Tag 5 auf See

Squalls, Squalls,Squalls. Den ganzen Tag ueber jagte einer den naechsten. Der eine hatte Regen im Gepaeck, der andere Flaute oder viel Wind. Wir waren waehrend unserer Wachen vollauf beschaeftigt. An Schlaf war schwer zu kommen auf einem Boot, das wie ein Rodeopferd bockt. Unser Kurs ist leider am Wind und die Wellen kommen schraeg von vorne oder von der Seite und immer wieder mal haemmert eine auf die Seite vom Meerbaer. Ab und zu findet eine auch ihren Weg ins Cockpit. Ein Rumms und ein Schwall Wasser ergiesst sich ueber die Kante. Zum ersten Mal auf dieser Tour haben wir den Niedergang vorsichtshalber gesichert und das Luk auf halber Hoehe geschlossen. Das Kochen und selbst das Essen gestalten sich als Akrobatikakt. So viele Haende, wie man braucht um sich selbst zu sichern und gleichzeitig Gemuese zu schnibbeln, hat man gar nicht. Und alles muss gegen Wegrutschen oder Umkippen gesichert sein. Beim Essen hockt man verkeilt in der Ecke und versucht, das Essen am Ueberschwappem zu hindern. Mal sehen, wie lange uns das Theater erhalten bleib. Angeblich soll uns Donnerstag wieder eine Flaute erwischen. Abwarten. Die Haelfte des Weges ist geschafft.

Position am 05.07.2022 um 00:00 UTC 26.59 S, 177.55 E, Kurs 5 Grad, Speed 6 Kn

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Tag 4 auf See

Immer wieder erstaunlich, wie wenig Wind der dicke „meerbaer“ zur Forbewegung braucht Wieder eine fast windlose Nacht, nach einem windlosen Tag. Die See ist aber nicht spiegelglatt, sondern ein bis zwei Meter hohe Duenung laeft aus SSE unter uns durch. Segelgeschwindigkeit zwischen 2 und 4 Kn. Termine haben wir zum Glueck keine – auch noch nie bisher gehabt. Auch immer tunlichst vermieden. Somit ist die Geschwindigkeit eher sekundaer. Besser das fast lautlose Vorwaertskommen mit allen Sinnen geniesen In diesem Sinne bis morgen Update:
Die Nacht hatte es dann in sich. Bis kurz nach Mitternacht lief alles wie gehabt. Dann ein Regenguss, der den Wind gefressen hat. Flaute. Genua eingerollt, Segel dicht und warten, was passiert. Der Regen hoerte auf und der Wind kam zoegerlich zurueck. Leider hatte Meerbaer sich mittlerweile um 180 Grad gedreht und das Gross stand auf einmal back. Meerbaer liess sich bei dem schwachen Wind nicht mehr drehen. Weder durch die Wende noch durch die Halse. Weil unsere Genua sich gerne mal beim Schiften das Fockstag umarmt und freiwillig nicht mehr los laesst, muss sie meistens herumgetragen werden. Da bei uns nachts niemand alleine aus dem Cockpit verschwindet, musste leider der Kaeptn aus der Koje gescheucht werden. Gemeinsam haben wir Meerbaer wieder auf Kurs gebracht, der Wind nahm zu, die Segel standen und die Aries uebernahm das Steuern. Chef wieder ab in die Koje. 4 Uhr Wachwechel. Alles paletti, Bordfrau ab in die Koje. Um 5.30 schallte es durchs Schiff: Anne, reffen!!! Der erste dicke Squall hatte uns erwischt. Meerbaer war nicht mehr auf Kurs zu halten. Die Genua halb weggerollt, Gross ins 2. Reff und die Sache war erledigt. Freiwache wieder ins Bett. Momentan drohen noch ein paar dicke Wolken im Osten, die hoffentlich von der Sonne gefressen werden, bevor sie uns erreichen. Position 00:00 utc 28 58 S, 177 33 E kurs 15 grad speed 6 Kn

