Isla Tenglo – über Stock und Stein

Nun sind wir schon seit Mitte Mai hier und waren noch nicht einmal auf der gegenüber liegenden Isla Tenglo. Geht ja gar nicht!
Ganz spontan hat sich die Bordfrau entschlossen, die Insel zu erkunden. Rainer hatte keine Zeit (will heißen: keine Lust) und Julie von „Illawong“ hatte gerade angefangen, Vorräte einzukochen (also wirklich keine Zeit). Da ist Phil eben alleine mitgekommen.
Die Fähre brachte uns ruckzuck rüber und dann ging der Marsch los. Zuerst noch ganz gemächlich über Schotterwege auf die andere Seite der Insel, dann am Strand längs auf der Suche nach einem Weg nach oben. Wir wollten schließlich von der Insel aus in alle Richtungen schauen. Alles mit Zäunen verriegelt und überall kläffende Hunde, die aufpassten. Irgendwann haben wir uns dann ein Herz gefasst und Phil hat sich mit einem freundlich aussehenden Hund nett unterhalten. Der hat uns dann auch tatsächlich ohne Probleme passieren lassen. Nachdem wir den Zaun dann wieder in die aufrechte Position gebracht hatten – der war bei unserer Passage ein wenig zusammen gebrochen – ging es an den Aufstieg.

Isla Tenglo auf der Höhe

Isla Tenglo auf der Höhe

Zuerst noch über eine schöne, freie Wiese, dann wurde der Weg zum Trampelpfad und der immer enger, die Büsche immer dichter und es ging immer noch bergauf. Ab und zu haben sich die Haare in vorstehenden Ästen verheddert und mussten wieder entwirrt werden („ich schneid sie doch bald ab!!!“), dann ging es steil bergab bis auf Strandniveau. Zum Glück war gerade ablaufendes Wasser, sonst wären wir hier nicht weiter gekommen.

Blick auf Puerto Montt

Blick auf Puerto Montt

Entsprechend nass war alles. Und Müll ohne Ende! Wir haben gerade Spring und da wird alles von der Flut schön hoch angespült und dann liegen gelassen. Plastik, Flaschen, alte Matratzen, alles Mögliche (auf der Zarpe, die wir kürzlich für unseren kleinen Segelausflug brauchten, stand: „ bitte nicht die Natur kontaminieren!“ Ist auch gar nicht nötig, das schaffen die hier auch ohne unsere Hilfe). Irgendwann ging es dann auch am Strand nicht mehr weiter. Also wieder einen Trampelpfad nach oben suchen. Der wurde dann immer enger und immer steiler. Haben wir aber auch gut gemeistert. Oben ein Plateau mit einem FUSSBALLPLATZ!! Weit und breit kein Haus, keine Straße, kein Weg. Dies ist auf der Insel vermutlich der einzige platte Ort, der groß genug ist zum Fußball spielen.
Und von da an ging’s bergab, aber wie! Teilweise mussten wir auf dem Hintern den Hang runter rutschen. Zum aufrecht laufen war es zu niedrig (weniger als 1 m). Und dann war es fast geschafft. Dieser Weg endete auf Dachniveau eines am Strand stehenden Hauses. Zum Glück stand da eine Leiter, die wir runter klettern konnten. Dann noch durch den Vorgarten und ab an den Strand. In weiter Ferne konnten wir auch schon die Marina auf der anderen Seite sehen, nur wie dahin kommen? Der Strand war bald schon wieder zu Ende und wir mussten schon wieder aufwärts. Zum Glück nicht mehr ganz so weit und bald ging der Weg auch wieder runter auf Strandebene. Und bis zur Fähre (ein Bötchen, das nur auf den Strand tuckert, aussteigen, einsteigen und wieder los) war auch bald gefunden.

Frühlingsblumen auf Tenglo

Frühlingsblumen auf Tenglo

2 ½ Stunden hat der Marsch gedauert und morgen gibt es sicher Muskelkater (war trotzdem schön!).

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