Abschied von Neukaledonien

Das Warten hat ein Ende. Morgen früh geht es los Richtung Neuseeland. Heute Vormittag haben wir die Behördengänge erledigt (Immigration, Zoll und Hafenkapitän) und die letzten Einkäufe getätigt. Viel zu kaufen gab es nicht, denn wir dürfen nichts Frisches nach Neuseeland einführen. Also sollte alles unterwegs aufgefuttert sein. Wenn die Überfahrt sich nicht ganz so ungemütlich gestaltet, kann sich die Bordfrau auch kräftig daran beteiligen. Die Wetteraussichten sind so lala. Zwischendrin vermutlich Flaute und kurz vor Neuseeland kann uns eine Front erwischen. Ist nun mal so. Die Wettervorhersage kann sich auch in den kommenden Tagen total umkehren. Hatten wir auch schon. Also vertrauen wir unserem Instinkt und segeln los. Gleich noch den Außenborder mit Frischwasser spülen, das Dinghi an Deck hieven und morgen früh noch 350 l zollfreien Diesel tanken. Und dann nix wie weg.

Nix mehr ankern, jetzt wird gesegelt 

Fazit: Es war wie im letzten Jahr auch wirklich wunderschön hier in Neukaledonien. Die Natur, das Essen, die Leute, das Wetter. Ein Grund, im kommenden Jahr wieder her zu segeln.

Aber jetzt erst mal ca. 900 sm, Kurs 150 Grad. Wir werden wohl ein paar sm mehr auf die Uhr bekommen. Der direkte Weg ist nicht möglich. Wir werden öfter mal  SE-Wind haben, der uns zwingt, vom Kurs abzuweichen. Aber so ist das Seglerleben. Wenn man nicht mit dem Motor gegenan will, muss man Umwege in Kauf nehmen. 

Wie bisher wollen wir versuchen, täglich einen kleinen Lagebericht von Bord einzustellen. Das Veröffentlichen auf Facebook geht leider nicht mehr automatisch. Wer Interesse an unserer Fahrt hat, muss auf diesen Blog.

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Unter Beschuss

Der Tag war anscheinend noch nicht aufregend genug. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der nachgeholten Nachtruhe wollten wir uns gerade einen schönen Kaffee gönnen, da gab es einen lauten Knall. Das Geräusch kannten wir schon. Bereits vor 3 Tagen hatten wir das gleiche Phänomen. Eine unserer neu abgefüllten Bierflaschen war hoch gegangen. Überdruck vom Feinsten. Und der war so hoch, dass der Plastikflasche der Boden weg gefetzt wurde und die Flasche wie ein Geschoss nach oben flog, und zwar mit solcher Wucht, dass wir jetzt ein Loch in der Holzverkleidung der Decke haben. Gut, dass einer von uns nicht gerade mit dem Kopf über der Flaschenkiste hing. Das hätte mächtig ins Auge gehen können. Die nächste Anschaffung in Neuseeland sind Glasflaschen. Sind sowieso besser, weil Bügelflaschen, waren uns bisher nur zu teuer. Aber billig zahlt sich bekanntermaßen nicht aus. Die verbliebenen Flaschen werden wir jetzt erst einmal mit alten Cockpit-Kissen abdecken und hoffen, dass die Ladung hält, bis wir in Neuseeland sind. Da werden wir dann die gefährdetsten Flaschen als Erstes lenzen.

