Tag 4 auf See

Immer wieder erstaunlich, wie wenig Wind der dicke „meerbaer“ zur Forbewegung braucht Wieder eine fast windlose Nacht, nach einem windlosen Tag. Die See ist aber nicht spiegelglatt, sondern ein bis zwei Meter hohe Duenung laeft aus SSE unter uns durch. Segelgeschwindigkeit zwischen 2 und 4 Kn. Termine haben wir zum Glueck keine – auch noch nie bisher gehabt. Auch immer tunlichst vermieden. Somit ist die Geschwindigkeit eher sekundaer. Besser das fast lautlose Vorwaertskommen mit allen Sinnen geniesen In diesem Sinne bis morgen Update:
Die Nacht hatte es dann in sich. Bis kurz nach Mitternacht lief alles wie gehabt. Dann ein Regenguss, der den Wind gefressen hat. Flaute. Genua eingerollt, Segel dicht und warten, was passiert. Der Regen hoerte auf und der Wind kam zoegerlich zurueck. Leider hatte Meerbaer sich mittlerweile um 180 Grad gedreht und das Gross stand auf einmal back. Meerbaer liess sich bei dem schwachen Wind nicht mehr drehen. Weder durch die Wende noch durch die Halse. Weil unsere Genua sich gerne mal beim Schiften das Fockstag umarmt und freiwillig nicht mehr los laesst, muss sie meistens herumgetragen werden. Da bei uns nachts niemand alleine aus dem Cockpit verschwindet, musste leider der Kaeptn aus der Koje gescheucht werden. Gemeinsam haben wir Meerbaer wieder auf Kurs gebracht, der Wind nahm zu, die Segel standen und die Aries uebernahm das Steuern. Chef wieder ab in die Koje. 4 Uhr Wachwechel. Alles paletti, Bordfrau ab in die Koje. Um 5.30 schallte es durchs Schiff: Anne, reffen!!! Der erste dicke Squall hatte uns erwischt. Meerbaer war nicht mehr auf Kurs zu halten. Die Genua halb weggerollt, Gross ins 2. Reff und die Sache war erledigt. Freiwache wieder ins Bett. Momentan drohen noch ein paar dicke Wolken im Osten, die hoffentlich von der Sonne gefressen werden, bevor sie uns erreichen. Position 00:00 utc 28 58 S, 177 33 E kurs 15 grad speed 6 Kn

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