant haben wir hervorragend und super preiswert gegessen. Nur leider konnten wir dort nicht mit der Kreditkarte bezahlen. Unser Versuch, am Geldautomaten im Fährterminal Bargeld zu bekommen, scheiterte. Der Geldautomat wollte keine unserer Karten akzeptieren. Was nun? Kein weiterer Geldautomat in der Nähe. Der Restaurant-Chef war (nicht ganz uneigennützig 😉 ) so nett und hat einen von uns zum nächstgelegenen Geldautomaten gefahren – der andere musste wohl als Pfand zurück bleiben 😉

Nachdem wir endlich unsere Rechnung bezahlen konnten, ging es wieder zum Marinabüro. Diesmal war jemand da, wir konnten unsere Rechnung bezahlen und dann erst einmal zurück zum Meerbaer. Pause!

Aber um 18 Uhr trieb es uns wieder nach draußen. Puteri Harbour ist eine totale Touristenmeile mit Hotels, Restaurants und abends jeder Menge „Freßbuden“, wo man Streetfood in allen Variationen kaufen kann. Einmal schlendern und das Angebot erkunden, dann die schwierige Auswahl treffen und lecker futtern. Einziger Wermuts-Tropfen: alles wird in Plastik verpackt, jedes Getränkt zusätzlich zum Trinkbecher auch noch mit einer Plastiktüte mit Griff, das Essen ebenfalls doppelt verplastikt. Was hier an Müll anfällt, ist unglaublich. Aber lecker ist es trotzdem.

Streetfood

Saté Ayam aus dem Plastikbecher, der in einer Plastiktüte steckt – trotzdem lecker!

 

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Frohe Weihnachten – Merry Christmas

Weihnachten in den Tropen 😉

Wir wünschen Euch allen ein schönes Weihnachtsfest!!!

Wir werden zumindest Heiligabend und den 1. Weihnachtstag auf See verbringen – ohne den sonst üblichen Lammbraten. Das Festessen werden wir später nachholen.

We wish you all a Merry Christmas!!!This year we will spend these days on sea – without the common roast lamb. We will catch up the feast later.

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Das war’s erstmal mit Indonesien

Morgen ist der letzte Tag, an dem die Behörden hier arbeiten. Dann sind „Betriebsferien“ bis Anfang Januar. Unser Visum läuft 28 12. ab, deshalb ist heute Behörden-Marathon und Shopping angesagt.

Es regnet „cats and dogs“

Um 7.30 Uhr hat uns unser Agent Irfan im strömenden Regen am Jetty eingesammelt. Gut, dass wir von der Idee Abstand genommen hatten, die Tour auf eigene Faust mit dem Leihscooter zu machen. Dass wäre ne feuchte Angelegenheit geworden. Ganz abgesehen davon, dass die einzelnen Ämter weit auseinander liegen. Health und Immigration ging recht flott, aber der Zoll ist echt lahmarschig. Gestern waren schon zwei Beamte zur Inspektion an Bord und hatten die Papiere mitgenommen. Die sollten wir heute im Office abholen. Da sollte man ja eigentlich davon ausgehen, dass es flott geht, aber weit gefehlt. Und ohne Zoll kann der Hafenmeister unsere Papiere nicht abfertigen. Und auf den Markt wollen wir ja auch noch, bevor der leer gekauft ist. Nachdem wir schon fast 2 Stunden auf dem Hafenamt rumgesessen hatten, während Irfan die Papiere gegenüber beim Zoll abholen wollte, kam dieser dann zurück und erzählte, der Zollbeamte sein nicht da gewesen. Er habe ihn angerufen und gefragt, wo er denn sei. Auf dem Flughafen, auf dem Weg nach Hause auf Java. Unsere Papiere hatte er total vergessen. Also ging es per Telefon wohl hin  und her und ein Kollege durfte dann den ganzen Papierkram noch einmal machen. Zwischenzeitlich war Lunchtime beim Hafenamt. Also Zollzettel abgeben und nach der Pause wieder reinschauen. Wir da raus und selbst zum Lunch, der übrigens super lecker war. Es gab ein reichlich bestücktes Büffet mit allem, was man sich hier in Indonesien vorstellen kann. Geringfügig teurer als das übliche Nasi oder Bami, dafür aber echt super und viel. Zum Nachtisch noch ein lokales Dessert. Nannte sich „Eis Singapore“. Sehr gewöhnungsbedürftig. Mit crushed, buntem Eis, so etwas wie Wackelpuddung, irgendwelche Blätter und tatsächlich Bohnen. Echt ungewöhnlich. Danach dann zum Hafenamt zurück und,  wir glaubten es kaum, unsrere Papiere waren komplett! 

