Erster Schuss ist gesetzt.

In drei Wochen sind wir durch die zweite Impfung immunisiert. Geht hier in Neuseeland sehr entspannt und gesittet ueber die Buehne. Wie ueberhaupt die ganze Corona- Geschichte sehr konsequent gehandhabt wurde und wird. Zum Beginn der Pandemie sehr beherzte und konsequente Massnahmen. Hier gibt es weder “ Querdenker“ noch entsprechende „Demos“. Klar gibt es auch in dieser Gegend Menschen, die mit den staatlich verordneten Massnahmen unzufrieden sind. Aber das ueberzogene Geschrei wie in Europa gibt es hier nicht. Wir als „festliegende“ Bootsauslaender fuehlen uns sehr gut aufgehoben hier im Lande. Die Visa- und Zollangelegenheiten werden sehr grosszuegig gehandhabt. Wir bekommen zu diesem Zeitpunkt, wie die ganze Bevoelkerung, ein kostenloses Angebot, uns gegen Covid impfen zu lassen. Was wir natuerlich annehmen, wollen wir damit unseren Solidarbeitrag gegen diese weltweite Pandemie leisten. Aengste vor Impfungen haben wir persoehnlich keine, schliesslich sind wir schon seit Jahrzehnten mit Impfungen weltweit unterwegs. Insgesamt sind wir dem Land Neuseeland gegenueber sehr dankbar fuer den hier geschaffenen „sicheren“ Hafen.

In three weeks we will be immunised by the second vaccination. Here in New Zealand, the process is very relaxed and orderly. Just like the whole Corona story has been and is being handled very consistently. At the beginning of the pandemic, very courageous and consistent measures were taken. Here there are neither „lateral thinkers“ nor corresponding „demos“. Of course, there are also people in this region who are dissatisfied with the measures imposed by the state. But there is no exaggerated shouting like in Europe. We, as „fixed“ boat foreigners, feel very well taken care of here in the country. Visa and customs matters are handled very generously. At this point, like the rest of the population, we get a free offer to get vaccinated against Covid. Of course we accept, as we want to contribute our share against this worldwide pandemic. Personally, we have no fear of vaccinations, after all, we have been travelling the world with vaccinations for decades. All in all, we are very grateful to the country of New Zealand for the „safe“ haven created here.

 

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4 Tage Ausgangssperre

Nein, nicht wegen Corona, sondern:

Ein dickes Tief hat sich vor 2 Tagen an die Ostküste der Nordinsel angehängt und will einfach nicht weiterziehen. Und das heißt: jede Dinghifahrt Richtung Land wird zum Badespaß. Für die Bay of Islands sind Wellenhöhen von bis zu 5 m vorhergesagt. Zwar kommen die zum Glück nicht bis zu unserem Ankerplatz, aber Böen bis 40 kn würde das Wasser lustig ins Beiboot schaufeln, da kann man noch so schnell oder so langsam fahren, keine Chance auf eine trockene Überfahrt. Also gibt es Haus- bzw. Bootsarrest.

Am Donnerstag soll der Spuk vorbei sein, aber das nächste Tief steht schon in der Tasmansee in den Startlöchern. Diesmal soll der Wind zur Abwechslung aus der anderen Richtung kommen. Also Donnerstag noch schnell rüber nach Paihia auf den Markt und in den Supermarkt und dann wieder husch, husch, ins Körbchen bzw. in die Pomare Bay. Die hat sich bei fast allen Windrichtungen als hervorrangender Schutz erwiesen. Lediglich Wind aus NW kann etwas unruhig werden. Aber wenn man sich tief  genug in die Bay verzieht, ist auch das halb so wild.  Wir sind vorbereitet.

Gestern hatten wir zum ersten Mal in diesem Jahr unseren Ofen den ganzen Tag über brennen. Seit Tagen haben wir nur südliche Winde und die bringen nicht mehr ganz so angenehme Temperaturen mit sich. Aber was soll der Geiz, es wird Winter.

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Zeit für die Winterdecken

Wir sind ja nach 6 Jahren Tropen / Subtropen mittlerweile zu Frostköteln mutiert. Deshalb gibt es ab heute, nachdem wir die Wettervorhersage für die kommende Woche gesehen haben, wieder unsere muckeligen Daunendecken.

es wird so langsam frisch in der Nacht

In den nächsten Tagen werden wir auch unseren Reflex-Ofen wieder zum Leben erwecken. Zumindest morgens beim Frühstück ist es doch schon recht kühl und wenn sich demnächst die  Sonne tagsüber rar machen sollte, können wir die Wärme dann auch abends gut gebrauchen. Ganz abgesehen davon, dass wir so auch die Luftfeuchtigkeit gut nach draussen transportieren können.

Ansonsten nix Neues auf dem Meerbaer. Achso, ja doch: unsere große Solarzelle hängt wieder da, wo sie hin gehört: achtern auf den Davits.

