Ein lieber Segelfreund,

der leider im letzten Jahr viel zu früh seine letzte Seereise angetreten hat, hat einmal gesagt: „Wir segeln nicht um die Welt, wir basteln uns um die Welt.“ Wie wahr, wie wahr! Wir dürfen auch gerade mal wieder basteln, und zwar meines Käpt’ns Lieblingsarbeit: Toilette reparieren. Das Teil zu ersetzen steht schon länger auf der To-Do-Liste für die nächste Großbaustelle im kommenden Jahr. Doch nun hat es uns leider schon jetzt erwischt. Das Klo hält schon länger kein Vakuum mehr. Aber damit kann man leben. Doch schon seit ein paar Tagen hört man es ganz leise summen, wenn man auf dem Thron hockt. Irgendwo geht da auch noch das zum kurzfristigen Abpumpen benötigte Vakuum flöten – im wahrsten Sinne des Wortes. Also: mal eben (!) auseinander nehmen und nachsehen. Und wie so oft, ist „mal eben“ eine Baustelle für mindestens 2 Tage, will heißen: keine Toilette benutzbar, sondern „ab auf die Pütz“. Kennen wir ja schon zur Genüge. Ist auch schon gar kein Akt mehr, über den man sich aufregen kann. Der Eimer war im letzten Jahr schon mal für 4 Wochen unser Ersatzklo, bis das Ersatzteil endlich kam. Die meiste Zeit bei der Bastelei geht drauf für Wartezeiten, bis der Kleber endlich fest ist. So lange steht nun unsere schöne Toilettenschüssel unbenutzbar draußen und das Werkzeug liegt überall im Schiff rum. Meerbaer ist gerade nur mit Stelzen zu begehen. Alles ist auseinander gerissen, denn gerade da, wo man dran muss, liegt immer was drauf, was an anderer Stelle schon weggeräumt werden musste. Mühsam ist das Segler-Leben 😉

Da wären wir jetzt lieber, aber die Arbeit geht vor

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Rain in paradise

Und wir genießen es, solange es andauert. Ist eh nicht lange, aber wir können endlich mal den Dreck und das Salz vom Deck schrubben und Wasser sammeln. 20 l sind dann doch zusammen gekommen. Spart für heute den Wassermacher 😉

Nach erstem Tröpfeln kam dann doch ein schöner Guss vom Himmel. Die Bordfrau gleich raus. Sah etwas merkwürdig aus. Bikini und Südwester. Passt nicht so ganz zusammen, aber was tut Frau nicht alles, damit die Haare nicht durchweicht werden. Merkwürdigerweise gerade nach einer Regendusche tun die sich nämlich ziemlich schwer, wieder trocken zu werden.

Jetzt ist der Regen durch, die Sonne lugt schon wieder durch die Wolken und wir hoffen mal, dass die drastisch angestiegene Luftfeuchtigkeit nun auch bald wieder sackt.

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Fisch an der Angel!!!

Seit 3 Tagen zerren wir nun unsere Angel hinter dem Boot her, bisher ohne Erfolg. Dreimal ist das Teil ausgerauscht, aber jedes Mal war wohl nur Gestrüpp am Haken, das sich beim Reinholen wieder gelöst hat. Heute nun endlich. Petri Heil! Das Vieh hat gezerrt und gekämpft, bis wir es endlich längsseits hatten und mit dem Gaff an Deck holen konnten. Was war das denn nun für ein Fisch? Spanish Makerel, Wahoo oder doch „nur“ ein Barracuda? Leider wirklich ein Barracuda. Die sind dafür bekannt, dass sie gerne die nette Fischvergiftung Cinguatera übertragen. Jetzt ist das nicht überall so, deshalb hat Rainer erst einmal den Fisch ausgenommen, in Stücke geteilt und ab in den Kühlschrank damit.

Barracuda, ca. 1 m lang

Beim unserem kurzen Landgang in der Blauen Lagune trafen wir einen Junge in einem Fischerboot. Der wartete wohl auf seinen Vater. Den Jungen haben wir gefragt, ob er weiß, ob man einen Barracuda essen kann oder nicht. Er hatte natürlich keine Ahnung, aber clever war er doch. Wir waren kaum wieder an Bord, da kam ein Boot längsseits, der Junge drin  mit seinem Vater. Dem haben wir dann unsere Beute vorgeführt – natürlich ohne Kopf, der geht bei uns zusammen mit den Innereien sofort über Bord – dafür aber mit Foto. Und tatsächlich, es war ein Barracuda. Die Locals essen den und da haben wir Schissbuchsen ihnen den Fisch überlassen. Ein wenig traurig waren sie schon trotz der Freude über das Geschenk, denn der Fischkopf, den wir entsorgt hatten, gilt hier als Delikatesse. Die Geschmäcker sind ja so verschieden. Aber schmecken wird der Fisch ihnen sicherlich auch ohne.

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Eigentlich wollten wir ja…

…nach unserem gestrigen Großeinkauf auf dem Markt in Nadi nach Norden. Aber wie so oft haben sich die Wettergötter gegen uns entschieden. Wir haben Nordwind, und zwar NUR heute. Klar, wussten wir schon gestern, aber der Plan, nach Norden zu starten, stand schon vor dem Wetterbericht. Na gut, wir haben ja dazu gelernt (hat auch lange genug gedauert). Haben wir einfach unseren Plan nach dem aktuellen Wetter geändert und sind wieder rüber nach Malolo Lailai. Und unsere Entscheidung wurde mit einem wunderschönen Halbwind-Segeln zwischen 6 und 7 kn belohnt. Geht doch!

ohne Worte

Jetzt hängen wir weit ab von der vor Malolo ankernden Meute hinter dem oberhalb liegenden Riff.