Die Bohnen und die grünen Blätter waren unter dem bunten Eis versteckt

Nächstes Ziel Markt. Der war leider schon ziemlich leer gefegt und wir konnten unsere heißgeliebten Dragonfruits nicht mehr finden. Dafür aber zum  Glück alles andere, das auf dem Zettel stand. Auf dem Rückweg noch schnell ein Halt beim „Frozen Meat“, zwei TK Hühnchen ergattert. Verhungern werden wir in den nächsten Tagen dann wohl nicht.

Zurück dann erst einmal ein leckeres Bierchen bei Eddy gezischt, das Dinghi von gefühlten 100 l Wasser befreit, die Einkäufe eingepackt, ein herzliches „Auf  Wiedersehen“ mit Eddy und danach zurück an Bord. 

Jetzt nur noch alles verstauen, das Dinghi festzurren, Feierabend! Morgen Vormittag geht es dann los Richtung Malaysia. 

 

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Der mühsame Weg nach Belitung

Ein paar Tage haben wir uns noch im Kumai River aufgehalten, sind allerdings schon mal runter gefahren bis zum River-Eingang. Hier wollten wir abwarten, bis sich ein günstiges Wetterfenster auftat. Schwierig! Am Dienstag, dem 12.12. war unsere Geduld zu Ende. Ein Segelwind war vorläufig nicht in Sicht und wir wollten dann eher Flaute in Kauf nehmen und mit dem Motor fahren. Was wir nicht bedacht hatten, war der teilweise bis zu 2,5 kn starke Gegenstrom, der gefühlt nicht aufhörte, nur gelegentlich bis auf 0,5 kn runter ging. Als der Wind ein wenig zunahm, hofften wir, am Wind segelnd Mr. Perkins ein paar Stunden Ruhe zu geben. Wegen des starken Gegenstroms war es allerdings unmöglich, halbwegs auf Kurs zu bleiben. Unser Speed war einfach zu gering und wir wurden vom Stroms seitlich weggedrückt. Außerdem mussten einige fiese Untiefen umschifft werden, die einem Kurshalten entgegen standen. Die wollten wir lieber großräumig umfahren, weil  wir nicht sicher waren, ob die Seekarten halbwegs korrekt sind oder nicht. Frust machte sich breit und der Motor ging nach knapp zwei Stunden Pause erneut an, zumal der Wind auch wieder schwächelte.

Endlich, am 2. Tag nachmittags drehte der Wind von West auf Südwest und nahm geringfügig zu. Wir konnten tatsächlich für sage und schreibe 28 Stunden segeln. Zwar nicht schnell, aber immerhin in die richtige Richtung. Entspannung machte sich breit.

Aber am Donnerstag Abend war es vorbei mit dem Spaß. Segel runter, Motor an und die letzten 18 Stunden wieder mit Motorgerappel weiter.

Am Freitag Nachmittag konnten wir dann endlich den Anker auf 8 m Wassertiefe im Nordwesten von Belitung versenken. Motor aus, RUHE!!!

Granit-Felsen. Als hätte ein Riese sie aufeinander geschichtet.

Samstag erster Landgang. Wir wurden sofort von zwei Locals auf englisch begrüßt und uns wurde ausgiebige Hilfe angeboten. Mit zwei „Mopedtaxis“ ging es gleich in den nächsten Ort, um etwas Obst einzukaufen. Wir waren total leer gefuttert. Zurück am Strand stellte man uns Eddy vor. Eddy kann alles besorgen. Diesel, Benzin, Wasser, Gas, Wäsche waschen, Scooter oder Auto mieter usw. Und Eddy hat leckeres, eiskaltes Bier im Angebot!!! Das haben wir uns verdient – und auch gegönnt 🙂

Prosit!

