Langkawi und der Weg dahin – und weiter nach Thailand

Die Fahrt von Pangkor bis Langkawi war eigentlich recht unspektakulär bis auf die Tatsache, dass wir die Strecke komplett unter Maschine rattern durften. Das nervte doch ganz ordentlich. Von Wind war so gut wie gar nichts vorhanden und wenn doch, dann ganz schwächlich, da lacht Meerbaer nur drüber und schunkelt mit 1 kn oder weniger dahin. Also Augen zu und durch. 5 1/2 Tage hat es gedauert, insgesamt 160 sm in Tageseteappen von in etwa 30 sm. Nachts fahren macht hier keinen Sinn. Die See ist voll gepflastert mit Fischernetzen, die man schon bei Tageslicht schlecht ausmachen kann. Nachts hat man da gar keine Chance. Also haben wir uns für die Nacht jeweils einen Ankerplatz gesucht und sind morgens zwischen 8 und 9 Uhr wieder gestartet.

Auf Langkawi muss jeder einklarieren, der von außerhalb kommt. Langkawi hat zollfrei-Status, daher diese Regelung. Also sind wir erst einmal vor dem Hauptort Kuah vor Anker gegangen und haben uns auf den Weg zu den Behörden gemacht. Das kann man hier recht einfach erledigen. Alle erforderlichen Stellen sind im gleichen Gebäude, nämlich im Fährterminal untergebracht. Innerhalb von einer Stunde hat man die Sache abgehakt.

Ein Supermarkt ist in ca. 1 km Entfernung. Den kann man recht gut zu Fuß erreichen und für die Rücktour nimmt man sich für sage und schreibe umgerechnet einen Euro ein Grab-Taxi. Für diesen einen Euro hilft der Fahrer sogar noch, die Einkäufe im Kofferraum zu verstauen.

Für Einkäufe, bei denen wir verschiedene Stellen aufsuchen wollten, haben wir uns ein paar Mal komplikationslos ein Auto für gerade mal 14 Euro/Tag gemietet. Günstiger geht es nun wirklich nicht. Auch die Preise für Lebensmittel sind bemerkenswert günstig. Nur an der Frische hapert es manchmal. Aber man kann halt nicht alles haben.

Leider waren wir beide nacheinander gesundheitlich etwas angeschlagen, sodass größere Aktivitäten ausfielen. Ein Ausflug nach Rebak Island und Telaga zum Tanken auf der Westseite der Insel, zweimal weg von der Stadt an einen Ankerplatz mit halbwegs sauberem Wasser, um den Wassermacher zu betreiben, das wars dann auch schon.

Tja, das Wasser. Die Qualität hat uns erschreckt. Zumindest im Einflußbereich der größeren Ortschaften ist das einfach nur Gülle mit dicken Quallen dazwischen. So schnell wie hier waren unsere Filter vom Wassermacher noch nie zugesetzt.

Das Unterwasserschiff gleicht schon fast einem Riff – unter dieser Schicht versteckt sich der Propeller

Bevor wir Langkawi verlassen wollten, sind wir für 3 Tage in die Marina gegangen. Das Schiff mit Süßwasser gründlich reinigen, Vorräte  für die Weiterfahrt besorgen, ohne alles per Dinghi transportieren zu müssen usw. Weil wir beide noch nicht so wirklich in der Lage waren, auf Tauchstation zu gehen, um den Rumpf zu schrubben, haben wir uns außerdem noch einen Taucher gegönnt, der für uns die Arbeit erledigt hat. Kurz nach unserer Ankunft hier auf Langkawi hatten wir schon einmal von Propeller und Rumpf jede Menge Barnackles abgekratzt und nun war schon wieder alles zugewuchert. Unglaublich! Das Antifouling ist gerade mal ein halbes Jahr drauf und schon funktioniert es nicht mehr – oder es kommt nicht an gegen den Bewuchs.

Auf jeden Fall konnten wir dann am Mittwoch ausklarieren und die Leinen los werfen, um die 120 sm bis Phuket anzugehen. Die erste Nacht haben wir noch in malysischen Gewässern vor der Insel Telaga verbracht. Dann ging es step by step weiter. An der Insel Rok Nok haben wir dann tatsächlich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig schönes, klares und sauberes Wasser vorgefunden. Da musste man einfach reinspringen. Leider kam zum Abend hin ein Boot der Naturparkverwaltung vorbei und wollte Gebühren kassieren. 400 baht pro Person und nochmal 100 baht für das Schiff. Das sind umgerechnet mehr als 20 Euro. Ganz schön teuer! Unser Problem war, dass wir keinerlei Bargeld in Landeswährung bei uns hatten. Woher auch? Also haben wir ein paar noch vorhandene Devisen zusammengesucht (AUS$ und US$) und unseren Obolus entrichtet. Eigentlich wären wir gerne noch einen Tag und eine weitere Nacht geblieben, aber wegen „Geldmangel“ ging es am nächsten Morgen schon weiter.

