Tag 8 auf See

Start:
Meerbaer will scheinbar ankommen. Es stoert ihn nicht, dass wir Overtime-Gebuehren sparen wollen. Trotz zweifach gerefftem Gross und teilweise eingerollter Genua geht der Speed kaum unter 6 Knoten. Dann soll er halt rennen. Vermutlich kommt unsere (Troedel-) Zeit, sobald wir bei Viti Levu um die Ecke kommen. Da ist im Windschatten der Insel erfahrungsgemaess Schwachwind oder Flaute. Wir haben nicht vor, vor Sonntag Abend vor Denarau anzukommen. Dann ist das Buero nicht mehr besetzt und wir koennen draussen die Nacht ueber ankern und uns Montag frueh ueber Funk anmelden. Mal sehen, wer das Rennen gewinnt, Meerbaer oder wir 😉

Position am 08.07.2022 um 00:00 Uhr UTC: 21.00 S, 177.46 E, Kurs 350 Grad, Speed 6,5 kn. end:

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Tag 7 auf See

Start:
Wir sind endgueltig in den Tropen angekommen. Beweis: der erste fliegende Fisch hat sich an Deck verirrt. Die Wassertemperatur liegt schon bei ueber 24 Grad. T-Shirt- und nackte Fuesse-Wetter. Der Wind bleibt uns weiterhin erhalten. Jetzt, wo wir troedeln wollen, um nicht vor Sonntag Nachmittag anzukommen, legt der natuerlich zu und wir sind eigentlich zu schnell. Aber wer weiss, was auf den letzten gut 300 sm noch so kommt. Wir segeln erstmal so weiter. Der Am-Wind-Kurs bleibt weiterhin ungemuetlich. Schlafen und kochen ist immer noch eine Herausforderung. Ansonsten nichts Neues auf dem Meerbaer. Die Stimmung ist bestens. Position am 07.07.2022 um 00:00 UTC 23.07 S, 177.52 E, Kurs 5 Grad, Speed 5 Kn End:

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Tag 6 auf See

Seit gestern Nachmittag haben wir anscheinend die Squash-Zone hinter uns gelassen. Keine Sqaulls mehr. Der Wind ist gleichmaessiger und der Seegang moderater. Die Wellenfreuenz ist angenehmer. Es sind zwar immer noch recht hohe Wellen, aber der Abstand wird groesser. Wir fahren immer noch mit dem 2. Reff in Gross, alledings ist die Genua wieder voll draussen. Wir muessen mit etwas gebremstem Schaum segeln. Ankunft am Freitag ist nicht zu schaffen und wir sind nicht bereit, fuer das Einklarieren am Wochenende Overtime-Gebuehren zu zahlen.

Position am 05.07.2022 um 23:00 UTC 25.05 S, 177.44 E, Kurs 350 Grad, Speed 4,5 Kn

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Tag 5 auf See

Squalls, Squalls,Squalls. Den ganzen Tag ueber jagte einer den naechsten. Der eine hatte Regen im Gepaeck, der andere Flaute oder viel Wind. Wir waren waehrend unserer Wachen vollauf beschaeftigt. An Schlaf war schwer zu kommen auf einem Boot, das wie ein Rodeopferd bockt. Unser Kurs ist leider am Wind und die Wellen kommen schraeg von vorne oder von der Seite und immer wieder mal haemmert eine auf die Seite vom Meerbaer. Ab und zu findet eine auch ihren Weg ins Cockpit. Ein Rumms und ein Schwall Wasser ergiesst sich ueber die Kante. Zum ersten Mal auf dieser Tour haben wir den Niedergang vorsichtshalber gesichert und das Luk auf halber Hoehe geschlossen. Das Kochen und selbst das Essen gestalten sich als Akrobatikakt. So viele Haende, wie man braucht um sich selbst zu sichern und gleichzeitig Gemuese zu schnibbeln, hat man gar nicht. Und alles muss gegen Wegrutschen oder Umkippen gesichert sein. Beim Essen hockt man verkeilt in der Ecke und versucht, das Essen am Ueberschwappem zu hindern. Mal sehen, wie lange uns das Theater erhalten bleib. Angeblich soll uns Donnerstag wieder eine Flaute erwischen. Abwarten. Die Haelfte des Weges ist geschafft.