Danach nebenan ein leckeres, total preiswertes Mie Goreng mit Meeresfrüchten. Hier läßt es sich ein paar Tage aushalten!

Restaurant mit Meerblick und leckerem Essen

Hier starten die Touristen-Boote

Gestern dann haben wir uns einen Scooter gemietet und sind auf Erkundungs-Tour  gegangen. Die Straßen hier sind in einem hervorragenden Zustand. Keine Schlaglöcher, sanfte Kurven, keine Steigungen. Super easy zu fahren. Bis zur „Hauptstadt“ Tanjung Pandan, wo wir in ein paar Tagen auch ausklarieren müssen, sind es etwa 25 km. Je näher wir kamen, umso mehr nahm der Verkehr zu. Weil uns die Straßenschilder eher nichts sagten, haben wir uns von Google Maps führen lassen. In der City tobte das Leben. Autos, Mopeds und Fußgänger wuselten durch die Straßen. Wir haben dann den Scooter vor einer Mall abgestellt und uns ein wenig per pedes umgesehen – das ist etwas entspannter 😉

Lunch am Straßenrand – lecker! Im Hintergrund unser roter Scooter.

Auf dem Rückweg noch ein leckeres Mittagessen – Mie Goreng, was sonst, dann zurück. Unterwegs wollten wir noch Bargeld an einem Geldautomaten ziehen, weil wir bei Eddy Diesel und Gas bestellt hatten und dieser gerne Bares hat. Laut Google Maps sollten zwei ATMs auf dem Weg liegen. Die haben wir aber nicht finden können. Entweder gibt es die nicht mehr oder sie sind irgendwo im Hinterhof versteckt und nur den Einheimische bekannt. Mit Hilfe eines Mopedfahrers sind wir dann doch noch fündig geworden. Er bot sich an, voraus zu fahren und so konnten wir dann doch noch Bargeld holen.

Heute werden Diesel und Gas bis zum Meerbaer geliefert und für morgen werden wir uns sicherlich noch einmal einen Scooter ausleihen. Pro Tag keine 10 Euro, das können selbst wir uns leisten 😉

 

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Dschungel-Tour

Gestern früh wurden wir um 9.30 Uhr direkt am Meerbaer von unserem fahrbaren Untersatz für diesen Tag abgeholt. 4 Mann Besatzung (Kapitän, Bootsmann, Koch und Guide) sorgten für eine wunderbare Tour. Außer uns waren noch zwei weitere Passagiere dabei.

Die „Lümmelwiese“ für eine entspannte Fahrt

Zunächst ging es den Kumai River flußabwärts bis zur Einfahrt in den Nationalpark.

Einfahrt zum Nationalpark

 

Der Sekonyer River schlängelt sich ein paar Kilometer durch die Landschaft, gesäumt von Palmen und anderem undurchdringlichen Gestrüpp. Sobald ein Krokodil seine Nase aus dem Wasser streckte, stoppte unser Käptn, um uns die Gelegenheit für ein Fotoshooting zu geben. Leider ging das Krokodil meistens wieder auf Tauchstation, bevor die Kameras parat waren.

Eins haben wir dann doch noch so eben erwischen können

Einige Fischer versuchten ihr Anglerglück dicht am Ufer. Die scheinen keine Angst vor den Krokodilen zu haben.

Fischer mit „Beute“

Geduld ist gefragt

Gegen Mittag wurde uns ein Luch serviert – frisch zubereitet und richtig lecker.

Lunch-time – lecker!!!

Gegen 13 Uhr legte unser Klotok beim Informationscenter des Nationalparks an. Hier durften wir noch bis ca. 14 Uhr „entspannen“.

So läßt es sich aushalten

Dann ging es zu Fuß rein in den Dschungel, gut eingeschmiert bzw. eingesprüht gegen die allgegenwärtigen Moskitos. Nach einer halben Stunde Fußmarsch erreichten wir dann die Fütterungsstation für die Urang Utans. Vereinzelt konnte man schon ein paar Tiere hoch oben in den Bäumen sehen. Die haben sicherlich eine Uhr im Bauch und wissen, dass es um 15 Uhr Frischfutter gibt.