Endlich mal wieder im Wasser plantschen

40 sm weiter fiel unser Anker an der Ferieninsel Ko Phi Phi Don. Hier steppt der Bär! Bis morgens um 2 Uhr hämmerten die Bässe der Strandbar über das Wasser. Selbst Oropax brachten nur leichte Dämpfung. Der Schlaf war entsprechend.

Bizarre Felsformationen

Nun noch einmal ca. 25 sm bis Phuket. Natürlich wie gehabt ohne Wind (bis auf eine Stunde, die uns hoffen ließ, aber dann gab der Wind auch schon wieder auf und der Motor musste nochmal ran). Dafür durften wir wieder im Slalom durch die Fischerfähnchen eiern. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend, die Dinger sieht man teilweise erst, wenn man schon nah dran ist. Entspanntes Segeln (bzw. Motoren) geht anders.

 

Da steht einer einfach so rum

Die Nacht haben wir gegenüber der Chalong Pier verbracht und gestern früh sind wir die 2 sm rüber und haben uns im Gewusel der Mooringbojen einen Ankerplatz gesucht. Mit dem Dinghi ging es dann auf Behördentour. Hier ganz einfach, es ist alles in einem Gebäude auf der Pier. Auch hier wieder das Problem mit dem Bargeld. Der Hafenmeister verlangte 500 baht, natürlich nur bar, Kreditkarte wird nicht akzeptiert. Also dackelte die Bordfrau die endlos lange Pier längs bis zum nächsten Geldautomaten und dann wieder zurück, Gebühr bezahlt, fertig mit Einklarieren. Jetzt noch schnell eine lokale SIM Karte besorgen, dann haben wir die ersten Hürden geschafft.

Angekommen!

Es war schon Mittag und so stand der erste Gang an, um die thailändische Küche zu testen. Erster Versuch: voller Erfolg! Es war so was von lecker, das wird sicherlich noch einmal wiederholt!

Nun müssen wir uns erst einmal orientieren, wo es hier gute Lebensmittel gibt. Wie üblich brauchten wir wieder Frisches. Irgendwie futtern wir anscheinend zu viel davon.

 

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Georgetown – Penang

Die Fahrt von Pangkor nach Penang verlief relativ entspannt, wenn man einmal von den vielen Fischernetzen absieht, die immer wieder und das ziemlich spät vor dem Boot auftauchen. Man muss ständig auf der Hut sein und das Fernglas ist in ständigem Einsatz. Ansonsten hat sich unsere Taktik, nicht zu weit draußen zu fahren, ganz gut bewährt, denn weiter draußen war weit mehr Betrieb.

Für die Nacht hatten wir uns einen schönen Platz in knapp 5 m Wassertiefe ausgeguckt. Wir waren gerade mit dem Abendessen fertig, da kam ein Fischerboot angebraust und sie plapperte auf uns ein. Wir verstanden nichts – und die Fischer auch nicht, sie waren wohl des Englischen nicht mächtig. Irgendwie konnten sie uns dann verständlich machen, dass wir uns doch einen schlechten Ankerplatz ausgesucht hatten. Mehrere Fischer waren gerade dabei, ihre Treibnetze in unserer Nähe zu platzieren. Die Fischer machten uns klar, wir mögen bitte den Anker hoch holen und ihnen folgen. Als sie dann merkten, dass wir endlich verstanden hatten, was sie wollten, bretterten sie mit voller Decksbeleuchtung vor uns her, weiter ins tiefere Wasser. Nach ca. einer halben Meile dann drehten sie ab und ihre Lichter verloschen. Das sollte wohl das Zeichen für uns sein, dass wir hier gefahrlos für uns und für ihre Netze ankern konnten. Die Nacht verlief dann auch ruhig und ereignislos und am nächsten Morgen konnten wir ohne Probleme weiter fahren. Leider wieder unter Maschine. Der Wind hatte keine Lust.

Brücke scheinbar ohne Ende

Am frühen Nachmittag erschien am Horizont unser Ziel, die Insel Penang. Penang wird von zwei Brücken mit dem Festland verbunden, beide 25 m hoch, also kein Problem für uns, diese zu unterqueren. Die südliche Brücke ist mal eben ca. 15 km lang! Ein unglaubliches Bauwerk. Stützpfeiler bis zum Horizont.

Unser Anker fiel hinter dieser Brücke in Landnähe – und auch in der Nähe der vielen Hochhäuser und Schnellstraßen. Der nahe gelegene Flughafen schickte ebenfalls seine Geräusche zu uns rüber. Total ungewohnt für uns. Aber wofür gibt es schließlich Oropax?

Eine weitere Nacht haben wir dort noch verbracht, dann wollen wir weiter bis Georgetown, ca. 7 sm weiter nach Norden und unter der zweiten Brücke durch. Der Anker fiel bei der „McDonalds-Anchorage“. Warum die so heißt, wissen wir auch nicht. Von McD weit uns breit nichts zu sehen. Aber jedes Kind muss ja einen Namen haben 😉

Chew Jetty

Kaum war der Anker unten, kam ein Boot angebraust. Mr. Sun bot uns seinen Taxi-Dienst an. Warum nicht? So müssen wir nicht das Dinghi klar machen. Ein Anruf genügte und Mr. Sun kam spätestens nach 10 Minuten angebraust und brachte uns für kleines Geld direkt zur Chew-Jetty, einer Stelzensiedlung über dem Wasser, die wie so vieles hier in Goergetowm zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Chew-Jetty und viele Teile von Goergetown sind fest in chinesischer Hand. Entsprechend ist das Souvenir-Angebot.