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Tag 3 auf See

Die Flaute hat uns noch immer im Griff. Gestern haben wir den Motor für 6 Stunden laufen lassen. Dann haben wir entschlossen, dass es reicht. Motor aus, Gross und Besan dicht und mit Autopilot versucht, irgendwie Kurs zu halten. Gluecklicherweise hat uns der Strom mit teilweise bis zu einem Knoten in die richtige Richtung geschoben. Wenn wir gar keine Fahrt mehr durchs Wasser gemacht haben, hat auch der Autopilot gestreikt. Ohne Fahrt durchs Wasser kann selbst der nicht mehr arbeiten. Wir haben das Ruder mittschiffs gestellt und uns treiben lassen. Es ist schon komisch, wenn man es gewohnt ist, den Kurs auf dem GPS abzulesen. Bei null Fahrt spinnt der aber auch. Da ist der alte Magnetkompass wieder gefragt. Irgendwann zwischendurch zeigte der Bug nach Sueden, wir machten aber Drift mach Nordosten. Seit heute frueh im 8 Uhr muss Mr. Perkins wieder ran. Die Batterien waren auf 80 Prozent runter, weil der Autopilot viel Strom gefressen hat. Ausserdem ist das unsere gesetzte magische Zahl, bei der wir wegen der laengeren Lebensdauer spaetestens die Batterien wieder nachladen. So koennen wir den zusaetzlichen Schub ausnutzen und uns mit 5 kn vorwaerts bewegen. Spaetenstens heute Mittag darf Mr. Perkins wieder schlafen und wir lassen uns wieder treiben. Irgendwann kommt auch unser Wind. Bis auf den ersten Tag haben wir die Sonne noch nicht so richtig gesehen. Es ist hohe Bewoelkung, die erst abends aufreisst. Leider verschwindet die schmale Mondsichel auch schon wieder um 20 Uhr und die Naechte sind stockfinster. Aber das bessert sich von Tag zu Tag. Der Mond geht frueher auf und wird groesser. Position um 10.30 Uhr UTC: 30.33 S, 176.30 E, Kurs 23 Grad, Speed 5 kn.

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Tag 2 auf See

Wie erwartet, ist der Wind futsch. Allerdings erst seit ca. 2 Stunden. Gestern und in der Nacht haben wir noch ordentlich Strecke machen koennen, aber jetzt ist Flaute angesagt. Gerade laeuft noch der Motor, weil wir eh die Batterien laden muessen, aber sobald die annaehernd voll sind, werden wir wohl rumduempeln und hoffen, dass der Wind irgendwann wieder kommt. Durch den schnellen Start sind wir schon weiter gekommen als urspruenglich geplant, also kein Problem. Wir sitzen die Flaute aus. Die Stimmung ist gut. Die Bordfrau war sogar gestern Abend schon in der Lage, eine richtige Mahlzeit auf den Tisch bzw. ins Cockpit zu bringen. Recht ungewoehnlich so frueh. Da gilt der Dank wohl den Stugeron, die vorsichthalber eingeworfen wurden. Sehr zu empfehlen! Position: 31.30 S, 175.58 E, Kurs 23 Grad, Speed 4,8 kn.

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Start und 1. Tag auf See

Wir haben tatsaechlich den Absprung geschafft. Kaum zu glauben. Der Start verlief recht flott, aber holperig. Kaum waren wir aus der Bay raus, setzte sich unser Speed bei 7 kn plus fest. Der Wind kam, wie versprochen, aus SW, aber der 3 m Seegang leider aus SE. Das gab eine fette Kabbelsee, derer unsere Aries zuerst nicht Herr wurde. Der Autopilot durfte uebernehmen und hat uns die ersten 50 sm gut gesteuert. Jetzt laeuft die Aries zum Glueck wieder. Die braucht keinen Strom. Die Nacht war, wie erwartet, schlaflos bzw. schlafarm. Wir haben unseren See-Rhythmus noch nicht gefunden. Das dauert sicher noch 2-3 Tage. Egal, wir kommen zuegig voran und an das Geschaukel werden wir uns auch gewoehnen. Momentan ist der Wind leider etwas runter gegangen, dafuer bleibt uns aber der Seegang noch eine Weile erhalten. Position: 33.24,7 S, 175.11,8 E, Kurs 20 Grad, Speed 5 kn

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Geht los?

