Riff am Schiff…

…ist besser als Schiff am Riff. Aber Scherz beiseite. Heute konnte ich mich endlich einmal dazu aufraffen, das Tauchgerödel auszupacken und in den Teich zu hüpfen, um den Propeller von Muscheln und anderem Getier zu befreien. Wir liegen jetzt hier seit ca. 10 Wochen in der Bay of Islands – abgesehen von einigen kleinen Ausflügen – und die Bay ist dafür bekannt, dass der Bewuchs am Unterwasserschiff enorm ist. Bei den letzten beiden Fahrten ist uns schon aufgefallen, dass das Tempo unter Maschine doch ziemlich nachgelassen hatte. Also ab in den Teich. Man konnte die Hand vor Augen kaum sehen. Ich musste schon bis 10 cm an den Propeller ran, um ihn überhaupt sehen zu können. Mit Spachtel und Kettenhandschuh konnte ich dann die Barnickles restlos entfernen. Wo ich gerade unten war, hab ich auch gleich noch die Anoden inspiziert und sauber gekratzt. Dabei ist mir dann ein Unterwasserwald am Kiel ins Auge gesprungen. Der musste natürlich auch entfernt werden. Nach einer halben Stunde war ich fertig – der Kiel auch 🙂

Sobald ich den Kopf aus dem Wasser steckte, bekam ich von Rainer die frohe Botschaft, dass ich total voller kleiner Krebse sei. Anzug und vor allem die Haare hingen voll von den Dingern. Igitt! Ich bin gar nicht erst auf Schiff geklettert sondern Rainer hat mich sofort an den Tankanleger gefahren und mich unter den Wasserschlauch gestellt. Es hat geschlagene 20 Minuten gedauert, bis ich alles Viehzeugs als Haaren, Anzug und Tauchequipement entfernt hatte. Zu Hause dann noch eine warme Dusche. Wenn ich das vorher gewusst hätte, ich weiß nicht, ob ich das dann freiwillig gemacht hätte 🙂

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Deutsche Bucht?

Mittlerweile ist der „Adenauer“ hier in der Bay of Islands, speziell vor Opua, mindestens zehnmal vertreten. Und wir wissen noch nicht, wie viele sich hier sonst noch so rum treiben. Damit dürften wir nach Neuseeland – klar, die sind hier zu Hause – und nach Australien und USA, die ja auch den kürzeren Weg haben, am meisten vertreten sein. Aber den Vogel haben sicherlich, gemessen an der Bevölkerungszahl und dem beschwerlichen Zugang zum Meer, die Schweizer und die Österreicher abgeschossen haben. Für uns dabei sehr entspannend: es wird Deutsch gesprochen! –

„Adenauer“

Dies ist übrigens keine haltbare Statistik, sondern lediglich eine rein subjektive Empfindung 🙂

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Keine Äpfel in Neuseeland

frisch aus dem Tresor von Countdown……

Ist schon kurios. In Deutschland türmen sich die Apfelberge aus Neuseeland in den Obst-Abteilungen und hier im Erzeugerland sind sie Mangelware. In den Supermärkten sucht man vergeblich nach den leckeren Dingern und wenn man doch noch ein paar findet, werden die fast mit Gold aufgewogen. 1 kg für umgerechnet fast 4 Euro. Wenn man nachfragt, heißt es, noch keine Saison, die beginnt erst in ca. 2 Monaten. Da haben die Kiwis wohl ihre gesamte Ernte exportiert und die Einheimischen sehen in die Röhre. Das nennt man Marktwirtschaft, oder?

 

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Nachtschicht

Den ganzen Tag über liefen schon Sturmwarnungen für ganz Neuseeland über die Funke. Ein dickes Tief näherte sich langsam. Gestern Abend gegen 22 Uhr ging es dann los. Der Wind legte mächtig zu und es fing an zu schütten wie aus Eimern. Wir haben es gerade noch so halbwegs trocken geschafft, unsere Sprayhood und unser Cockpit mit einer Plane abzudecken – unsere Sprayhood hält einem solchen Wasserbeschuß nicht mehr stand, sie leckt aus allen Nähten. Ersatz gibt es frühestens im nächsten Jahr, solange muss das Teil noch durchhalten. Falls jemand einen Tipp hat, wie wir das Ding wasserdicht bekommen: nur her damit! Nahtdicht, Wachs, Imprägniermittel usw., usw. haben wir alles schon ausprobiert. Klappt leider nicht zufriedenstellend.