Hindu-Tempel

Chinesischer Tempel – jeder Gott hat seinen eigenen Altar

 

Auch eine Art Tempel 😉

Wir schlenderten durch die Stelzenstadt und von da aus durch die Straßen und Gassen. Von den vielen Eindrücken wurden wir fast erschlagen. Hindu-Tempel, chinesische Tempel, Moscheen, christliche Kirchen, alles einträchtig in unmittelbarer Nachbarschaft. Hier wird gezeigt, wie Multi-Kulti zusammen leben kann.

Nettes Ambiente zum Kaffee genießen

Little India

Nach einer Kaffeepause in einem stilvollen Café haben wir uns dann ein Lokal zum Mittagessen gesucht. Unsere Wahl fiel auf die indische Küche – eine gute Wahl! Es hat uns super gut geschmeckt.

Mittlerweile waren wir dann doch etwas müde geworden. Viel Pflaster treten, gut essen, das macht ältere Herrschaften dann doch schlapp. Also ab nach Hause. Mr. Sun brachte uns bequem zurück zum Meerbaer.

Heute dann erst mittags an Land. Wir wollen im gegenüber liegenden Jetty Food Court zu Mittag essen. Diesmal sollte es die Thai-Küche sein. Auch extrem lecker und preiswert.

Unser nächstes Ziel war die große Shopping-Mall Gurney Plaza. Hier gibt es einen riesigen Supermarkt, der so ziemlich alles zu bieten hat, was man sich wünscht. Sogar italienische Salami und spanischen Schinken – und Würstchen aus Schweinefleisch und nicht aus Huhn 😉  .Auch ein tiefgefrorenes Schweinefilet wanderte in unseren Einkaufswagen. An der Kasse dann mussten wir doch schmunzeln. Wir hatten Wurst und Fleisch in unsere Kühltasche gepackt und diese dann auf den Thresen an der Kasse gestellt zur gefälligen Bedienung durch die Kassiererin. Als die Dame (eine Muslima) sah, dass es sich um „nicht Halal“ Produkte handelte, weigerte sie sich, diese auch nur anzufassen. Wir mussten ihr die Ware zum Erfassen vor den Scanner halten. Nach  Hause wieder mit dem Grab-Taxi und mit Mr. Sun. Morgen soll es weiter gehen. In zwei bis drei Tagesetappen sollten wir die 70 sm bis Langkawi schaffen, unser Endziel für die nächsten 4 Wochen.

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Ohne Probleme nach Pangkor Island ;-)

Nachdem die Schaltkulisse umgedreht war und wir in die richtige Richtung schalten konnten, waren wir tatsächlich zum ersten mal seit einer gefühlten Ewigkeit ohne Probleme unterwegs. Vor der Marina Port Dickinson ging unser Anker um 16 Uhr auf den Grund. Mit Segeln war wie erwartet nix. Kaum bis null Wind. Ein Segelversuch ohne Motor wurde bereits nach 30 Minuten abgebrochen. Egal, wir waren ohne weitere Überraschungen unterwegs, und nur das zählt!

Auch der nächste Tag bescherte uns wieder eine reine Motorfahrt. Der Strom schob uns ganz ordentlich mit bis zu 2 kn zusätzlich vorwärts. Um kurz nach 16 Uhr fiel unser Anker vor Port Klang, dem Haupthandelshafen und seeseitiges Einfallstor nach Kuala Lumpur. Trotz des nicht unerheblichen Schiffsverkehrs lagen wir eigentlich ganz ruhig und entspannt hier über Nacht.