Warten aufs Futter

Mama mit Baby

Und genau: Kurz vor 15 Uhr kamen zwei Ranger mit vollgepackten Rucksäcken an. Die Tiere wurden unruhig und kamen näher. Die Ranger platzierten jede Menge Obst auf dem Futterplatz und entfernten sich wieder. Und schon ging es los. Die ersten hangelten sich von den Bäumen runter und auf die Plattform zum Futter fassen. Keine 5 Minuten später raschelte es im Gebüsch und der „Boss“ kam.

Here comes the boss

Halbstark 😉

Es scheint zu schmecken

Beeindruckend

Das riesige Alphatier bahnte sich seinen Weg und verscheuchte die  Meute von der Plattform. Erst kommt der Boss, dann alle anderen!!! Als er halbwegs satt war, durften sich ein paar Weibchen mit ihren Jungen zu ihm gesellen und einige Youngsters wagten sich ans andere Ende der Plattform.

Auch dem Kleinen scheint es zu schmecken

Nachdem alle soweit gesättigt waren, ging es wieder rauf auf die Bäume und wir machten uns auf den Rückweg zum Boot. Die Rücktour war genauso entspannt wie der Hinweg. Ein Stopp, als sich am Ufer etliche Langnasenaffen für ihr Nachtlager vorbereiteten. Was für ein Gewusel!

Langnasenaffen-Familie

Es wurde langsam dunkel und am Ufer in den Bäumen und Sträuchern fing es an zu leuchten. Hunderte von Glühwürmchen strahlten um die Wette. Und genau hier war unser Stopp zum Candellight Dinner. Richtig schön romantisch und für uns schon fast mit weihnachtlichem Flair.

Candellight-Dinner – wieder alles frisch zubereitet und super lecker

Im Stockfinsteren ging es dann langsam wieder Richtung Heimat. Ab und zu machte der Kapitän mal einen kleinen Suchscheinwerfer an, um vermutlich zu sehen, ob und was da so alles auf dem Wasser rumschwimmt. Nach der Einfahrt auf den Kumai River gingen dann tatsächlich orgnungsgemäße Fahrtlampen an und wir tuckerten Richtung Meerbaer, wo wir dann gegen 2o Uhr glücklich und zufrieden abgesetzt wurden.

 

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Bis zum Kumai River – da, wo die Orang Utans wohnen

Der geplante Besuch des Ortes fiel ins Wasser bzw. es gab zu wenig Wasser, um mit dem Boot nahe genug ran zu kommen. Deshalb entschlossen wir uns, dann doch die nächsten Meilen bis zum Kumai River anzugehen, auch auf die Gefahr hin, dass der Motor die überwiegende Zeit für Vortrieb sorgen musste. Und so war es dann auch. Lediglich 12 Segelstunden innerhalb von 4 Tagen bzw. 47 sm von insgesamt 170 sm.

Die Nächte waren recht ungemütlich. Wegen der geringen Wassertiefe und aufgrund der Tatsache, dass wir die Ankerplätze erst in der Dunkelheit erreichen konnten, haben wir uns ziemlich weit vom Ufer einen Platz gesucht. Es waren immer Fischerboote in der Nähe zum  Ufer zu sehen und da wir nicht wussten, ob und wenn ja, wo sie ihre Netze oder Fischfallen im Wasser liegen hatten, haben wir uns sicherheitshalber fern gehalten. Und so war der Ankerplatz recht unruhig. Der Schwell kam ungebremst bei uns an und Meerbaer schaukelte und platschte ohne Pause. Schlaf war da eher Mangelware.

Am Dienstag Nachmittag fiel der Anker für die Nacht kurz hinter der Einfahrt zum Kumai River, wo wir dann endlich mal wieder eine ruhige Nacht verbringen konnten und am Mittwoch gegen Mittag ging es mit auflaufendem Wasser die letzten 11 sm flußaufwärts bis vor die Stadt Kumai. Hier ist richtig was los auf dem Fluß. Schlepper zerren große Bargen hin und her, Frachtschiffe wuseln dazwischen durch und mittendrin kleine Fischerboote.

