Abschied von Claus

Am letzten Samstag hat sich unser guter Segelfreund Claus auf seine letzte Reise begeben. Es war zwar sein Wunsch, auf diese Weise abzutreten, nämlich auf seiner Segelyacht „Julia“, aber sicherlich noch nicht so bald. Wir wünschen ihm auf seinem letzten Törn alles Gute. Wir werden ihn vermissen.

So behalten wir ihn in Erinnerung. Immer fröhlich, immer hilfsbereit. Ein richtiger Freund.

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Der Kutscher kennt den Weg…

… oder : only steel is real!!!

Da wollten wir heute früh ganz entspannt zum Wasser tanken und dann gemütlich auf den Ankerplatz. So weit, so gut. Nachdem der Wassertank wieder randvoll war, Leinen los und zwischen den Liegeplätzen und dem Breakwater Richtung draußen. Wir sind gerade kurz vor der Ausfahrt, wo man mit dem Dinghi anlanden kann, da kommt einer der Austernfischer mit voll Speed angerauscht. Er sieht nicht links und und rechts, weil der die Tour ja mehrmals am Tag macht und sein Boot den Weg ja von alleine kennt, und brettert voll auf uns zu. Rückwärtsgang rein und rufen hilft nicht viel. Nachdem der Austernfahrer endlich mal aufgesehen hat und gemerkt hat, dass er wohl doch keine Vorfahrt hat, haut auch er den Rückwärtsgang rein. Da die Schute aber nur einen Aussenborder hat, blieb der Erfolg eher aus. Dazu kam noch das auflaufende Wasser und der Wind für ihn von achtern. Er driftete zum Glück mit etwas weniger Fahrt voll mit seiner Spitze in unsere Seite.

Etwas Spachtel und Farbe, und gut ist wieder

Hätten wir einen Plastikdampfer, dann säh das aber ganz anders aus! So haben wir „nur“ eine dicke Macke im Stahl, die mit Spachtel und Farbe ausgebügelt werden kann. Das reicht jetzt an Aufregung für die nächsten Tage. Gleich geht es in Paihia auf den Farmers Markt (wir hoffen, der findet statt und fällt nicht aus wegen Covid19).

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4 1/2 Monate an Land sind definitiv genug

Als wir Mitte März beim Norsand Boatyard an Land gegangen sind, haben wir uns nicht träumen lassen, dass aus den geplanten 6-8 Wochen viereinhalb Monate werden sollten. Covid 19 hat uns einen gewaltigen Strich durch unsere Planung gemacht. Aber egal. Wir sind seit Mittwoch Nachmittag endlich wieder im Wasser und freuen uns wie Bolle.  Die letzten 3 Tage waren dann doch noch etwas stressig, weil einem ja meistens im letzten Moment noch einfällt, was man „mal eben“ noch machen könnte.

Meerbaer auf dem Weg ins Wasser

Um 13 Uhr am Mittwoch ging es dann endlich los. Meerbaer wurde mitsamt Gestell ins Wasser geschubst und erst noch ein wenig schräg festgesetzt. Hochwasser war erst um 15 Uhr und wir hatten noch nicht genug Wasser unter dem Kiel. Die Yard-Mannschaft ging zum Lunch und wir konnten in aller Ruhe checken, ob alles dicht war bzw. funktionierte. Unser guter alter Mr. Perkins sprang auch sofort und ohne Mucken an. Alles bestens. Um 14:15 Uhr schwammen wir dann endlich auf und konnten rückwärts raus auf den River. Zuerst mal für ein paar Tage in die Urquartsbay zum Entspannen. Das haben wir echt nötig. Es sind auch noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, bevor wir dann, sobald der Wind Mitte kommender Woche auf südliche oder westliche Richtung dreht (drehen soll), in die Bay of Islands segeln können.

Eigentlich wollten wir noch eine neue Kuchenbode nähen, weil die alte zum Einen nicht mehr an das neue feste Dach passt und zum Anderen auch schon alt und ziemlich ramponiert ist.  In der Annahme, dass es ja eine neue gibt, hatten wir uns am Anfang des Landaufenthaltess auch nicht so wirklich in Acht genommen und da hat sie noch mehr gelitten. Aber wie das Leben so spielt, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Während des Lockdowns konnten wir kein Material kaufen und danach spielte das Wetter nicht mehr so richtig mit, um tagelang ohne Schutzplane zu sein. Deshalb dann die Entscheidung: die alte Kuchenbude wird passend umgefrickelt und muss noch über den Winter halten. Erst im Frühjahr oder Sommer, wenn mit stabileren Wetterverhältnissen zu rechnen ist, kommt das Projekt „Neu“ dran. Bei 25 kn Wind und immer wieder einem Regenschauer fummeln wir den Anschluß der alten Kuchenbude an die neue „Hütte“ zurecht. Sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus, dafür, dass es das erste Mal ist, dass wir so etwas machen.  Auf jeden Fall ist alles dicht, das ist die Hauptsache. Und jetzt genießen wir erst einmal die freien Tage ohne Pläne und Termine. Die Heizung läuft und es ist schön muckelig warm im Schiff.