Schiffe und Ladekräne bis zum Horizont

Am nächsten Morgen um 9 Uhr Anker auf. Wir wollten innen durch den Kanal von Port Klang und hofften auf reichlich Schiebestrom. Da hatten wir allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Kaum waren wir im Kanal, kam uns der Strom entgegen 😉   Irgendwie haben wir das mit der Strömung und der Tide, die hier jeweils nach eigenen Regeln schieben, noch immer nicht so ganz verstanden. Egal, irgendwann drehte dann doch der Strom in die richtige Richtung und wir kamen flott voran – natürlich unter Maschine. Es ist unglaublich, was hier an Frachschiffen, Containerriesen und Tankschiffen liegt und fährt. Alleine eine Pier ist über 6 km lang und hier liegt ein Schiff hinter dem anderen. Ladekräne, so weit das Auge reicht. Und draußen auf Reede liegen gefühlt weitere 100 Schiffe, die darauf warten, dass auch sie ran dürfen. Nach Verlassen des Kanals hielten wir uns vorsichtshalber innerhalb des ausgetonnten Fahrwassers, weil in diesem Bereich vor vielen Fischerbooten und Netzen gewarnt wird. Im ausgetonnten Fahrwasser fühlten wir uns hingegen sicher – bis auf einmal am Horizont jede Menge Fähnchen und Fender aufgereiht erschienen. Wo war der Anfang und wo das Ende? Mitten im Fahrwasser! Wohin nun? Ein Fischerboot kam auf uns zugerast und machte uns verständlich, dass wir hinter ihm her fahren sollen. Die Fischer führten uns außen um die Fahrwassertonne rum und dann wieder zurück ins Fahrwasser. Die haben hier überhaupt keine Hemmungen, ihre Netze einfach mitten im Fahrwasser zu versenken. Vermutlich kennen sie die Fahrpläne der dicken Schiffe und sobald der Weg frei ist, wird gefischt. Ein paar Slalomfahrten lagen noch vor uns. Irgendwann haben wir es dann gerafft, dass die Netze erst außerhalb der 10 m-Linie liegen. Also Taktikänderung, näher ran ans Ufer. Und tatsächlich, hier waren wir verschont von Fischern und Netzen. Hätten wir auch schon eher drauf  kommen können.

Fahrt durch einen Müllteppich

Die nächsten 2 Tage ging es wieder mit Motor weiter. Erschüttert waren wir über die Unmengen von Müll, die in diesem Gebiet im Meer treiben. Unglaublich! Man fährt durch einen Teppich von Unrat in allen Variationen und Größen. Pastik, Styropor, Flaschen, Dosen bis zum Horizont. Wir konnten uns gar nicht mehr beruhigen ob dieser Umwelt- bzw. Meeresverschmutzung.

…und noch mehr Müll

Weiter nördlich wurde es dann wieder  „sauberer“. Entweder gibt es hier nichts oder es ist schon so mikroskopisch fein gemahlen, dass man es nicht mehr sehen kann.

Am  Montag Nachmittag hatten wir dann unser nächstes Ziel Pangkor Island erreicht. Hier wollten wir für ein paar Tage in die Marina (welch ein Luxus), entspannen und Proviant einkaufen (mal wieder – ich glaube, wir futtern zu viel 😉

Die Zufahrt zur Marina ist ziemlich tricky. Auf unseren Seekarten ist die nicht verzeichnet, statt dessen ein Riff mit einer Tiefe von 0,60 bis 1 m, nichts für Meerbaer mit seinen 2 m Tiefgang. Wir wollten gerade außerhalb ankern und uns erst einmal schlau machen, da kam auch schon ein Serviceboot von der Marina angebraust, frage nach unserem Tiefgang und meinte, wie sollten ihm folgen. In der nicht markierten Zufahrt war das Minimum 0,60 m unter dem Kiel bei halber Tide. Wir haben zum Glück den Track aufgezeichnet, so kommen wir bei der Ausfahrt auch ohne Hilfe nicht in die Breduille.

In der Marina wurden wir direkt am Steg von 2 Helfern zum Festmachen in Empfang genommen und freundlich begrüßt. Im Office konnten wir dann auch endlich Ruz und James persönlich kennen lernen, die so nett waren und unser Ersatzteilpaket entgegen genommen und dann nach Malakka weitergeschickt hatten. Wirklich ein toller Service! Beide sind total nett und die Marina ist wärmstens zu empfehlen.

Zum Einkaufen ist es recht weit, aber Dank Grab (ähnlich wie Uber) kommt man flott und preiswert hin, wohin man möchte. Die Taxen und das Shoppingcenter sind alle tiefgekühlt. Sobald man aus dem Auto aussteigt (die Einstellung der Klimaanlage geht scheinbar nur auf „voll“ ) oder aus dem Shoppingcenter raus kommt, beschlägt erst einmal die Brille 🙂

Gleich bekommen wir noch 40 l Benzin für Außenborder und Generator geliefert und morgen früh gegen 9 Uhr geht es wieder weiter. Noch ca. 130 sm bis Langkawi. Das sollten wir in 3-4 Tagesetappen schaffen. Mal sehen, was uns auf dieser Strecke noch so erwartet. Gewarnt wird mal wieder vor Treibnetzen. Hoffen wir mal, dass wir uns nicht wieder eins einfangen.

 

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Zu früh gejubelt

Tja, so kann es kommen. Nachdem der Testlauf am Anker soweit in Ordnung schien, haben wir ganz entspannt noch 2 Tage Malakka genossen, haben für die Weiterfahrt ein paar Lebensmittel  eingekauft und am Dienstag früh ging der Motor an und der Anker hoch. Beim Losfahren dann nach kurzer Zeit erneut das Dilemma: kein Vortrieb mehr. Die Drehzahl ging hoch und der Speed runter. Jetzt waren wir aber schon unterwegs und hatten Segelwind. Also erstmal weiter, so weit wie wir kommen. Nach 12 sm war der Wind weg und wir versuchten, mit langsamer Motorfahrt in flacheres Wasser zu kommen. Nach 5 Minuten war das Getriebe 100 Grad heiß und vorsichtshalber machten wir Stopp. Wir hatten die 10 m Linie erreicht, das war flach genug.

