Zu den Azoren  – Tag 11

Wir schleichen gemütlich weiter. Nachdem wir in den letzten Tagen einmal 48 Stunden und einmal 12 Stunden am Stück motoren mussten, weil wir totale Flaute hatten, können wir seit (ich glaube, 2 Tagen – die Zeit verwischt irgendwie und ist total egal), wieder segeln. Nicht gerade flott, dafür aber entspannt. Zwischen 2.5 und 4 kn, meistens um die 3 kn. Hauptsache, die Richtung stimmt. Noch ca. 230 sm bis Ponta Delgada.

Heute hat es noch unsere Aries erwischt. Die Windfahne hing auf einmal so komisch schräg und bei näherem Hinsehen stellen wir fest, dass sie nur noch an den Steuerseilen und der Sorgleine vom Ruder hing. Irgendwie muss sie sich aus der Halterung raus gearbeitet haben. Wir konnten zum Glück das Ruder demontieren und die Aries wieder halbwegs befestigen, können sie aber erstmal nicht benutzen bzw. reparieren, bis wir in der Marina fest liegen. Glücklicherweise sind wir eh mit Autopilot unterwegs, weil die Aries bei dem geringen Tempo zu große Ausschläge beim Steuern macht. Der Autopilot steuert auch bei niedriger Geschwindigkeit exakter.

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Neumond und Meeresleuchten

Noch vor einigen Tagen waren wir uns einig, in naher Zukunft keine Langstrecke mehr zu segeln. Bei bis zu fast 30 kn Wind, hoch am selbigen. Nie gehabte Wassermengen im Cockpit. Salzverkrustet der ganze Dampfer. Mehrere Salzwasserduschen mit Klamottenwechsel. Blaue Flecken von Rumgeschubse im chaotischen Seegang. Selbst Klogänge wurden zum Balanceakt, vom Kochen ganz zu schweigen. Dazu heute, und auch gestern schon Kaffeesegeln von Feinsten. Und als Krönung heute Nacht Meeresleuchten. Meerbaer zieht eine Silberbahn durchs Wasser. Leider nicht zu foto.grafieren. Aber im eigenen Bildspeicher abgelegt. Vergessen alle Vorsätze und Ansagen. Segeln und leben auf dem Ozean ist einfach schön.

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Das Azorenhoch

Jeder kennt es, zumindest dem Namen nach. Tausendfach gehört am Ende der Nachrichten im Fernsehen und im Radio. Dieses Hochdruckgebiet liegt im Moment südlich der Azoreninseln. Kern 1024 mb und mal größer mal kleiner in der Ausdehnung. Im Moment hat es die Ausdehnung von Nord nach Süd um ca. 500 sm. West – Ost um 1000 sm. Tja, da stecken wir jetzt drinne. Wind? Pustekuchen! Ein Hauch, mal aus Nord mal aus Nordost. Nie mehr wie 2 kn. Zu wenig, um unsere 17 t zu bewegen. Leider werden wir den Großteil der Strecke mit unserem Mr. Perkins bewältigen müssen. Verhagelt doch tatsächlich unsere gute Ökobilanz. Jede Stunde pusten wir 2 Liter feinsten Dieselkraftstoff durch den Auspuff. Pfui, kann man da nur sagen. 😮

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Zu den Azoren  – Tag 5 und 6

Wie erwartet, ist der Starkwind durch. Heute früh um 4 Uhr konnten wir ausreffen und von da an ging es stetig abwärts mit dem Wind und dem Speed. Wir hatten ja gehofft, uns an dem Hochdruckkern vorbeischleichen zu können, sind aber wohl doch zu nah dran. Im Laufe des Vormittags konnten wir etwas Nord gut machen, aber jetzt in der Nacht stimmt die Richtung nicht so wirklich. Wir sind wieder in Richtung Neufundland unterwegs. Mal abwarten, wann der Wind gnädigerweise auf Ost zurückdreht und wir wieder die Azoren voraus haben. Im Moment treiben wir nur noch mit einem Knoten voran. Solange die Segel nicht wieder anfangen, nervtötend zu schlagen, bleibt der Motor erstmal aus.

Auf jeden Fall genießen wir jetzt die Ruhe an Bord. Endlich konnten wir uns wieder eine Dusche gönnen. In den letzten Tagen war die Körperpflege doch etwas ins Hintertreffen geraten, wo wir ja schon froh waren, uns die Zähne unfallfrei putzen zu können.

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Zu den Azoren  – Tag 2 bis 4

Und die wilde Jagd geht weiter. 20 bis 25 kn Grundwind plus dicke Böen, dazu Wellen, die nicht zu verachten sind.  Meerbaer donnert am Wind mit 6 bis 7 kn da durch. Und die Crew übt sich im Bergsteigen bei der Schräglage und dem Gehoppse. Kochen, Abwasch und der Gang zur Toilette sind zu Turnübungen mutiert. Angeblich soll der Spuk morgen vorbei sein und der Wind moderater werden. Wir lassen uns überraschen und halten durch.

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Zu den Azoren – Abfahrt und Tag 1

Freitag Mittaz um 12 Uhr waren wir soweit. Auf zu den Azoren!

Am Mittwoch hatten wir noch zwei Taucher bestellt, die haben die restlichen Entenmuscheln und den mittlerweile in der Marina gewachsenen grünen Belag von Unterwasserschiff gekratzt, den Propeller von Bewuchs befreit und die Logge wieder gängig gemacht. Donnerstag haben wir noch letzte Einkäufe erledigt, den Meerbaer zwei Stunden lang nochmal mit dem Hochdrockreiniger bearbeitet, Freitag früh ausklariert, nochmal am die Marina-Tankstelle ran, 300 l Diesel nachgefüllt  – fertig.  Leinen los!

Der neue Autopilot läuft prima, steuert ruhig und verbraucht weniger Strom als der ate. Sehr erfreulich!

Weil der Wind ziemlich nördlich kam, sind wir unten um San Antao rum. Zuerst war es ziemlich ruppig, nur mit der Fock liefen wir bis zu 5 kn, aber als wir dann in den Windschatten der Insel kamen, wurde es merklich ruhiger. Dann war der Wind erwartungsgemäß für zwei Stunden weg und wir konnten in aller Ruhe das Großsegel setzen, vorsichtshalber gleich ins 2. Reff, wir erwarteten nicht gerade leichte Winde, sobald wir aus dem Windschatten raus kamen. Und so war es dann auch. Der Wind legte ordentlich zu auf 20 kn mit heftigen Böen. Wir sausten zuletzt mit 6 kn und mehr am Wind voran. Es wurde ziemlich ruppig. Meerbaer machte in den immer höher werdenden Wellen Bocksprünge. Das Leben an Bord wurde etwas ungemütlich. Ab und zu donnert ein Brecher vorne auf Deck und schüttet literweise Wasser über den Aufbau rüber und von oben rein ins Cockpit. Kleine Dusche gefällig oder lieber in Deckung gehen? In der Nacht zu heute (Sonntag) wurde es etwas ruhiger. Die heftigen Böen haben sich ausgetobt und die Wellen sind moderater geworden. Wir sind zufrieden.

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Wieder unterwegs

Nach wie immer drei stressigen Tagen vor der Abreise sind wir um 12 Uhr los. Auf zu den Azoren⛵️⛵️⛵️. Wir rechnen mit ca. 2 Wochen auf See.

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