Da hängt sie wieder (meistens ohne Abschattung)

Nachdem uns ja vor einigen Wochen eine der beiden weggeknackt war, haben wir uns eine neue besorgt und vorsichtshalber bei beiden eine Verstärkung einschweißen lassen. Jetzt dürfte die Angelegenheit stabil genug sein und auch das Dinghi sicher am Platz halten.

Vorübergehend hatten wir die Solarzelle auf dem Aufbau montiert, aber jedes Mal, wenn Meerbaer schwoite oder die Sonne so langsam über den Horizont auf die andere Seite wanderte, mussten wir den Großbaum schiften, um Abschattungen zu vermeiden. Das Thema ist ja jetzt zum Glück durch.

Zum leidigen Thema Corona: Hier ist alles total entspannt. Es gibt keine aktuellen Fälle dank der restriktiven Abschottung nach außen. Es ist bisher gerade mal einmal 1 % der Bevölkerung geimpft. Zuerst nur die „Frontarbeiter“, wie medizinisches Personal und Mitarbeiter an den Grenzen wie z.B. Zoll.  Wenn man den Medien glauben kann, dann sind wir in Gruppe 3 (65 Jahre und älter) ab Ende Mai dran. Und das selbst als Ausländer kostenlos. Auch wenn es später werden sollte, kein Problem. Wir warten ab. Wir haben ja nix auszuhalten und wir fühlen uns hier in Neuseeland sicher und gut aufgehoben. Die Immigration hat unser Visum erst einmal bis Ende September verlängert. Vor Ablauf werden wir einen neuen Antrag stellen und hoffen, dass wir dann endlich im Mai nächsten Jahren wieder weiter segeln dürfen.

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Tsunami-Alarm

Unser Plan war, nachdem gestern unser Marktbesuch in Paihia wegen des schlechten Wetters – was dann doch nicht gekommen ist – ins Wasser gefallen war, heute unseren Wocheneinkauf nachzuholen.

Aber erstens kommt es  anders, zweitens als man denkt. Kaum hatten wir unsere Telefone nach der Nachtruhe aktiviert , plärrte gleich der Alarm los. Zuerst dachten wir, schon wieder Covid 19-Alarm. Kennen wir doch schon. Vermutlich ist mal wieder einer in Auckland positiv getestet worden und Auckland geht wieder auf Stufe 3. War aber nicht. Heute mal Tsunami-Alarm mit Evakuierungsanordnung. In der Nacht gab es bei den Kermadec-Inseln, ca. 700 km weit draußen vor Neuseeland, drei dicke Erdbeben von Stärken bis 8,0. Vorher auch schon ein paar kleinere Erdbeben vor der Ostküste von Neuseeland. Der Alarm galt fast für den gesamten westlichen Südpazifik.

Solche Tsunami-Wellen haben eine irre Geschwindigkeit und da wir nicht wussten, ob die nun wirklich unterwegs sind und wenn ja, wo, sind wir gleich ohne Frühstück raus aus der Bay of Islands, bis wir auf einer Wassertiefe von fast 100 m waren. Da fühlten wir uns recht sicher. Und wir waren nicht alleine mit dieser Entscheidung. Es gab einen regelrechten Exodus aus der Bay.

Nix wie raus aus der Bay (das rote AIS-Signal sind wir)

In der Marina wurden die Leute aufgefordert, ihre Schiffe zu verlassen und höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Das Marina-Büro war ebenfalls geschlossen und die Mitarbeiterinnen „auf der Flucht“.

Zum Glück hatten wir heute wunderschönes Wetter mit wenig Wind und so sind wir dann auf der 100 m-Linie segelnd hin und her getrödelt, bis dann gegen 14 Uhr die Entwarnung kam.

Und wir sind dann tatsächlich noch zu unserem Einkauf in Paihia gekommen und können uns morgen wieder verpieseln. Ein paar Tage müssen wir uns noch in der Bay aufhalten. Wir warten auf unsere polizeitlichen Führungszeugnisse aus Deutschland, die wir für unsere Visa-Verlängerungen brauchen und ausserdem bekommen wir ein neues Besan-Segel, das hoffentlich in der kommenden Woche endlich fertig ist. Das alte Segel hatte sich nach „nur“ 24 Jahren in seine Bestandteile zerlegt und war nicht mehr zu reparieren.

Hoffen wir mal, das die Spannung aus der Erdkruste jetzt raus ist und wir für die nächste Zeit Ruhe vor Erdbeben und Co. haben werden.

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Keine Geduld – und Zeit schon mal gar nicht

Jetzt haben wir die Sache doch noch selbst in die Hand genommen. Nach einem Telefonanruf heute Mittag bei der Spedition, ob denn nun unsere Batterien, die laut Tracking bereits in der Nacht um 3 Uhr in Whangarei angekommen sein sollen, nun auch auf dem LKW Richtung Opua sind, hieß es natürlich: „nein, die gehen erst Montag raus und sind dann gegen Nachmittag da“.