Und dann ging die Leier wieder von vorne los: Starterbatterie wegbauen, weil im Weg, Getriebeöl absauben, Kardan vom Getriebe ab, Getriebe vom Motor weg, Getriebe raus ins Cockpit. Mittlerweile ist das Chaos an Bord nur noch halb so wild. Wir wissen genau, welche Werkzeuge wir brauchen und können die gleich zurecht legen.

Getriebe auseinander genommen  und dabei gemerkt, dass die Packungen etwas sehr eng waren. Also jeweils eine Distanzscheibe entfernt und wieder neu zusammengesetzt. Beim Einsatz ins Gehäuse die nächste Entdeckung. Die Antriebswelle hatte fast 1 cm Spiel. Das könnte zu viel sein. Also hier ein paar Distanzringe eingesetzt,bis das Spiel fast weg war, Trockentest: vorwärts läuft, rückwärts läuft, neutral auch ok. Also wieder das Teil eingebaut. Mittlerweile können wir das Aus- und Einbauen fast im Schlaf. Jeder Handgriff sitzt 😉

Nachdem frisches Öl aufgefüllt war, Starterbatterie wieder rein, 12 V an, Start. Es sah mal wieder so aus, als wäre alles in Ordnung. Feierabend. Stresstest am nächsten Morgen.

Und da war es auch schon wieder: in eine Richtung fing es an zu jaulen und nachdem wir die Drehzahl etwas erhöht hatten, wurde der Motor vom Getriebe fast abgwürgt. Was ist denn  nun schon wieder? So langsam muss ja mal gut sein.

Der nächste Gedanke war, dass wir uns vielleicht zusätzlich doch noch was im Propeller eingefangen haben. Bevor wie den ganzen Krempel wieder ausbauen, erst einmal checken. Zuerst ein Versuch, mit der GoPro am Besenstiel den Propeller zu inspizieren. Aber das Wasser war so trübe, da war gar nichts zu erkennen. Da ging kein Weg dran vorbei: eine(r) von uns muss runter tauchen. Das Los fiel auf die Bordfrau. Die ist schneller in den Tauchklamotten. Der Käptn bereitete derzeit den Generator und den kleinen Kompressor mit Schlauch und Oktopus vor, damit wir für den kurzen Tauchgang nicht auch noch das ganze Tauchgerödel mit Jacket, Atemregler und Flaschen usw. rauskramen mussten. Bis das ganze Zeug wieder trocken ist, dauert ewig. Das Wasser war so trübe, dass man noch nicht einmal den Rumpf erkennen konnte. Man (Frau) musste sich regelrecht an der Bordwand vorwärts tasten, um den Propeller überhaupt zu finden. Zu sehen war er erst ca. 10 cm davor. Und siehe da:

Ausgebremst

Dieses nette Teil war tatsächlich um den Propeller gewickelt. Zum Glück ging das ganz easy ohne Rückstände los. Ob es das war?

Jawoll!! Möglicherweise hat dieser Tampen schon von Anfang an drin gehangen und hat das Getriebe blockiert und die Feder zum Brechen gebracht. Kleine Ursache, große Wirkung.

Heute früh dann „Kaltstart“. Motor an, Anker hoch, vorwärts einkuppeln. Was jetzt? Wir fahren rückwärts. Rückwärts eingekuppelt: wir fahren vorwärts. Da ist doch irgendwas falsch rum eingebaut. Vermutlich der Schalthebel. Jetzt war es erstmal egal. Wir konnten auf jeden Fall fahren. Nur drauf achten: wenn wir vorwärts wollen, rückwärts einkuppelt und umgekehrt 😉

Wir hatten Segelwind und Schiebestrom von bis zu 4 kn (es ist gerade Vollmond). Den konnten wir ausnutzen bis um 14 Uhr. Wir hatten nach 20 sm die Admirals Marina Port Dickinson erreicht und den Anker davor versenkt.

Sobald der Motor und das Getriebe abgekühlt sind, geht es ans Werk: Batterie raus, Öl absaugen, das verdächtige Teil abmontieren und umgekehrt wieder festschrauben, Öl rein, Batterie anschließen und hoffen.

Natürlich hatte der Käptn keine Ruhe. Der Motor war noch lange nicht abgekühlt, da war er schon wieder beim werkeln. Und es hat sich gelohnt! Das war tatsächlich der Fehler und nun läuft alles in die richtige Richtung! Morgen geht es dann hoffentlich ganz entspannt weiter nach Norden. Jetzt ist erst einmal Feierabend, wir genießen den Abend bei einem kühlen Bierchen und einem Film aus der Konserve.

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Getriebereparatur mit Erfolg gemeistert!

Wir sind stolz wie Bolle. Das war aber auch ein hartes Stück Arbeit mit unvorhersehbaren Haken und Ösen.

