18. Tag

Position 26.04,6 S, 084.47,8 W, Speed 4,5 Knoten, Kurs 280 Grad
Nachtbesuch von blinden Passagieren. Um 1:30 in stockfinsterer Nacht setzen zwei kleine Reiher zum Landeanflug auf unseren Meerbaer an. Und tatsaechlich landen sie auf unserem Achterdeck. Die steckten sofort die Koepfe unter den Fluegel und fielen in den Tiefschlaf. Liessen sich selbst vom Kamerablitz nicht wecken oder gar vertreiben. Der Morgen daemmert, die beiden Kerlchen immmer noch da. Das Achterdeck sieht aus wie Huehnerhof, denn die Verdauung schlaeft bei denen natuerlich nicht. Irgendwann schwingt sich einer der beiden in die Luefte und weg ist er. Der andere aber bleibt an Bord und macht erstmal einen Rundgang ueber Deck. Kommt dann ins Cockpit und steht in 1 m Abstand von uns auf der Bank. Guckt dumm aus der Waesche und rueckt naeher ran. Wir starten das Reiherrettungsprogramm: Zuerst Koellnflocken, werden verschmaeht genauso wie Apfelstueckchen und Banane. Ein kurzer Picks mit dem langen Schnabel und es wird sich angewidert abgewendet. Hmm! Reiher fressen wohl nichts vegetarisches. Aus den Tiefen der Bilge kramt die Bordfrau eine Dose Oelsardinen. Mal sehen, ober er darauf anspringt. Aber wieder wird nach einem kurzen Testpicker der gute Fisch verschmaeht. So langsam machen wir uns echt Sorgen. Zwischendurch wird der Vogel immer zutraulicher. Als wir kurz in der Kajuete sind, steht er doch echt am Niedergang und guckt, was wir da so treiben. Unglaublich! Irgendwann so am fruehen Nachmittag wird es ihm wohl zu langweillig mit uns, er schwingt sich in die Luft und verschwindet in Richtung Westen. Kurs vermutlich die Osterinsel. Die ist aber 1400 sm entfernt. Guten Flug, koennen wir da nur wuenschen.

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