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Wenn das Wetter mitgespielt hätte…

…würden wir übermorgen endlich wieder ins Wasser können. Aber leider wurden wir mal wieder total ausgebremst. Zuerst durch den Lockdown wegen Corona – wir hatten am letzten Tag der „Freiheit“ Mitte März noch schnell Vorstreichfarbe und Lack gekauft. Nur leider war die Vorstreichfarbe uralt und hatte eine dicke, feste Schicht oben auf. Umtausch nicht möglich, weil eben alles geschlossen. Also nix mit Boot streichen. Das Wetter wäre ideal gewesen. Wochenlang strahlender Sonnenschein und kein Regen. Jetzt haben wir seit Längerem alles zusammen und was ist? Aprilwetter vom Feinsten. Im 5-Minuten-Takt Regen – Sonne – Regen. An manchen  Tagen  auch mal stürmischer Wind dabei.

Der nächste Schauer ist schon im Anmarsch

Der Rumpf ist zum Glück mittlerweile lackiert. Wir hatten einmal zwischendurch für 3 Tage Sonne. Das Antifouling konnten wir im Akkord innerhalb von 3 Stunden aufpinseln. Kaum fertig, kam der nächste Regen. Glück gehabt 🙂 . Die neue Solarzelle ist seit heute auch  montiert. Der Anschluß kommt gleich dran. Unser neues „Dach“ ist fest und solide, die Scheiben mit viel Fluchen und Schimpfen „eingematscht“ und dicht. Nur die geplanten Canvas-Arbeiten stehen noch an. Das gibt noch einen weitern Akt. Ohne „richtige“ Segelnähmaschine eine echte Herausforderung. Unsere alte Singer Haushaltsmaschine geht bis an ihre Grenzen und teilweise darüber hinaus. Wird schon irgendwie funktionieren. Dadurch, dass wir unseren Wasserungs-Termin um eine Woche verschoben haben, bleibt ja noch ein wenig mehr Zeit zum Frickeln. Wäre nur schön, wenn es endlich mal länger trocken bliebe, damit wir die dicke Plane, die seit Wochen als Regenschutz über das Cockpit gespannt ist, endlich abnehmen in aller Ruhe die Teile anpassen können.

Hoffentlich kann die Plane bald weg

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Eine Bootslänge entscheidet…

…über Wohl und Wehe. Um gerade um diese Bootlänge sind wir der Katastrophe gestern Abend entgangen.

Den ganzen Nachmittag über zogen schon diverse Gewitter über uns hinweg mit mal mehr,  mal weniger starkem Regen. Ein Grund mehr, sich bei laufender Heizung einzumuckeln und einen Film anzusehen. Um  ca. 19 Uhr legten Wind und Regen zu und Rainer meinte, das wären aber wohl mehr als die angesagten 20 Knoten Wind. Kaum ausgesprochen, riss sich eine der Planen los, die wir als Regenschutz über das Cockpit gezogen hatten und wir spurteten nach draussen, um sie wieder einzufangen. Der Wind jaulte und der Regen peitschte auf uns ein. Nachdem wir endlich die Plane wieder gebändigt hatten, verzogen wir uns schnell wieder nach drinnen, um uns trocken zu legen und den Film zu Ende zu sehen.

Irgendwann klingelte das Telefon und Thomas fragte uns, ob wir alles gut überstanden hätten. Klar, wir sind nur nass geworden. Er meinte, es wären ja einige Schiffe in Sturm umgefallen und auf dem Boatyard herrsche das Chaos. Wir sahen uns nur verdutzt an und gingen erst mal nach draussen. Jetzt erst sahen wir die Bescherung. Unser Nachbar, der die besagte 10 m hinter uns stand, lag voll auf der Seite. Draussen funzelten einige Leute mit Taschenlampen rum und man konnte schemenhaft erkennen, was passiert war. Nachdem wir uns bei Claus erkundigt hatten, ob bei ihm alles in Ordnung sei, haben wir uns dann mit Taschenlampen bewaffnet draußen getroffen und einen Rundgang gemacht. Da ist uns dann erst so richtig bewusst geworden, wie nahe das an uns vorbei gezogen ist. Es hieß, es seien 2 Tornados gewesen mit Spitzengeschwindigkeiten von ca.  170 kmh. Und das nur für einige Senkunden. Die haben aber gereicht, um alles durcheinander zu wirbeln.