Alles lief zuerst wie am Schnürchen. Dienstag die Teile in England bestellt, schon Donnerstag waren sie im Zoll in Malaysia. DHL Superservice. Dann kam der erste Haken. Der Zoll brauchte noch ein paar Papiere von uns, konnte aber in der Marina Pangkor, wo wir die Teile haben hinschicken lassen, niemanden erreichen. Nachdem auch am Freitag Nachmittag beim Tracking kein Fortschritt zu erkennen war, riefen wir vorsichtshalber bei DHL Malaysia an und fragten nach dem Stand der Dinge. Hier erfuhren wir dann auch, dass Papiere fehlten. Uns wurde ein Name und eine Telefonnummer gegeben, dort sollte doch bitte die Marina anrufen. Auf Umwegen kam dann auch der Kontakt zustande. Der Mitarbeiter der Marina, dessen Telefonnummer wir hatten, befand sich gerade im Urlaub. Zum Glück konnte er uns dann als Relais-Station dienen und den Kontakt zum Marina-Büro herstellen. Dann ging es ratzfatz. Kurz vor Feierabend am Freitag gingen unsere Papiere per Mail an DHL und der Zollprozess konnte fortgesetzt werden. Leider war mal wieder Wochenende und weder beim Zoll noch bei DHL passierte etwas. Montag dann Auslieferung an die Marina. Die nette Dame dort sagte uns zu, das Paket nach hier an die Marina Malakka weiter zu leiten, weil für uns einfach keine Chance bestand, mangels Wind  segelnderweise die fast 200 sm bis dorthin zu schaffen. Mittwoch wurde das Paket dann per Kurier angeliefert. Leider gerade zur Mittagszeit, da war niemand anzutreffen. Also wieder zurück zum Depot. Ein freundlicher Mitarbeiter der Marina gab uns später Schützenhilfe und telefonierte mit dem Kurierdienst. Das klappte dann auch und am Donnerstag morgens um 9.30 Uhr hatten wir die Ersatzteile endlich in Händen. Die Arbeit konnte beginnen. Vorsichtshalber hatten wir das Getriebe bereits ausgebaut und auseinander genommen. Den vermutlichen  Übeltäter konnten wir beim Ausbau auch schon identifizieren: eine gebrochene Feder.

Der Übeltäter: eine gebrochene Feder

Und los ging es mit dem Zusammenbau.  Ein Puzzle ist nichts dagegen. So ein Getriebe besteht aus mehr Einzelteilen, als man sich vorstellen kann. Am Nachmittag dann hatten wir alles zusammengesetzt, das 17 kg schwere Teil wieder in den Maschinenraum bugsiert, auf Position gebracht, festgeschraubt, den Kardan befestigt, Getriebeöl aufgefüllt und: Startversuch. Unsere Gesichter wurden immer länger. Weder der Vorwärts- noch der Rückwärtsgang brachten die Antriebswelle in Wallung. Wat nu? Feierabend mit Frust.  Morgen ist auch noch ein Tag und dann sind wir hoffentlich ausgeruht und bringen das Ding zum Laufen.

Am nächsten Morgen (gestern) dann wieder Öl abgelassen, Getriebe ausgebaut und noch  einmal auseinander genommen. Irgendwo war der Wurm drin. Nachdem wir das Getriebe noch zweimal auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt hatten, kam Rainer auf die Idee, die Kupplungsscheiben-Packungen (alt und neu) auszumesssen. Und siehe da: die neuen Teile waren jeweils 2,5 – 3 mm dünner als die alten. Kein Wunder, dass so kein Kraftschluß zustande kam. In unserer Verzweiflung haben wir dann einfach die alten Kupplungsscheiben wieder verwendet, einfach erst einmal um zu sehen, ob es tatsächlich daran lag. Und wirklich! Im Trockentest per Hand schien es zu funktionieren. Die alten Scheiben waren wohl doch nicht am Fehlverhalten Schuld, sondern lediglich die kleine gebrochene Feder. Jetzt also wieder zusammensetzen, einbauen, Öl rein, Motor an, Gang rein…. es funktioniert!!!! Vorwärts, rückwärts, neutral, alles super!!! Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Wir sind wieder fahrbereit!

Etwas Eigenlob muss sein: die ganze Aktion fand statt unter fast Extrembedingungen. Wir konnten nicht in die Marina, erstens wegen des fehlenden Antriebs und zweitens, weil die Zufahrt dorthin zu flach ist. Also musste die ganze Reparatur am Anker erfolgen, nur mit den vorhandenen Bordmitteln und Werkzeugen, teilweise unter Geschaukel, wenn gerade mal wieder eine Fähre vorbei brauste und für ordenlich Wellen sorgte.

Zur Belohnung gab es dann heute einen Touri-Tag. Zuerst zum Mittagessen zu McDonalds – da waren wir zuletzt vor über 4 Jahren und hatten so richtig Bock drauf 😉  Dann durfte natürlich eine Fahrrad-Rikscha-Tour nicht fehlen. Eine knappe Stunde mit einigen Halts an Sehenswürdigkeiten wurden wir mit Musikbeschallung durch die Gegend geradelt. Witzig.