Auf jeden Fall haben wir uns entschlossen, Ankerwache zu gehen.  10 m mehr Kette hatten wir schon raus gelassen, aber man weiß ja nie. Außerdem ist bei dem Gejaule und Geschaukel an Schlaf sowieso nicht zu denken. Erst gegen 5.30 Uhr heute früh war der Spuk dann vorbei. Es wurde ruhiger, nur der Regen blieb uns noch bis gegen 8 erhalten. Jetzt scheint wieder die Sonne. Die Sturmwarnung ist noch nicht aufgehoben, es pustet aber nicht mehr so doll wie in der Nacht. Wir wollen gleich mal ein wenig an Land die Füße vertreten. Mal sehen, ob wir trocken hin und her kommen 😉

Der Spaziergang wurde gerade vom Skipper gecancelt. Keine Chance, trocken mit dem Dinghi an Land zu kommen.

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Probleme werden eingekreist

Wir kommen doch irgendwie weiter. Unsere Ersatzteile für die Toilettenanlage sind von Deutschland unterwegs – werden von Hermann im Gepäck mitgebracht. Neue Motorfüße sind in England bestellt und schon auf dem Weg zu uns. Gestern Abend ein Skype-Telefonat mit SET, der Firma, die über unseren Generator Bescheid weiß und viele Tipps bekommen, wie wir evtl. den Fehler finden können. Usw. usw. Wir sind wieder guten Mutes. Wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt fehlt nur noch der Goldesel zu unserem Glück, damit wir das alles auch bezahlen können 😉

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Mal ganz ehrlich……

was ich oft vermisse, sind die Spezialitäten aus meiner norddeutschen Wahlheimat.

sieht nach russisch aus!

Die Grundlage

fertig für in den Kühlschrank

Schon länger gehe ich mit der Idee schwanger, aus Makrelen eine Art Salzheringe zu machen. Ist bisher an den fehlenden Makrelen gescheitert. Nun waren wir neulich mit Jenny und Gerold zum shoppen in Kerikeri ( lustiger Name, bedeutet graben, graben). Beim schlendern entlang der Fischtheke fallen meine Augen auf eine Verpackung mit für mich unverständlicher Sprache, aber mit eindeutigem Matjesfiletbild vorne drauf! Skeptisches Beäugen. Alles auf russisch! Aber drinne, eindeutig 200 gr. Matjes. Heute nun mit den entsprechenden Zutaten – kann ich ja fast blind – Apfel, Zwiebel, Gewürzgurke, Dill, Sahne, Jogurt und ein gekochtes Ei zusammen gerührt. Die erste Geschmacksprobe : oberspitzenmäßig! Jetzt noch für einen Tag in den Kühlschrank und dann mit einem Berg Bratkartoffeln. Wie die Matjes in russischer Verpackung nach Neuseeland kommen, werde ich noch raus finden und dann hier an dieser Stelle darüber berichten.

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Man hat ja sonst nix zu tun

Wir sind mal wieder an unseren Lieblingsplatz in die Pomare-Bay umgezogen. Hier ist es schön ruhig und überhaupt nicht so voll wie in vielen anderen Buchten. Nach dem Abendessen saßen wir gemütlich draußen im Cockpit, leise Musik an und spielten unser fast allabendliches Kniffeln. Wir hatten beide viel Spaß – Rainer mehr als ich, denn er hat 5 von 6 Spielen gewonnen 🙁 Plötzlich rief er: „Sch…, die Wasserpumpe läuft!“ Und das wohl schon mehr als 20 Minuten! Hatten wir schon öfter mal, nur eben früher bemerkt. Da wussten wir gleich, was die Stunde geschlagen hatte. Wir haben das Schiff mal eben mit mehr als 100 Litern Süßwasser aus dem Tank geflutet. Das Frischwasserventil zur Toilette hatte geklemmt und so fleißig Wasser in die Schüssel gepumpt. Und da wir eine Vakuumtoilette haben, ist die Schüssel dicht und das Wasser kann nicht ablaufen. Es dauert nicht lange, und die ist voll und das Wasser läuft über. Der Toilettenraum war schnell voll und dann lief das Wasser weiter in den Salon und über die Bodenbretter in die Bilge – die ist jetzt wirklich sauber! Nach einer halben Stunde hatten wir dann das Wasser wieder ausgepumpt und aufgewischt. Zur Info: es war wirklich nur sauberes, nicht „kontaminiertes“ Wasser ;-). Foto gibt es keins, das ist zu peinlich. Nee, Quatsch, aber wir haben gar nicht dran gedacht. Wollten nur das Wasser wieder los werden.

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