Die vor Malolo Lailai liegende Ankermeute – schön weit weg

Morgen soll der Wind wieder seine übliche Richtung SE einnehmen und dann können wir ganz entspannt doch noch nach Norden. Mal sehen. Morgen aus dem Fenster schauen und dann erst die Richtung planen 😉

Das Riff direkt hinter uns

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Wir sind wieder motorisiert

Montag gab es natürlich noch keine Info, ob die Reparatur klappt oder nicht. Also noch eine weitere unruhige Nacht. Dienstag Vormittag dann der erlösende Anruf: das Teil ist abholbereit. Kosten? Keine Ahnung, wir sollen später noch einmal anrufen. Cash Zahlung erforderlich, nur wieviel nun? Haben wir genug Bargeld oder müssen wir erst noch an den „Geld-aus-Wand-Automaten“? Wir stehen eine halbe Stunde vor der Bank rum und warten auf den Preis. 500 Fiji-Dollar haben wir dabei. Brauchen wir mehr oder reicht das? Eigentlich blöd, wir hätten ja einfach Geld ziehen sollen und dann los dackeln, aber wir stehen da rum und warten. Dann der Anruf: 89 Fiji-Dollar! Das sind weniger als 40 Euro! Wir grinsen uns eins und marschieren los Richtung Werkstatt. Da sind wir ja richtig gut bei weg gekommen!

Zur Belohnung gönnen wir uns ein Restaurant-Mittagessen. 2 Portionen Garlic-Chili-Chicken mit Reis und jeder ein Getränk: 18 Fiji-Dollar (7,50 €).

An Bord den Starter eingebaut, Startversuch: nix! Rainer checkt die Starterbatterie. Ohne Belastung hat die nur noch 11,3 Volt, als kaputt. Naja, die ist jetzt 6 Jahre alt und stand schon auf der To-Do-Liste. Müssen wir halt vorziehen. Zum Glück gibt es direkt gegenüber vom Dinghianleger eine Toyota-Vertretung mit Werkstatt, und die haben genau die Batterie, die wir brauchen. Alte Batterie weg geschleppt, neue Batterie ran geschleppt, eingebaut, Startversuch: LÄUFT!!!!

Heute dann noch auf den Markt und in den Supermarkt. Morgen früh geht es dann die 12 sm Richtung Denerau. Wir müssen tanken, die Wäsche muss gewaschen werden (der Schrank ist fast leer, dafür türmen sich die Schmutzwäsche-Berge) und dann kann es endlich raus auf die Inseln gehen.

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Glück gehabt!

Gestern hier bei Flaute angekommen und heute bläst es in Böen mit 20 kn und mehr. Wären wir noch unterwegs, hätten wir das voll auf die Nase bekommen und unser kleiner, fleißiger Dinghimotor hätte keine Chance dagegen gehabt. Wir hätten irgendwo im Nirgendwo fest gesessen, und das für die nächsten Tage, denn der Wind soll erst einmal so bleiben. Gut, dass wir hier sicher am Anker hängen. Der Anlasser ist schon in der Werkstatt, Montag bekommen wir Bescheid, ob ein Ersatzteil beschaffbar ist oder ob das Teil repariert wird. Warten wir es ab. Es gibt schlechtere Orte dafür. Die City und der Markt sind in gut erreichbarer Nähe und unsere Frischevorräte schon wieder aufgefüllt. Allerdings gibt es hier einen allseits bekannten Wermutstropfen. Die Zuckerrohrfabrik pustet immer schön regelmäßig ihren Dreck in die Luft und nachts dreht der Wind meistens so, dass alles raus auf den Ankerplatz geweht wird. Morgens sieht der Dampfer dann aus wie Sau. Zum Glück haben wir unsere Deckswaschpumpe. Die kommt jetzt jeden Morgen zum Einsatz, um die schwarzen Krümel vom Deck zu waschen.

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Besser als erwartet

Wir hängen vor Lautoka am Anker! Es hat wirklich besser geklappt als wir erhofft hatten, zumal für heute eigentlich totale Flaute angesagt war. Aber wie so oft, kam es anders als vorhergesagt. Der Wind war zwar schwach, aber er kam aus der richtigen Richtung und hat uns zum größten Teil auch ohne Hilfsmotor-Unterstützung voran gebracht. Und die Strömung hat zusätzlich noch zwischen 0,2 und 0,5 kn mitgeholfen. Langsam, aber stetig waren wir zwischen 2 und manchmal sogar 4 kn unterwegs. Was wollten wir mehr?! Nach gut  7 Stunden hatten wir die 23 sm geschafft. Unterwegs hatten wir schon telefonisch Kontakt zur Dieselwerkstatt aufgenommen. Die arbeiten tatsächlich am Samstag und wir werden morgen früh direkt dort einfallen. Der Mensch wusste sogar, wovon wir sprachen und was wir für ein Problem haben. Das lässt hoffen! Also bitte weiter Daumen drücken!!! Danke!

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