Geht los!!! Endlich hat sich ein Wetterfenster geöffnet, was auch  seinem Namen halbwegs gerecht wird. Morgen starten wir Richtung Fiji.

So gut wie in diesem Jahr waren wir vermutlich noch nie vorbereitet. Wir hatten allerdings auch reichtlich Zeit, um wirklich alles zu erledigen, denn der erste Startversuch liegt schon 6 Wochen zurück.

Wir liegen vor Anker in der Pomare Bay – wie so oft schon – und haben gestern bereits unser Dinghi geschrubbt und verpackt. Das liegt nun wohlverschnürt auf dem Aufbau.

Das sollte halten

Wir konnten zum Glück unsere alte Kuchenbude vorgestern noch trocken wegräumen und so konnten wir auch gleich gestern und in der Nacht meinen selbstgezauberten Regenschutz ausprobieren. Er hat sich bewährt. Die Kuchenbude wird immer noch nicht entsorgt, obwohl sie wirklich keine Schönheit mehr ist. Aber wer weiß, vielleicht brauchen wir sie ja doch nochmal irgendwann, bevor es eine neue gibt.

Der neue Regen- und Windschutz. Keine Schönheit, aber effizient.

Morgen Vormittag geht es dann erst einmal Richtung Opua zum Ausklarieren. Wir wollen noch 200 l zollfreien Diesel tanken – bei den  derzeitigen Preisen lohnt sich das wirklich – , dann gegen 11 Uhr zum Zoll und dann ab dafür!!!

Nach den bisherigen Prognosen dürfte der Start ein wenig holperig werden, weil gerade noch ein dickes Tief über den Norden von Neuseeland fetzt, aber der Seegang sollte sich eigentlich recht schnell wieder beruhigen. Wir werden sehen. Zwischendurch wird uns sicherlich auch noch eine Flaute erwischen. Egal, Hauptsache wir haben den Absprung geschafft.

Wir werden wie früher schon versuchen, täglich einen kleinen Bericht über Sailmail auf unserer Seite zu veröffentlichen. Das ist allerdings von den Funkbedingungen abhängig. Sollte also mal ein oder zwei Tage kein Bericht erscheinen, bitte nicht nervös werden! Wir sind noch „old fashioned“ unterwegs, also ohne Iridium oder ähnlichen „modernen Schnickschnack“ 😉

In diesem Sinne: Ciao

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Schon wieder verschoben…

Unsere Geduld wird arg strapaziert. Anfang der Woche sah es nach einem schönen Wetterfenster zu diesem Wochenende aus. Also Mittwoch für 3 Tage ab in die Marina, um restliche Kleinigkeiten zu erledigen wie z.B. Aries montieren, Sicherheitsleinen an Deck anbringen,  Dinghi ausräumen und verstauen. Das Auto für den letzten größeren Einkauf hatten wir für Freitag geordert. Und siehe da: kaum waren wir in der Marina, drehten sich die Wettervorhersagen einmal um sich selbst und unser Wetterfenster war perdu. Aussichten für die nächsten Tage gleich null. Das Auto war gemietet, also haben wir zumindest die schweren und sperrigen Dinge eingekauft und alles, was haltbar ist. Sollte es doch noch irgendwann logehen, können wir die restlichen frischen Sachen zu Fuß einkaufen.

Heute ging es dann also raus aus der Marina, leider nicht Richtung Fiji, sondern nur Richtung Ankerplatz.

Nachdem es gestern Nachmittag und Abend wie aus Eimern geschüttet hat, scheint heute zum Glück wieder die Sonne und wir genießen das leichte Schaukeln am Anker und sitzen draußen im Cockpit. Sobald die Sonne verschwindet, wird es dann schnell empfinglich kalt – zumindest für unsere verwöhnten Verhältnisse – und spätestens nach dem Abendessen wird der Ofen angeheizt und wir muckeln uns gemütlich ein.

Roberton Island

Mal sehen, wie lange das noch so weiter geht. Wir haben mal nachgesehen. Der erste Start war für Mitte Mai geplant. Jetzt haben wir Ende Juni. Irgendwann wird wohl auch unsere Zeit kommen. Also weiter: Geduld, Geduld, Geduld und nicht selbst verrückt machen.

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