Position am 05.07.2022 um 00:00 UTC 26.59 S, 177.55 E, Kurs 5 Grad, Speed 6 Kn

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Tag 4 auf See

Immer wieder erstaunlich, wie wenig Wind der dicke „meerbaer“ zur Forbewegung braucht Wieder eine fast windlose Nacht, nach einem windlosen Tag. Die See ist aber nicht spiegelglatt, sondern ein bis zwei Meter hohe Duenung laeft aus SSE unter uns durch. Segelgeschwindigkeit zwischen 2 und 4 Kn. Termine haben wir zum Glueck keine – auch noch nie bisher gehabt. Auch immer tunlichst vermieden. Somit ist die Geschwindigkeit eher sekundaer. Besser das fast lautlose Vorwaertskommen mit allen Sinnen geniesen In diesem Sinne bis morgen Update:
Die Nacht hatte es dann in sich. Bis kurz nach Mitternacht lief alles wie gehabt. Dann ein Regenguss, der den Wind gefressen hat. Flaute. Genua eingerollt, Segel dicht und warten, was passiert. Der Regen hoerte auf und der Wind kam zoegerlich zurueck. Leider hatte Meerbaer sich mittlerweile um 180 Grad gedreht und das Gross stand auf einmal back. Meerbaer liess sich bei dem schwachen Wind nicht mehr drehen. Weder durch die Wende noch durch die Halse. Weil unsere Genua sich gerne mal beim Schiften das Fockstag umarmt und freiwillig nicht mehr los laesst, muss sie meistens herumgetragen werden. Da bei uns nachts niemand alleine aus dem Cockpit verschwindet, musste leider der Kaeptn aus der Koje gescheucht werden. Gemeinsam haben wir Meerbaer wieder auf Kurs gebracht, der Wind nahm zu, die Segel standen und die Aries uebernahm das Steuern. Chef wieder ab in die Koje. 4 Uhr Wachwechel. Alles paletti, Bordfrau ab in die Koje. Um 5.30 schallte es durchs Schiff: Anne, reffen!!! Der erste dicke Squall hatte uns erwischt. Meerbaer war nicht mehr auf Kurs zu halten. Die Genua halb weggerollt, Gross ins 2. Reff und die Sache war erledigt. Freiwache wieder ins Bett. Momentan drohen noch ein paar dicke Wolken im Osten, die hoffentlich von der Sonne gefressen werden, bevor sie uns erreichen. Position 00:00 utc 28 58 S, 177 33 E kurs 15 grad speed 6 Kn

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Tag 3 auf See

Die Flaute hat uns noch immer im Griff. Gestern haben wir den Motor für 6 Stunden laufen lassen. Dann haben wir entschlossen, dass es reicht. Motor aus, Gross und Besan dicht und mit Autopilot versucht, irgendwie Kurs zu halten. Gluecklicherweise hat uns der Strom mit teilweise bis zu einem Knoten in die richtige Richtung geschoben. Wenn wir gar keine Fahrt mehr durchs Wasser gemacht haben, hat auch der Autopilot gestreikt. Ohne Fahrt durchs Wasser kann selbst der nicht mehr arbeiten. Wir haben das Ruder mittschiffs gestellt und uns treiben lassen. Es ist schon komisch, wenn man es gewohnt ist, den Kurs auf dem GPS abzulesen. Bei null Fahrt spinnt der aber auch. Da ist der alte Magnetkompass wieder gefragt. Irgendwann zwischendurch zeigte der Bug nach Sueden, wir machten aber Drift mach Nordosten. Seit heute frueh im 8 Uhr muss Mr. Perkins wieder ran. Die Batterien waren auf 80 Prozent runter, weil der Autopilot viel Strom gefressen hat. Ausserdem ist das unsere gesetzte magische Zahl, bei der wir wegen der laengeren Lebensdauer spaetestens die Batterien wieder nachladen. So koennen wir den zusaetzlichen Schub ausnutzen und uns mit 5 kn vorwaerts bewegen. Spaetenstens heute Mittag darf Mr. Perkins wieder schlafen und wir lassen uns wieder treiben. Irgendwann kommt auch unser Wind. Bis auf den ersten Tag haben wir die Sonne noch nicht so richtig gesehen. Es ist hohe Bewoelkung, die erst abends aufreisst. Leider verschwindet die schmale Mondsichel auch schon wieder um 20 Uhr und die Naechte sind stockfinster. Aber das bessert sich von Tag zu Tag. Der Mond geht frueher auf und wird groesser. Position um 10.30 Uhr UTC: 30.33 S, 176.30 E, Kurs 23 Grad, Speed 5 kn.

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Tag 2 auf See

Wie erwartet, ist der Wind futsch. Allerdings erst seit ca. 2 Stunden. Gestern und in der Nacht haben wir noch ordentlich Strecke machen koennen, aber jetzt ist Flaute angesagt. Gerade laeuft noch der Motor, weil wir eh die Batterien laden muessen, aber sobald die annaehernd voll sind, werden wir wohl rumduempeln und hoffen, dass der Wind irgendwann wieder kommt. Durch den schnellen Start sind wir schon weiter gekommen als urspruenglich geplant, also kein Problem. Wir sitzen die Flaute aus. Die Stimmung ist gut. Die Bordfrau war sogar gestern Abend schon in der Lage, eine richtige Mahlzeit auf den Tisch bzw. ins Cockpit zu bringen. Recht ungewoehnlich so frueh. Da gilt der Dank wohl den Stugeron, die vorsichthalber eingeworfen wurden. Sehr zu empfehlen! Position: 31.30 S, 175.58 E, Kurs 23 Grad, Speed 4,8 kn.

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