Tsunami-Alarm

Unser Plan war, nachdem gestern unser Marktbesuch in Paihia wegen des schlechten Wetters – was dann doch nicht gekommen ist – ins Wasser gefallen war, heute unseren Wocheneinkauf nachzuholen.

Aber erstens kommt es  anders, zweitens als man denkt. Kaum hatten wir unsere Telefone nach der Nachtruhe aktiviert , plärrte gleich der Alarm los. Zuerst dachten wir, schon wieder Covid 19-Alarm. Kennen wir doch schon. Vermutlich ist mal wieder einer in Auckland positiv getestet worden und Auckland geht wieder auf Stufe 3. War aber nicht. Heute mal Tsunami-Alarm mit Evakuierungsanordnung. In der Nacht gab es bei den Kermadec-Inseln, ca. 700 km weit draußen vor Neuseeland, drei dicke Erdbeben von Stärken bis 8,0. Vorher auch schon ein paar kleinere Erdbeben vor der Ostküste von Neuseeland. Der Alarm galt fast für den gesamten westlichen Südpazifik.

Solche Tsunami-Wellen haben eine irre Geschwindigkeit und da wir nicht wussten, ob die nun wirklich unterwegs sind und wenn ja, wo, sind wir gleich ohne Frühstück raus aus der Bay of Islands, bis wir auf einer Wassertiefe von fast 100 m waren. Da fühlten wir uns recht sicher. Und wir waren nicht alleine mit dieser Entscheidung. Es gab einen regelrechten Exodus aus der Bay.

Nix wie raus aus der Bay (das rote AIS-Signal sind wir)

In der Marina wurden die Leute aufgefordert, ihre Schiffe zu verlassen und höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Das Marina-Büro war ebenfalls geschlossen und die Mitarbeiterinnen „auf der Flucht“.

Zum Glück hatten wir heute wunderschönes Wetter mit wenig Wind und so sind wir dann auf der 100 m-Linie segelnd hin und her getrödelt, bis dann gegen 14 Uhr die Entwarnung kam.

Und wir sind dann tatsächlich noch zu unserem Einkauf in Paihia gekommen und können uns morgen wieder verpieseln. Ein paar Tage müssen wir uns noch in der Bay aufhalten. Wir warten auf unsere polizeitlichen Führungszeugnisse aus Deutschland, die wir für unsere Visa-Verlängerungen brauchen und ausserdem bekommen wir ein neues Besan-Segel, das hoffentlich in der kommenden Woche endlich fertig ist. Das alte Segel hatte sich nach „nur“ 24 Jahren in seine Bestandteile zerlegt und war nicht mehr zu reparieren.

Hoffen wir mal, das die Spannung aus der Erdkruste jetzt raus ist und wir für die nächste Zeit Ruhe vor Erdbeben und Co. haben werden.

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