Loch mit Bierschaum-Deko

Flaschenbombe

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Fette Beute

Wegen des angesagten starken Westwindes hatten wir uns auf die Ostseite der Bucht von Nouméa verholt. Eigentlich Anker-Verbotszone, aber auch die Locals hatten sich hierher verpieselt. Und wir lagen eigentlich nur 30 m neben der Begrenzungsboje. Sollte also kein Problem sein, zumal viele andere Boote schon fast mitten im Fahrwasser ankerten. Das ging auch 3 Tage gut, bis dann heute früh um 6 Uhr der Hafenkapitän längsseits kam und meinte, wir müssten weg, in einer Stunde käme ein Kreuzfahrer und der brauche den Sicherheitsabstand. Wir fanden das zwar etwas übertrieben, aber man beugt sich halt der Obrigkeit. Die hat schließlich den längeren Arm. Also rein in die Klamotten, Motor an und Anker hoch. Das war schon irgendwie komisch. Die Ankerwinsch musste härter arbeiten als gewohnt. Und dann sahen wir die Bescherung. Ein dicker Bunsch von Netzen, Leinen, eine Ankerboje  und ein Anker mit anhängender Kette hingen schön vertüddelt bei uns im Anker. Ein HOCH auf unsere gute alte Lofrans Ankerwinsch. Viel belächelt, weil nach Meinung einiger Seglerkollegen  überdimensioniert, aber die Wahl hat sich mal wieder ausbezahlt. Ein schwächerer Motor hätte sicher die Grätsche gemacht. Egal, das Zeug musste irgendwie weg. So konnten wir nicht wieder ankern. Mit der guten alten Machete aus Brasilien ging der Skipper vom Dinghi aus zu Werke, derweil die Bordfrau den Meerbaer langsam durch die Gegend schipperte. Nach einer geschlagenen Stunde war es dann geschafft. Das Gelumpe ging auf Tiefe und unser Anker war wieder einsatzbereit. Das Frühstück hatten wir uns wirklich verdient.

Fette Beute 

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Der Frustspiegel steigt

Es ist wirklich schön hier in Neukaledonien. Klares, mittlerweile auch warmes Wasser, schöne Ankerplätze, nette Leute. Wenn nur die Preise nicht wären! Bei jedem Gang durch den Supermarkt oder über den Markt steigt der Frustspiegel höher und höher. Neukaledonien war schon im letzten Jahr nicht günstig, aber in diesem Jahr gibt es anscheinend nach oben keine Grenzen mehr. Obst und Gemüse sind kaum zu bezahlen. Einpaar Beispiele gefällig? Bananen 5 € das Kilo, Ananas 8 €,Weintrauben 7 €, Zwiebeln 3 €, Kartoffeln 2,50 €, Möhren 3 €,Tomaten 5 € usw., usw. Heute haben wir Haferflocken gekauft. Das Kilo „ nur“ 7 €. Bier und Wein sind bereits vom Speisezettel gestrichen. Eine Dose billig-Bier (0,33 l) kostet 1,60 €, eine Flasche no-name Rotwein 9 €. Käse, Wurst und Schinken sind für uns kaum bezahlbar. Und die Preisspirale dreht sich weiter. Noch vor 2 Wochen haben wir Apfelsaft (der günstigste, den wir finden konnten) für 150 XPF (100 XPF sind knapp 0,84 €) bekommen, der gleiche Saft kostete heute 212 XPF, eine Preissteigerung um mehr als 30 %. Es soll ja Leute geben, denen das nichts ausmacht. Aber bei unserem knappen Budget ist so die Zeit hier automatisch begrenzt. Glücklicherweise hatten wir noch so einiges an Vorräten gebunkert und wir brauchten lediglich Frisches nachzukaufen. Oh, Entschuldigung, eines ist doch günstig. Diesel und Benzin können wir nach dem Ausklarieren zollfrei bunkern, den Liter für umgerechnet 0,80 €. Da werden wir dann mal so richtig zuschlagen ;-).

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Entspannte Tage

Schön war es auf der Ile des Pins. Wir haben die paar Tage so richtig genossen. Sogar die Besteigung des Pic Nga mit fast 300 m Höhe habe ich zusammen mit Anke von der „Tramp“ gemacht  (die Männer hatten Borddienst).

Der Eingang zum Aufstieg

4 Stunden lang (hin und zurück) ging es über Stock und Stein, durch Büsche und über ein steiles Geröllfeld. Dafür wurden wir aber in luftiger Höhe mit einer traumhaften Aussicht belohnt.

Blick von oben

Und damit nicht genug. Am nächsten Tag war ein weiterer Spaziergang rund um die Halbinsel angesagt. Wir hatten die Halbinsel schon so gut wie umrundet und konnten die Ankerbucht schon fast sehen, da wurde uns der Weg von einem Zaum versperrt und wir konnte den ganzen Weg noch einmal zurück laufen.

Ein schönes Exemplar der hier heimischen Schlangen

War trotzdem schön und hat auch „nur“ 2 Stunden gedauert. Nun ist aber genug mit laufen. Außerdem sind Anke und Günther mit ihrer Tramp heute nach Neuseeland aufgebrochen.

