Eine Front jagt die nächste

… und das im Wochentakt. Alle paar Tage kommt so ein Tiefdruckgebiet aus der Tasmansee angerauscht, mal mehr südlich, mal mehr nördlich an Neuseeland vorbei. Entsprechend haben wir mal Starkwind aus westlichen Richtungen, dann wieder aus Ost. So bleiben wir immer in Bewegung. Kommt der Wind aus dem westlichen Quadranten, verpieseln wir uns ins Te Puna Inlet. Kommt er aus Osten, haben wir verschiedene Möglichkeiten bei den Inseln in der Bay of Islands. Dumm ist nur, dass der Wind gerne mal von Ost über Nord nach West dreht, und das vorzugsweise nachts. Liegt man dann nach Ost geschützt, ist das wunderbar, nur wenn der Winddreher kommt, liegt man wieder total ungeschützt und ist Wind und Wellen ausgesetzt. Da muss man schon den Wetterbericht zeitnah verfolgen – sollte er denn auch mal stimmen – und die richtige Taktik bei der Ankerplatzwahl finden.

Da kommt die nächste Front aus der Tasmansee angerauscht

Gerne, wie in den kommenden 2 Tagen, sind dann auch Windstärken von bis zu 50 kn in Böen dabei. Diesmal haben wir uns mal wieder die Pomare Bay zum Ankern ausgesucht. Bis jetzt alles paletti. Der Anker sitzt und auf dem Meerbaer bullert der Refleks-Ofen. So kann man 2-3 Tage Bootsarrest aushalten.

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Fertig geimpft

Heute haben wir den 2. Schuss bekommen. Eigentlich hatten wir den Termin erst um 15.20 Uhr, aber da wir bereits vor 14 Uhr in Russell waren, haben wir gedacht, schauen wir mal, ob was los ist oder ob wir schon früher dran kommen. Glück gehabt. Wir konnten gleich rein marschieren und den Schuss kassieren. Noch 20 Minuten bei einer Tasse Kaffee warten, dann konnten wir gehen. Ganz easy und unbürokratisch.

Zum ersten Mal seit Corona-Beginn mussten wir uns heute maskieren. In Wellington gab es gestern einen ersten Fall von der Delta-Variante und da wird hier gleich „Nägel mit Köppen“ gemacht. Direkt am Eingang zur Impfstation wurden uns die Dinger übergeben mit der Bitte, sie drinnen zu tragen. Kein Problem, machen wir.

Gestern haben wir unseren Wassermacher nach über einem Jahr Konservierung wieder in Betrieb genommen. Keine Überraschungen, alle Leitungen und Verschraubungen sind dicht und die Produktion von Trinkwasser läuft wieder einwandfrei.

Jetzt werden wir erst einmal 3 Tage faulenzen und abwarten, ob es Nachwirkungen von der Impfung gibt. Beim ersten Mal war alles toddy.

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Erster Schuss ist gesetzt.

In drei Wochen sind wir durch die zweite Impfung immunisiert. Geht hier in Neuseeland sehr entspannt und gesittet ueber die Buehne. Wie ueberhaupt die ganze Corona- Geschichte sehr konsequent gehandhabt wurde und wird. Zum Beginn der Pandemie sehr beherzte und konsequente Massnahmen. Hier gibt es weder “ Querdenker“ noch entsprechende „Demos“. Klar gibt es auch in dieser Gegend Menschen, die mit den staatlich verordneten Massnahmen unzufrieden sind. Aber das ueberzogene Geschrei wie in Europa gibt es hier nicht. Wir als „festliegende“ Bootsauslaender fuehlen uns sehr gut aufgehoben hier im Lande. Die Visa- und Zollangelegenheiten werden sehr grosszuegig gehandhabt. Wir bekommen zu diesem Zeitpunkt, wie die ganze Bevoelkerung, ein kostenloses Angebot, uns gegen Covid impfen zu lassen. Was wir natuerlich annehmen, wollen wir damit unseren Solidarbeitrag gegen diese weltweite Pandemie leisten. Aengste vor Impfungen haben wir persoehnlich keine, schliesslich sind wir schon seit Jahrzehnten mit Impfungen weltweit unterwegs. Insgesamt sind wir dem Land Neuseeland gegenueber sehr dankbar fuer den hier geschaffenen „sicheren“ Hafen.