So eine Sch… aber auch. Wenn die Montag Nachmittag erst ankommen, müssen sie noch eingebaut werden und dann wenigsten 24 Std. am Ladegerät hängen. Dann ist es Dienstag Abend. Ausserdem soll es  ab Montag den ganzen Tag schütten wie aus Eimern und der Wind soll kräftig zulegen. Das hieße dann, Marinaaufenthalt bis Mittwoch oder Donnerstag, bis sich das Wetter wieder beruhigt hat. Nee, keine Lust drauf!

Kurzerhand haben wir uns deshalb entschlossen, uns schnell noch ein Auto zu mieten und die Batterien in Whangarei bei der Spedition abzuholen. Das hat dann auch prima geklappt. Um 18 Uhr waren wir wieder an Bord, alte Batterien raus, neue rein – die Kabel passen zum Glück – und jetzt sind wir fertig. Nicht nur mit der Arbeit sondern auch körperlich. Wir sind halt auch nicht mehr die Jüngsten 😉

Unser Marinaaufenthalt verkürzt sich jetzt auf Sonntag. Dann geht es wieder raus auf unseren Ankerplatz in der Pomare Bay. Da werden wir das Schietwetter aussitzen. Alles besser als in der Marina, wo der Wind auch noch von achtern kommen soll.

Wir sind zufrieden!

 

Mit neuer Energie versorgt

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Unerwarteter Marina-Aufenthalt

Wollten wir eigentlich ja gar nicht. Marina-Leben ist bekanntermassen nicht so wirklich unser Ding – ganz abgesehen von den Kosten.

Aber nun hat es uns kalt erwischt. Unsere Bordbatterien geben so nach und nach ihren Geist auf. Also müssen neue her. Dienstag in Auckland bestellt. Sollen „in a couple of days“ ankommen. Was auch immer das heißen mag. Nur leider sind wir derzeit in der Bay of Islands und da dauert es halt immer etwas länger. Weil die Batterien zusammen ca. 140 kg wiegen, kommen die per Spedition und die liefern erst einmal nach Whangarei ins Verteilerzeintrum, packen dort um und danngeht es (irgendwann – vielleicht muss erst der LKW voll werden? -) weiter Richtung Norden.

Laut Tracking-Information wurde die Lieferung am Dienstag Mittag zur Abholung avisiert. Und das ist auch der letzte Stand. Heute ist Donnerstag und das Wochenende steht vor der Tür.

Telefonat mit der Spedition: wird heute noch abgeholt.

Telefonat mit dem Händer: ist heute Mittag abgeholt worden

Laut Tracking ist aber nichts passiert. Wer erzählt hier die schönsten Märchen?

Unser Problem ist nun leider, wir müssen in die Marina. Wenn die Batterien noch weiter in die Knie gehen, kann es passieren, dass unsere Ankerwinsch wegen Unterspannung aussteigt und dann müssten wir 30 m Kette und den 35 kg schweren Anker von Hand hochzerren. Mal ganz abgesehen davon, dass auch unser Kühlschrank und im schlimmsten Fall unsere Wasser- und Toilettenpumpe aus dem gleichen Grund streiken. Keine tollen Aussichten. Also haben wir in den sauren Apfel gebissen und uns in die Bay of Islands Marina ins Workingdock verholt. Mal sehen, wie lange wir hier bleiben müssen.

Ein seltener Anblick: Meerbaer in der Marina

 

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Wasser ist zum waschen da..

Zähneputzen würde ich auf keinen Fall damit. Es geht um das Küstengewässer von Neuseeland. Ostküste von Great Barrier Island bis Bay of Islands. Nach fünf Monaten im Wasser mussten wir heute unseren Bootsrumpf vom Bewuchs befreien. Was für ein Desaster, Barnackles von drei bis zwölf Millimeter, mehr oder weniger dicht an dicht. Der Propeller schon wieder dick bewachsen. Mit zwei Leutchen und Flaschen schafften wir es nicht, alles zu entfernen.  Unglaublich! Die Krönung kam allerdings noch. Freunde mit einem Aluschiff liegen in der Nähe. Haben uns gebeten, ihren Wassereinlass für den Motor frei zu machen. Mit der Restluft in der Tauchflasche eben mal rüber. Ich dacht mich trifft der Schlag. Ein Riff starrte mich unter der Wasseroberfläche an. Mehrere Zentimeter dick ist das Unterwasserschiff bewachsen. Und das  sage und schreibe SECHS Wochen nach frisch gestrichenem Anitfouling. Ob das wohl mit der hervorragenden Wasserqualität zusammenhängt? Sicher aber auch mit der Qualität der Unterwasserfarbe. Ich glaube, die gibt es nur, um den Herstellern die Taschen zu füllen. Bestimmt nicht, um Bootsrümpfe vor Bewuchs zu schützen.

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