So manches versöhnt denn doch.

Zum Beispiel 37 sm herrlichstes Segeln an der Ostküste von Neuseeland. Früher Aufbruch aus der Smugglers Bay heute morgen. Überraschender Besuch von drei netten Kiwis. Eine größere Menge an Scallops – oder auch Jakopsmuscheln wurde in unsere Pütz gefüllt. Bischen Smalltalk gehalten. Und schon war das Abendessen gesichert. Supi!

Etliche Abschnitte beim reinigen schon roh probiert.

Nu liegen wir nach feinstem Segeltag in einer unserer Lieblingsbuchten. Und gleich gibt es lecker Abendessen.

Mimiwhangata Bay.
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Raus aus dem River.

10:00, Anne kam vom einkaufen zurück. Noch vor dem Verstauen selbiger drehte sich die Ankerwinsch. Deckswaschpumpe auf Vollgas um den ganzen Schmodder weg zu pusten. Zeit für Standortwechsel. Mit dem letzten ablaufenden Wasser ging es flussabwärts. Klasse Wind von nordwest , Genua ausgerollt für herrlichstes Segeln. Für die letzten Meter musste der Motor ran, war aber ok und trübte auch nicht das schöne Segeln. Jetzt liegen wir in der Schmugglers Bay, Windböen aus nordwest ziehen über uns. Leichter Schwell wiegt uns sanft. Das wird eine entspannte Nacht. Und der Stress der letzten Tage fällt schon ab. Wie easy ist doch ein netter Segeltörn.

Locker mit 7 Knötchen.
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No more stress?

Pustekuchen! Nachdem wir vor 2 Tagen noch das Fischernetz aus unserer Kette gefummelt hatten, hatten wir uns einen schönen, neuen Ankerplatz gesucht. Lediglich ein einziges weiteres Boot in der Nachbarschaft – und das weit genug weg von uns (dachten wir).

Heute Vormittag frischte der Wind wie versprochen auf. Kein Problem. Wir liegen mit 50 m Kette auf 6 m Wassertiefe. Das sollte reichen. Der Anker hatte sich richtig schön in den Mudd eingebuddelt. Gegen 11 Uhr gab es einen Knall. Unser Nachbar hatte sich unfreiwillig auf Wanderschaft begeben, hing quer vor unserem Bugkorb und rutschte so langsam an unserer Steuerbordseite längs. Seine Kette hing natürlich über unserer und damit waren wir manövrierunfähig. In Windeseile packten wir unseren alten Panikfender zwischen die Boote und nahmen den Drifter längsseits, damit unser Anker nicht rausgerupft wurde. Der musste nun beide Boote halten, und das bei Böen von 30 kn schräg von der Seite. Dadurch wurden wir von unserem Kontrahenten immer weiter Richtung Sandbank gezerrt. Aus eigener Kraft hatten wir keine Chance, uns zu befreien. Also riefen wir die Coastguard um Hilfe. Nach 20 Minuten waren die dann auch da. Nach intensiver Beratung nahmen sie den Nachbarn längsseits, fuhren mit ihm an unserem Bug vorbei und nahmen dabei seine Kette hoch, bis wir wieder frei waren. Endlich konnten wir Anker auf gehen, eine Runde drehen und dann wieder neu ankern.

erstmal gesichert

Da war wohl schon lange keiner mehr drauf

Der Coastguard nochmal ganz herzlichen Dank für ihren Einsatz!

Und jetzt reicht es uns mit Aufregung!

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Nächtlicher Aktionismus

Gestern Abend, kurz nach dem Abendessen – wir saßen gerade bei unserer allabendlichen Kniffelrunde – zeigte unser Echolot NULL. Und das 2 Stunden vor Niedrigwasser. Da ging noch so einiges an Wasser weg. Die Würfel rollten so langsam Richtung Steuerbord vom Tisch. Unser Versuch, uns noch mal so eben aus dem Flachbereich rauszumanövrieren, schlug natürlich fehl. Meerbaer hockte mit dem A… schon im Schlick. Vollgas vorwärts und Kette einholen brachte nichts mehr. Verpennt!! Niedrigwasser war um 20.30 Uhr und bis wieder genug Wasser zum Aufschwimmen da war, dauerte es natürlich. Erst einmal gingen wir schräg und schräger. OK, wenn wir segeln, liegen wir auch auf der Backe. Machte also nix. Um 22.30 Uhr dann endlich: das Echolot zeigte 0,40 m an. Also Motor an, Deckswaschpumpe auf Vollgas und Anker hoch. Wir hatten noch ca. 20 m Kette unten, da tauchte dann ein wunderschönes altes Fischernetz auf, das sich mehrfach um unsere Kette gewickelt hatte. Mittendrin noch zwei Anker verwurschtelt. Fast eine ganze Stunde haben wir gebraucht, bis wir das ganze Zeugs an Deck gehievt und mit Hilfe von Machete und der guten, alten Schneiderschere von der Ankerkette losgeschnitten hatten. Aber jetzt: wohin mit dem Sch…? Über Bord werfen war keine so gute Idee. Wir wollten uns die Reste nicht noch in den  Propeller fahren. Und was ist, wenn der Nächste hier ankert und nicht so viel Glück hat wie wir? Unser Meerbaer ist ein Langkieler, da ist die Gefahr nicht ganz so groß, aber Boote mit ungeschütztem Propeller sind da ziemlich stark gefährdet. Also an Deck mit dem Dreck und erst einmal einen besseren Ankerplatz suchen. Um Mitternacht waren wir dann endlich wieder klar für die Koje.