Eine typische Touri-Tour mit der Fahrrad-Rikscha, witzig

Aus der Zeit, als die Holländer noch in Malaysia waren

Nach der Tour noch schnell in den Supermarkt, etwas Obst einkaufen, dann zurück zum Meerbaer. Nur die Wettergötter wollten nicht. Als wir aus dem Shoppingcenter raus wollten, regnete es wie aus Eimern. Normalerweise dauert so ein Tropenregen nicht lange, also abwarten. Nach 10 Minuten war der Schauer vorbei und wir auf dem Weg zum Dinghi. Auf halbem Weg kam der nächste Platzregen und wir flüchteten in die gerade am Weg liegende Konditorei und gönnten uns zum Abschluß unseres Ausflugs noch ein schönes Stück Torte und einen Cappuccino.

Torte mit Cappuccino – lecker!

Danach war dann auch endlich der Regen durch und wir konnten gemütlich zum Meerbaer zurück tuckern.

Geplant ist, am Montag auszuklarieren und am Dienstag dann Richtung Pangkor zu starten.

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Ein Tag zum Abgewöhnen

…zumindest bis zum frühen Nachmittag.

Mangels Wind hatten wir noch eine zweite Nacht vor Anker eingelegt. Für gestern war irgendwann am Tag etwas Wind angesagt, und den wollten wir nutzen, um einmal aus dem Fischereigebiet raus und auch ein paar Meilen weiter nach Norden zu kommen. Leider hatten die Götter – oder wer auch immer – vorher noch ein paar Überraschungen im Gepäck.

Morgens um 7.30 Uhr gab es ein merkwürdiges Schaben an der Bordwand. Ein hunderte Meter langes Fischernetz hatte sich um unsere Ankerkette und auch noch um den Meerbaer gewickelt. Schöne Bescherung. Weihnachten ist doch schon lange vorbei 😉

Am Abend vorher hatte uns schon  ein Fischer aus dem Gebiet vertreiben wollen. Dem konnten wir klar machen, dass wir ohne Maschine und ohne Wind keine Chance hätten. Das schien er verstanden zu haben, denn er dackelte wieder davon. Aber das hatte sich wohl bei seinen Kollegen nicht rumgesprochen. Auf jeden Fall muss irgendjemand sein Netz bei uns in der Nähe ins Wasser geworfen haben und das ist dann lustig mit dem Strom in uns rein getrieben.

Das Netz hatte uns eingefangen

Nachdem wir an Deck erschienen waren, kam auch gleich ein Fischerboot angebraust. Auch dem konnten wir klar machen, dass wir ohne Maschine nichts machen können. Also rief er uns zu, wir sollten doch das Netz kappen. Nicht mit uns! Kappt Euer Netz mal schön selber! Nicht, dass wir das dann auch noch bezahlen dürfen! Also kamen sie längsseits und hackten auf den Leinen rum, bis das Netz in der Tiefe versank.

Die Fischer kappen ihr Netz

Dann hauten sie wieder ab, lagen aber wohl in einiger Entfernung vor Anker. Ob zum Fischen oder zum Beobachten? Keine Ahnung. Auf jeden Fall hatten wir immer noch Reste vom Netz unter dem Boot hängen. Zum Glück haben wir einen Langkieler, bei dem Ruder und Propeller vor solchen Ereignissen weitestgehend geschützt sind. Die Netzreste hingen lediglich unter dem Kiel und nach vielen Versuchen war es uns dann auch tatsächlich gelungen, diese zu entfernen. Jetzt nichts wie weg hier. Ohne Wind? Wir machten das Dinghi klar, um uns damit aus der Gefahrenzone ziehen zu können. Da hatte Murphy noch einmal zugeschlagen. Der Aussenborder streikte. Nach zweimaliger Reinigung des Vergaser immer noch kein Erfolg. Nächster Verdacht: Wasser im Benzin. Also Tankinhalt durch einen Racorfilter in einen Kanister leeren, Tank trocknen und Benzin wieder zurück in den Tank. Und siehe da: der Motor lief ohne Mucken! Kleine Ursache, große Wirkung. Also konnte unsere Schleppfahrt beginnen. Murphy hatte immer noch seine Hand im Spiel. Wir waren gerade 10 Minuten unterwegs, setzte der versprochene Wind ein.  Wir konnten segeln – bis zu 6 kn schnell mit dem Dinghi an der Seite ;-(  Das hoppste dann auch munter an der Bordwand auf und ab. Keine Chance, es nach hinten zu versetzen. Da musste es jetzt durch. Wird schon gut gehen.

Das Dinghi zieht den Meerbaer vorwärts. 9,8 PS ziehen 18 Tonnen!

Und der Wind blieb uns tatsächlich bis kurz vor Malakka erhalten. Er drehte sogar im  Laufe der Zeit immer weiter und wir konnten zuletzt Malakka direkt anlegen. Für die letzten 3 sm durfte das Dinghi noch einmal mithelfen, weil der Wind dann doch etwas nachließ und der Strom kenterte und versuchte, uns auf den letzten Metern das Leben noch schwer zu machen. Um 19.30 Uhr fiel dann endlich unser Anker in den Schlick vor Malakka. GESCHAFFT!!!