Heute früh gingen wir dann auch Anker auf und sind Richtung Prony-Bay gesegelt. Herrliches Segeln mit Halbwind. 6-7 kn standen fast die ganze Strecke lang auf der Uhr. Nur in der Prony-Bay sind wir erst einmal rum geirrt auf der Suche nach einer freien Boje oder einem guten Ankerplatz. Einige Versuche sind am steinigen Untergrund gescheitert und nach mehr als einer Stunde haben wir den Anker dann endlich in der Baie de la Somme versenkt. Lange werden wir sicherlich nicht hier bleiben. Das nächste Ziel ist die Ile Ouen, vorher noch ein Stopp an der Ilot Casy.

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Das Bad am Dienstag Morgen

…eher unfreiwillig. Ich wollte „nur mal eben“ zum Hotel rüber, um einen Voucher für den Internet-Zugang zu kaufen. Mein Käpt’n meinte:“ Nimm doch einfach das Kajak, da kannst Du direkt vor dem Hotel am Strand parken. Mit dem Dinghi geht das nicht. Da müsstest Du dann so weit laufen. Ist doch so viel einfacher.“ War einleuchtend und auch gleichzeitig eine kleine „Bewegungsübung“. Also Kajak ab ins Wasser, Geld in einen wasserdichten Beutel und ab. Hätte mir beim Einsteigen schon auffallen müssen, dass erheblicher Schwell in die Bucht stand. Ich also los gepaddelt, ran an den Strand. Ging alles ganz easy.  Eine dicke Welle abwarten und mit den nächsten kleinen an den Strand schieben lassen. Dann schnell zur Hotelrezeption Voucher kaufen und zurück zum Meerbaer. War einfacher gedacht als getan. Innerhalb von 10 Minuten war der Schwell an den Strand erheblich gewachsen. Da musste ich erst mal durch die Brandung. Also vorsichtig das Kajak Richtung Wellen ausgerichtet. Da war es auch schon passiert. Die erste dicke Welle bekam das Kajak leicht von schräg zu packen und warf es auf die Seite – und mich mit. Einmal Vollwaschgang mit Sandpeeling. Alles natürlich mit Publikum 😉 . Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die Brille noch auf der Nase war, nächster Versuch. Diesmal hatte ich das Kajak zwischen die Beine geschoben und so genau auf 90 Grad gegen die Wellen ausgerichtet. Eine Welle hob es an und dann nichts wie los. Hinsetzen und paddeln, was das Zeug hält. Geschafft!! Durch die Brandung durch und dann ab Richtung Heimat. Rainer war ganz enttäuscht, dass der meinen Stunt nicht gesehen hatte. Er meinte, das wäre doch ein schönes Video für Youtube geworden.:-)

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Ile des Pins

Nachdem wir im vergangenen Jahr vergeblich auf ein passendes Wetterfenster, nämlich auf Westwind, gewartet hatten, haben wir in diesem Jahr mehr Glück. Seit Dienstag Mittag haben wir West bis Südwest, zwar schwach, aber segelbar. Also noch schnell ein paar Einkäufe in Nouméa und dann Anker auf und los. Wir hatten uns auf eine Segelfahrt mit Motorunterstützung eingestellt, aber schon nach einer Stunde war der Wind so stark, dass wir zumindest mit 3-4 kn voran kamen. Also Motor aus. Und der Wind legte dann sogar noch etwas zu. Nach 7 Stunden und 30 sm fiel unser Anker im Riff vor der Insel Mato auf 6 m Wassertiefe.

 

Ilot Mato

Am nächsten Morgen um 7 Uhr – für uns ganz ungewöhnlich – ging es schon wieder weiter. Und auch da wieder: segeln vom Feinsten! 8,5 Stunden und 44 sm später ankern wir in der Kuto-Bay auf der Ile des Pins. 

Kuto-Bay

Nach einer ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück erst einmal ein kleiner Spaziergang zum „Supermarkt“, Baguettes kaufen. Glück gehabt, gerade noch 4 Stück da.

Auf dem Weg zurück ging es am Strand längs. Hier gibt es den feinsten Sand, den wir jemals gesehen haben. Traumhaft. Das Einzige, was stört, sind die vielen Tagesgäste von dem Kreuzfahrer, der für einen Tag draußen vor der Bucht vor Anker liegt. Vor lauter dicken Bäuchen mit blauen Handtüchern muss man am Strand Slalom laufen, zumal gerade Hochwasser ist und der Strand ein wenig schmaler.

Ansonsten gefällt es uns hier ausnehmend gut. Hier werden wir es sicherlich ein paar Tage aushalten.

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