In three weeks we will be immunised by the second vaccination. Here in New Zealand, the process is very relaxed and orderly. Just like the whole Corona story has been and is being handled very consistently. At the beginning of the pandemic, very courageous and consistent measures were taken. Here there are neither „lateral thinkers“ nor corresponding „demos“. Of course, there are also people in this region who are dissatisfied with the measures imposed by the state. But there is no exaggerated shouting like in Europe. We, as „fixed“ boat foreigners, feel very well taken care of here in the country. Visa and customs matters are handled very generously. At this point, like the rest of the population, we get a free offer to get vaccinated against Covid. Of course we accept, as we want to contribute our share against this worldwide pandemic. Personally, we have no fear of vaccinations, after all, we have been travelling the world with vaccinations for decades. All in all, we are very grateful to the country of New Zealand for the „safe“ haven created here.

 

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4 Tage Ausgangssperre

Nein, nicht wegen Corona, sondern:

Ein dickes Tief hat sich vor 2 Tagen an die Ostküste der Nordinsel angehängt und will einfach nicht weiterziehen. Und das heißt: jede Dinghifahrt Richtung Land wird zum Badespaß. Für die Bay of Islands sind Wellenhöhen von bis zu 5 m vorhergesagt. Zwar kommen die zum Glück nicht bis zu unserem Ankerplatz, aber Böen bis 40 kn würde das Wasser lustig ins Beiboot schaufeln, da kann man noch so schnell oder so langsam fahren, keine Chance auf eine trockene Überfahrt. Also gibt es Haus- bzw. Bootsarrest.

Am Donnerstag soll der Spuk vorbei sein, aber das nächste Tief steht schon in der Tasmansee in den Startlöchern. Diesmal soll der Wind zur Abwechslung aus der anderen Richtung kommen. Also Donnerstag noch schnell rüber nach Paihia auf den Markt und in den Supermarkt und dann wieder husch, husch, ins Körbchen bzw. in die Pomare Bay. Die hat sich bei fast allen Windrichtungen als hervorrangender Schutz erwiesen. Lediglich Wind aus NW kann etwas unruhig werden. Aber wenn man sich tief  genug in die Bay verzieht, ist auch das halb so wild.  Wir sind vorbereitet.

Gestern hatten wir zum ersten Mal in diesem Jahr unseren Ofen den ganzen Tag über brennen. Seit Tagen haben wir nur südliche Winde und die bringen nicht mehr ganz so angenehme Temperaturen mit sich. Aber was soll der Geiz, es wird Winter.

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Zeit für die Winterdecken

Wir sind ja nach 6 Jahren Tropen / Subtropen mittlerweile zu Frostköteln mutiert. Deshalb gibt es ab heute, nachdem wir die Wettervorhersage für die kommende Woche gesehen haben, wieder unsere muckeligen Daunendecken.

es wird so langsam frisch in der Nacht

In den nächsten Tagen werden wir auch unseren Reflex-Ofen wieder zum Leben erwecken. Zumindest morgens beim Frühstück ist es doch schon recht kühl und wenn sich demnächst die  Sonne tagsüber rar machen sollte, können wir die Wärme dann auch abends gut gebrauchen. Ganz abgesehen davon, dass wir so auch die Luftfeuchtigkeit gut nach draussen transportieren können.

Ansonsten nix Neues auf dem Meerbaer. Achso, ja doch: unsere große Solarzelle hängt wieder da, wo sie hin gehört: achtern auf den Davits.

Da hängt sie wieder (meistens ohne Abschattung)

Nachdem uns ja vor einigen Wochen eine der beiden weggeknackt war, haben wir uns eine neue besorgt und vorsichtshalber bei beiden eine Verstärkung einschweißen lassen. Jetzt dürfte die Angelegenheit stabil genug sein und auch das Dinghi sicher am Platz halten.

Vorübergehend hatten wir die Solarzelle auf dem Aufbau montiert, aber jedes Mal, wenn Meerbaer schwoite oder die Sonne so langsam über den Horizont auf die andere Seite wanderte, mussten wir den Großbaum schiften, um Abschattungen zu vermeiden. Das Thema ist ja jetzt zum Glück durch.

Zum leidigen Thema Corona: Hier ist alles total entspannt. Es gibt keine aktuellen Fälle dank der restriktiven Abschottung nach außen. Es ist bisher gerade mal einmal 1 % der Bevölkerung geimpft. Zuerst nur die „Frontarbeiter“, wie medizinisches Personal und Mitarbeiter an den Grenzen wie z.B. Zoll.  Wenn man den Medien glauben kann, dann sind wir in Gruppe 3 (65 Jahre und älter) ab Ende Mai dran. Und das selbst als Ausländer kostenlos. Auch wenn es später werden sollte, kein Problem. Wir warten ab. Wir haben ja nix auszuhalten und wir fühlen uns hier in Neuseeland sicher und gut aufgehoben. Die Immigration hat unser Visum erst einmal bis Ende September verlängert. Vor Ablauf werden wir einen neuen Antrag stellen und hoffen, dass wir dann endlich im Mai nächsten Jahren wieder weiter segeln dürfen.