Malakka in der Abenddämmerung

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Neues Jahr, neues Pech

Es fing ja so schön gemütlich an. Am 3. Januar ging es morgens gegen 10 Uhr raus aus der Marina und die Johor Straße runter und raus. Schon nach 14 sm fiel unser Anker in den Schlick. Der Wind war immer noch nicht da und der Strom stand ab da gegen uns. Da wollten wir nicht gegenan motoren. Wir hatten ja Zeit – dachten wir zumindest. Innerhalb von 3-4 Tagen wollten wir bis nach Malakka kommen, immer schön in Tagesetappen und wenn möglich mit Schiebestrom. Der Plan schien aufzugehen. Am übernächsten Tag (tags zuvor hatte es wie aus Eimern geregnet, da wollten wir nicht durch) ging es für weitere 21 sm weiter nach Norden. Ankern vor der kleinen Insel Pulau Pisang für die Nacht. In der Nacht hatte es wieder geschüttet, hörte aber glücklicherweise vor unserem Start um 8.30 Uhr schon auf und die Sonne kam zum Vorschein.

Schietwetter mehrmals täglich und/oder nachts

Also Anker hoch und segelnderweise mit Motorunterstützung weiter. Das ging leider nur zwei Stunden lang gut. Dann auf einmal ein komisches Schaben aus dem Motorraum, die Drehzahl ging kurz hoch und der Vortrieb immer weiter runter. Was sollte das denn? Käptns Blick in den Maschinenraum: Das Getriebe spinnt. Also Motor aus und Getriebe checken. Das Ergebnis: die Kupplungsscheibe für den Vorwärtsgang ist total verschlissen und das Getriebe gibt keine Kraft mehr auf die Welle. Rückwärtsgang ist ok, aber was nützt das? Wir können schließlich nicht die ganze Strecke rückwärts fahren.  Aber wir haben ja ein Segelboot. Also Segel raus und bei schlappem Wind und noch schiebendem Strom langsam weiter Richtung Malakka. Sind ja nur 70 sm auf direktem Weg. Nur leider hatten wir den Plan nicht mit den Windgöttern abgesprochen. Der Wind kam im Laufe des Tages immer mehr auf die Nase und wir mussten bei Schwachwind aufkreuzen. So lange der Strom mit uns war, ging das so einigermaßen. Wir mussten nur aufpassen, dass wir auf Westkurs nicht in die Hauptschifffahrtsroute rein kamen. Da zwischen den Dickschiffen ohne Motor und mit wenig Wind rumdümpelt ist nicht so angesagt. Also vorher durch die Wende gequält und auf dem anderen Bug weiter. Nach 6 Stunden war es vorbei mit Wind und Schiebestrom. Zum Glück ist es entlang der Küste relativ flach und bei Schwachwind ist es eigentlich egal, wo wir ankern. Also Anker runter und warten, ob der kommende Tag mehr und besseren Wind bringt. Zumindest hatten wir 18 sm auf der Uhr, davon allerdings nur 15 auf Kurs. Egal, jede sm zählt. Am nächsten Tag schafften wir dann tatsächlich weitere 25 sm im Zickzack. Gestern war dann nach 18 sm wieder Schluß. Vor uns reihte sich eine Fischfalle nach der anderen auf und die Sicht wurde immer schlechter. Da wollten wir nicht so wirklich rein treiben. Also ausserhalb  Anker runter und wieder abwarten. Es hatte sowieso geregnet – mal wieder – und wir hatten keine Lust mehr. Noch gut 35 sm bis Malakka. Mal sehen, wie lange wir dafür brauchen.

Der Plan war eigentlich, uns bis zur Pangkor Marina vorzukämpfen, aber das sind von Malakka aus noch immerhin 200 sm. Das scheint bei den Windverhältnissen gerade aussichtslos so sein. Die Ersatzteile für das Getriebe kommen aus England und brauchen ca. eine Woche, bis sie dort ankommen. Die Pangkor Marina ist sehr hilfreich und hat uns schon einmal die Daten zukommen lassen, die wir benötigen, um die Teile zollfrei geliefert zu bekommen. Ein Liegeplatz für die Reparatur wurde uns auch schon reserviert. Den werden wir wohl doch absagen müssen. Der neue Plan ist, vor Malakka zu ankern und die Teile per Flieger abzuholen. Die Inlandslfüge hier in Malaysia sind günstig und der Flug dauert nur etwas über eine Stunde. Dazu noch die Taxifahrt hin und her, das macht Sinn. Mit dem Bus würde es über 8 Stunden dauern, da käme dann noch eine Übernachtung dazu. Also auf nach Malakka – wenn der Wind uns läßt – warten, bis die Teile ankommen und dann ab zum Flughafen. Einer fliegt, der andere bewacht den Meerbaer, falls irgendein blödes Wetter kommen sollte.

Was wären wir ohne Internet? Auch noch 5 sm weg von der Küste reicht das Signal, um Kontakt zur Marina und zum Händler aufzunehmen. Nicht alles ist schlecht im WWW 😉

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