Heute Morgen haben wir dann den Rundgang mit Fotoapparat gemacht, um das Desaster auf Bildern festzuhalten.

Domino-Effekt

Eien Dinghi hängt hoch oben im Besanmast

Trotz Wochenende waren alle Boatyardmitarbeiter anwesend, um mit den Aufräumarbeiten und der Sicherung der umgefallenen Boote zu beginnen. Ab Montag wird es dann hier wohl so richtig los gehen.

MEERBAER steht noch fest und sicher

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Die Heiz-Saison ist eröffnet

Heute Nacht sollen es nur 8 Grad werden und da wir an Land stehen, ist das für uns die Referenz. Also erst mal den Ofen checken: Ist alles sauber? Kommt Sprit? Sind die Leitungen dicht? Ist genug Wasser in den Heizkörpern? Läuft die Umwälzpumpe?

Einiges davon haben wir schon vor ein paar Tagen erledigt. Vor allen Dingen haben wir jetzt endlich eine Verlängerung für das Ofenrohr. Für 50 NZ$ mal eben passend gefertigt.

Die neue Ofenrohr-Verlängerung

Und siehe da: direkt die erste Zündung klappt! Die Säuberungsaktion der Leitungen und des Reglers hat sich gelohnt und mit dem neuen Ofenrohr ballert der Ofen wie noch nie.

Er brennt!!!

Wir sind begeistert! Jetzt kann es kälter werden.

 

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Neues aus dem Arbeitslager

Jetzt stehen wir schon seit 5 Wochen mit Meerbaer an Land und werkeln so vor uns hin. Dank Corona-Pandemie haben wir noch nie so entspannt auf dem Hardstand gearbeitet. Wir teilen uns die vorhandenen Materialien sorgfältig ein, damit es keinen Leerstand gibt. Das klappt eigentlich ganz gut. Die Löcher im Rumpf sind immer noch da, weil wir derzeit keinen Stahl kaufen können. Macht nix, da läuft nix rein und die Löcher laufen auch nicht weg. Dafür hat der Käpt’n schon fleißig die Vorpiek entrostet und den Rumpf vom Unterwasserschiff abgeschliffen. Die Bordfrau war auch nicht untätig. Die Bilge unter den Betten war ja schon soweit fertig, jetzt sind auch schon alle Schranktüren abgeschliffen und neu lackiert, die Schränke innen neu gepinselt, bis die Farbe zur Neige ging – Fortsetzung folgt.  An Innenarbeiten sind als Nächstes die Wände im Salon dran: schleifen und lackieren und zu guter Letzt kommen die Bodenbretter dran. Danach müssen wir dann „nur noch“ Rumpf und Deck lackieren und das Unterwasserschiff mit Antifouling malen. Ach ja, und dann ist da ja noch das Großprojekt „Dodger“. Wir wollen ja die olle Sprayhood durch ein festes Dockhaus ersetzen. Ihr seht, es gibt noch reichlich zu tun.

Drecksarbeit

Aller Voraussicht nach wird Neuseeland ab kommendem Mittwoch von Corona-Stufe 4 auf Stufe 3 zurück gehen und es darf vorsichtig wieder öffentlich gearbeitet werden. Wir hoffen, dass wir dann auch endlich unseren Stahl bekommen und die fehlende Farbe kaufen können.

Ansonsten haben wir hier in Neuseeland bei der Corona-Pandemie weiter nichts auszuhalten. Selbst die Schlangen vor den Supermärkten sind kürzer geworden. Vermutlich haben die Leute gemerkt, dass es an nichts mangelt. Es ist alles zu bekommen und die Preise sind auch nicht höher als vorher.

Wenn alles so läuft wie geplant, werden wir wohl so Ende Mai mit den Arbeiten fertig sein und dann hoffentlich wieder Wasser um uns rum haben. Die Immigration hat unsere Visa automatisch bis Ende September verlängert und was danach kommt- abwarten. Wir haben uns auf jeden Fall darauf eingestellt, den Südwinter hier zu verbringen. Irgendwie freuen wir uns schon drauf.

 

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