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Tsunami-Alarm

Unser Plan war, nachdem gestern unser Marktbesuch in Paihia wegen des schlechten Wetters – was dann doch nicht gekommen ist – ins Wasser gefallen war, heute unseren Wocheneinkauf nachzuholen.

Aber erstens kommt es  anders, zweitens als man denkt. Kaum hatten wir unsere Telefone nach der Nachtruhe aktiviert , plärrte gleich der Alarm los. Zuerst dachten wir, schon wieder Covid 19-Alarm. Kennen wir doch schon. Vermutlich ist mal wieder einer in Auckland positiv getestet worden und Auckland geht wieder auf Stufe 3. War aber nicht. Heute mal Tsunami-Alarm mit Evakuierungsanordnung. In der Nacht gab es bei den Kermadec-Inseln, ca. 700 km weit draußen vor Neuseeland, drei dicke Erdbeben von Stärken bis 8,0. Vorher auch schon ein paar kleinere Erdbeben vor der Ostküste von Neuseeland. Der Alarm galt fast für den gesamten westlichen Südpazifik.

Solche Tsunami-Wellen haben eine irre Geschwindigkeit und da wir nicht wussten, ob die nun wirklich unterwegs sind und wenn ja, wo, sind wir gleich ohne Frühstück raus aus der Bay of Islands, bis wir auf einer Wassertiefe von fast 100 m waren. Da fühlten wir uns recht sicher. Und wir waren nicht alleine mit dieser Entscheidung. Es gab einen regelrechten Exodus aus der Bay.

Nix wie raus aus der Bay (das rote AIS-Signal sind wir)

In der Marina wurden die Leute aufgefordert, ihre Schiffe zu verlassen und höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Das Marina-Büro war ebenfalls geschlossen und die Mitarbeiterinnen „auf der Flucht“.

Zum Glück hatten wir heute wunderschönes Wetter mit wenig Wind und so sind wir dann auf der 100 m-Linie segelnd hin und her getrödelt, bis dann gegen 14 Uhr die Entwarnung kam.

Und wir sind dann tatsächlich noch zu unserem Einkauf in Paihia gekommen und können uns morgen wieder verpieseln. Ein paar Tage müssen wir uns noch in der Bay aufhalten. Wir warten auf unsere polizeitlichen Führungszeugnisse aus Deutschland, die wir für unsere Visa-Verlängerungen brauchen und ausserdem bekommen wir ein neues Besan-Segel, das hoffentlich in der kommenden Woche endlich fertig ist. Das alte Segel hatte sich nach „nur“ 24 Jahren in seine Bestandteile zerlegt und war nicht mehr zu reparieren.

Hoffen wir mal, das die Spannung aus der Erdkruste jetzt raus ist und wir für die nächste Zeit Ruhe vor Erdbeben und Co. haben werden.

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Keine Geduld – und Zeit schon mal gar nicht

Jetzt haben wir die Sache doch noch selbst in die Hand genommen. Nach einem Telefonanruf heute Mittag bei der Spedition, ob denn nun unsere Batterien, die laut Tracking bereits in der Nacht um 3 Uhr in Whangarei angekommen sein sollen, nun auch auf dem LKW Richtung Opua sind, hieß es natürlich: „nein, die gehen erst Montag raus und sind dann gegen Nachmittag da“.

So eine Sch… aber auch. Wenn die Montag Nachmittag erst ankommen, müssen sie noch eingebaut werden und dann wenigsten 24 Std. am Ladegerät hängen. Dann ist es Dienstag Abend. Ausserdem soll es  ab Montag den ganzen Tag schütten wie aus Eimern und der Wind soll kräftig zulegen. Das hieße dann, Marinaaufenthalt bis Mittwoch oder Donnerstag, bis sich das Wetter wieder beruhigt hat. Nee, keine Lust drauf!

Kurzerhand haben wir uns deshalb entschlossen, uns schnell noch ein Auto zu mieten und die Batterien in Whangarei bei der Spedition abzuholen. Das hat dann auch prima geklappt. Um 18 Uhr waren wir wieder an Bord, alte Batterien raus, neue rein – die Kabel passen zum Glück – und jetzt sind wir fertig. Nicht nur mit der Arbeit sondern auch körperlich. Wir sind halt auch nicht mehr die Jüngsten 😉

Unser Marinaaufenthalt verkürzt sich jetzt auf Sonntag. Dann geht es wieder raus auf unseren Ankerplatz in der Pomare Bay. Da werden wir das Schietwetter aussitzen. Alles besser als in der Marina, wo der Wind auch noch von achtern kommen soll.

Wir sind zufrieden!

 

Mit neuer Energie versorgt

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