Heute Vormittag nach dem Frühstück haben wir uns die Bescherung dann erst einmal bei Tageslicht angeschaut.

Wohin jetzt damit? Letztendlich haben wir das Zeug in zwei Müllsäcke gestopft und werden es bei nächster Gelegenheit im Müll entsorgen. Dank unserer Deckswaschpumpe konnten wir Meerbaer auch noch von dem ganzen Dreck befreien. Jetzt sind wir wieder propper 😉

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Great Barrier Island

 

Great Barrier Island voraus

Wir sind tatsächlich da! Dran geglaubt hatten wir schon nicht mehr. Die Windrichtung stimmte zwar in den letzten Tagen so einigermaßen, aber die Stärke nicht. Einfach zuviel. Wir wollten nicht bei 30 kn und mehr hier rüber düsen, denn gerade in diesem Seegebiet ist der Schwell berüchtigt. Das wollten wir uns wirklich nicht antun. Gestern dann endlich: der lokale Seewetterbericht und das europäische Wettermodell zeigten 15-20 kn aus NW, später NE. Ideal. Lediglich das GFS-Modell versprach wenig Wind. 2:1, die Sache ist enschieden. Um 6 Uhr rappelte der Wecker, wir hatten schließlich 45 sm vor der Nase. Um 7 Uhr ging der Anker hoch und wir tuckerten Richtung draußen in der Hoffnung, schon bald den Motor abzustellen und die Segel hoch ziehen zu können. Weit gefehlt! Diesmal hatte das GFS-Wettermodell die Nase vorn bzw. wir keinen Wind. Dafür aber schöne Dünung von der Seite. Die Gesichter wurden immer länger und die Stimmung ging auf den Tiefpunkt. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Umdrehen wollten wir aber irgendwie auch  nicht. Also Augen zu und durch. 8,5 Std. Motorgerappel und Geschaukel. Selbst das zum Stabilisieren gesetzte Besansegel brachte wenig Ruhe in den Dampfer. Aber jetzt sind wir da. Der Anker fiel direkt in der ersten Bucht auf 10 m Wassertiefe auf Sand. Jetzt erst einmal entspannen zumal in der letzten Nacht noch ein Anker-auf-Manöver anstand. Nach zwei Winddrehern um 180 Grad bei Böen von ca. 30 kn wollte unser Anker nicht mehr so richtig halten. Um 2 Uhr dengelte eine Mooringboje an den Rumpf. Da waren wir doch tatsächlich gerutscht. Also raus aus  der Koje, in die Klamotten springen, Motor an und Anker hoch. So richtig Spaß gab es dann noch, weil einige Ankerlieger ums Verrecken keine Ankerbeleuchtung anmachen. Bei bewölktem Himmel und Regen sieht man die erst im letzten Augenblick. Zum Glück hatte der Käptn sich so in etwa gemerkt, wer wo lag und so konnten wir uns unbeschadet aus dem Ankerfeld rausmanövrieren und ca. 500 m weiter nördlich neu ankern. Der schäbige Rest der Nacht war dann ruhig, zumal der Wind dann auch schlafen ging.

nur wenige Boote ankern hier

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Abschied von Claus

Am letzten Samstag hat sich unser guter Segelfreund Claus auf seine letzte Reise begeben. Es war zwar sein Wunsch, auf diese Weise abzutreten, nämlich auf seiner Segelyacht „Julia“, aber sicherlich noch nicht so bald. Wir wünschen ihm auf seinem letzten Törn alles Gute. Wir werden ihn vermissen.

So behalten wir ihn in Erinnerung. Immer fröhlich, immer hilfsbereit. Ein richtiger Freund.

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Der Kutscher kennt den Weg…

… oder : only steel is real!!!

Da wollten wir heute früh ganz entspannt zum Wasser tanken und dann gemütlich auf den Ankerplatz. So weit, so gut. Nachdem der Wassertank wieder randvoll war, Leinen los und zwischen den Liegeplätzen und dem Breakwater Richtung draußen. Wir sind gerade kurz vor der Ausfahrt, wo man mit dem Dinghi anlanden kann, da kommt einer der Austernfischer mit voll Speed angerauscht. Er sieht nicht links und und rechts, weil der die Tour ja mehrmals am Tag macht und sein Boot den Weg ja von alleine kennt, und brettert voll auf uns zu. Rückwärtsgang rein und rufen hilft nicht viel. Nachdem der Austernfahrer endlich mal aufgesehen hat und gemerkt hat, dass er wohl doch keine Vorfahrt hat, haut auch er den Rückwärtsgang rein. Da die Schute aber nur einen Aussenborder hat, blieb der Erfolg eher aus. Dazu kam noch das auflaufende Wasser und der Wind für ihn von achtern. Er driftete zum Glück mit etwas weniger Fahrt voll mit seiner Spitze in unsere Seite.

Etwas Spachtel und Farbe, und gut ist wieder

Hätten wir einen Plastikdampfer, dann säh das aber ganz anders aus! So haben wir „nur“ eine dicke Macke im Stahl, die mit Spachtel und Farbe ausgebügelt werden kann. Das reicht jetzt an Aufregung für die nächsten Tage. Gleich geht es in Paihia auf den Farmers Markt (wir hoffen, der findet statt und fällt nicht aus wegen Covid19).

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