 

Meerbaer liegt direkt gegenüber der Stelle, wo die Klotoks Richtung Orang Utan-Reservat starten. Momentan ist so gut wie nichts los, keine Saison. Die Klotos liegen aufgereiht und arbeitslos am Ufer.

Bei Ankunft wurden wir gleich von Majid begrüßt. Majid gehört das Hotel Majid direkt gegenüber und er ist gleichzeitig Anbieter für Flußtouren. Mit dem Hintergedanken, uns eine solche Tour verkaufen zu können, bot er uns gleich allerlei Hilfe an. Wäsche waschen, Müll entsorgen, Diesel besorgen, Fahrten zur nahegelegenen Stadt Pankalan Bun, wo wir wegen des unschlagbaren Preises beide einen medical Check gebucht haben usw., usw.

Seine Begleitung zur Hospital war für uns eine Riesenhilfe. Kaum jemand dort war der englischen Sprache mächtig (bis auf das medizinische Personal) und da unsere Indonesisch-Kenntnisse gleich Null sind, wären wir doch ohne ihn recht hilflos gewesen. Die Arztgeschichte ist nun erledigt und für Mittwoch haben wir  Majids Angebot angenommen und einen Ausflug mit dem Klotok zu den Affen gebucht. Wir lassen uns überraschen.

 

 

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400 sm von Makassar nach Kalimatan

Bereits am Montag früh ging es für uns weiter Richtung Westen. Nach zwei Stunden Motorfahrt setzte der versprochene Wind ein und wir konnten tatsächlich mit voller Besegelung dahin gleiten. Der Wind drehte dann im Laufe des Tages immer weiter nach Südosten und irgendwann mussten wir das Großsegel bergen, weil es der Genua den Wind klaute. Die Genua hat fast doppelt soviel Quadratmeter wie das Großsegel, da braucht es keine Überlegung, welches Segel stehen bleibt und welches weggepackt wird.  Also weiter mit Genua und Besan, teilweise mit 6 kn und manchmal sogar etwas mehr. Der Wind stand auch den ganzen Dienstag durch und wir konnten entspannt durch die Nacht segeln. Der Mittwoch stand unter dem Zeichen Leichtwindsegeln.  In der Nacht zum Donnerstag wurde der Wind leider immer schlapper und drehte dann tagsüber immer weiter nach Nord. Den angepeilten Ankerplatz konnten wir unter diesen Bedingungen segelnd nicht erreichen. Aber für die nächsten 100 sm sollte der Nordwind doch ausreichen. Also Planänderung. Wir fahren durch bis zum Kumai River. War aber wohl nix. Um uns rum brodelte der Himmel mit Blitzen, teilweise auch mit Donner und der Wind drehte immer mehr auf Nordwest. Die Wellen wurden total chaotisch und ein Weiterkommen war so gut wie unmöglich. Ein Versuch beizudrehen scheiterte ebenfalls. Das machte keinen Sinn. Also wieder Planänderung. Bei WNW sollte der vorher geplante Ankerplatz doch noch zu erreichen sein. 30 sm trennten uns davon. Zu unserem Leidwesen schlief dann der Wind total ein und es wurden tatsächlich 7 Stunden mit Motorgerappel und entsprechender Wärmeverteilung im Schiff. Von den drohenden Gewittern sind wir glücklicherweise verschont geblieben. Die verzogen sich im Laufe des Spätnachmittags weiter raus auf See. Um 20 Uhr fiel dann unser Anker im Dunkeln auf der 10 m-Linie in der Bucht Sebangan, mitten im Nirgendwo. Die Bucht ist so groß, dass es von uns aus zum Land auf jeder Seite mindestens 5 sm weit ist. Nun sitzen wir hier bei totaler Flaute und sengender Sonne, haben alle Löcher, durch die die Sonne scheinen kann, zugehängt und versuchen, den nicht vorhandenen Wind einzufangen. Der Ventilator macht Überstunden und wir hängen schwitzend und literweise Wasser trinkend in den Seilen. Morgen wollen wir versuchen, in die Nähe der Ortschaft zu kommen, um ein paar frische Sachen einzukaufen. Wer weiß, wie lange wir hier festhängen. Wind ist erstmal nicht in Sicht und wenn, dann auf die Nase.

Da scheint sich war zu entwickeln

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