Tag 4

Noch 470 sm bis zur Bay of Islands. Norfolk passieren wir gerade 40 sm im Osten. Momentan liegt die Bay direkt an. Entgegen allen Unkenrufen laeuft Meerbaer auch hoch am Wind super. Liegt allerdings auch daran, dass wir eine zwar recht hohe, aber doch gleichmaessige und lange Duenung aus Ost haben ohne strubbeligen Seegang, der uns sonst ausbremsen wuerde. So geht Meerbaer wir im Fahrsstuhl gemuetlich rauf und runter, ohne an Speed zu verlieren oder aus dem Kurs gedrueckt zu werden. Durch den gleichmaessigen Winddruck haelt auch unser geflicktes Segel. Also alles in Butter auf’m Kutter.
Position am 15.12.2018 00.00 Uhr UTC: 28.49 S, 168.41 E, Kurs 145 Grad, Speed 5 kn

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Tag 3

Noch 560 sm bis zur Bay of Islands, es läuft. Zwar langsam aber immerhin. Meerbaer ist nicht fuer Spitzenleistung am Wind bekannt, aber wenn es sein muss, kann er es auch. Es ist ein Wunder , wie die alten Segel – nach immerhin mittlerweile fast 60 000 sm – noch einigermassen arbeiten. Wir haben ca 12 Kn Wind aus NE und machen alle 4 Std 20 sm. Ok, sonst gibt es nicht viel Neues. Die Grosssegel-Reparatur hat einigermassen geklappt, der Blick geht aber immer mal wieder zum uebertapeten Riss. Herrliche Naechte mit zunehmendem Mond und die ganze Pracht der Milchstrasse ueber uns. Ansonsten alles gut und wir geniessen weiter die Fahrt.
Position am 14.12.2018 02.00 Uhr UTC: 27.08 S, 167.45 E, Kurs 148 Grad, Speed 5,5 kn

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Tag 2

Heute kurz nach Mitternacht kam der versprochene Winddreher und nun sind wir auf Kurs. Allerdings langsam und seit 4 Uhr unter Maschine. Fast Flaute. Aber egal, heute Mittag wollen wir die Reparatur vom Grosssegel angehen und da kommt es uns gerade recht, wenn die See ruhig ist. Hoffen wir mal, dass die Reparatur klappt und das Segel bis Neuseeland durchhaelt. Ansonsten nicht viel Neues an Bord. Wir sind ueberraschenderweise beide schon in unserem Rhythmus und geniessen es.
Position am 12.12.2018 23.00 Uhr UTC: 25.24 S, 166.45 E, Kurs 148 Grad, Speed 5 kn

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1.Tag

Leicht gehandicapt!
Heute morgen beim Wachwechsel ist uns leider ein dummes Missgeschick passiert! Der Wachgaenger war rechtschaffen muede, die Abloesung noch im Halbschlaf. Wir waren fuer die Nacht noch im 1. Reff und dieses sollte nun rausgenommen werden. Leider uebersahen wir beide noch ein Reffbaensel und rissen uns die Reffkausch vom Segel. Natuerlich plus einem Riss fast bis zum Unterliek. Jetzt ist im Moment das Gross nur im 2. Reff zu gebrauchen. Schoene Schiete. Anyway, wir werden versuchen es etwas zu flicken, um es wenigsten bei Leichtwind voll fahren zu koennen. Wir werden berichten! Etmal ca 107 sm. Kurs 180 Grad. Speed 4.5 Kn. Pos.:24.05 S 166.08 E.

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Abschied von Neukaledonien

Das Warten hat ein Ende. Morgen früh geht es los Richtung Neuseeland. Heute Vormittag haben wir die Behördengänge erledigt (Immigration, Zoll und Hafenkapitän) und die letzten Einkäufe getätigt. Viel zu kaufen gab es nicht, denn wir dürfen nichts Frisches nach Neuseeland einführen. Also sollte alles unterwegs aufgefuttert sein. Wenn die Überfahrt sich nicht ganz so ungemütlich gestaltet, kann sich die Bordfrau auch kräftig daran beteiligen. Die Wetteraussichten sind so lala. Zwischendrin vermutlich Flaute und kurz vor Neuseeland kann uns eine Front erwischen. Ist nun mal so. Die Wettervorhersage kann sich auch in den kommenden Tagen total umkehren. Hatten wir auch schon. Also vertrauen wir unserem Instinkt und segeln los. Gleich noch den Außenborder mit Frischwasser spülen, das Dinghi an Deck hieven und morgen früh noch 350 l zollfreien Diesel tanken. Und dann nix wie weg.

Nix mehr ankern, jetzt wird gesegelt 

Fazit: Es war wie im letzten Jahr auch wirklich wunderschön hier in Neukaledonien. Die Natur, das Essen, die Leute, das Wetter. Ein Grund, im kommenden Jahr wieder her zu segeln.

Aber jetzt erst mal ca. 900 sm, Kurs 150 Grad. Wir werden wohl ein paar sm mehr auf die Uhr bekommen. Der direkte Weg ist nicht möglich. Wir werden öfter mal  SE-Wind haben, der uns zwingt, vom Kurs abzuweichen. Aber so ist das Seglerleben. Wenn man nicht mit dem Motor gegenan will, muss man Umwege in Kauf nehmen. 

Wie bisher wollen wir versuchen, täglich einen kleinen Lagebericht von Bord einzustellen. Das Veröffentlichen auf Facebook geht leider nicht mehr automatisch. Wer Interesse an unserer Fahrt hat, muss auf diesen Blog.

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Unter Beschuss

Der Tag war anscheinend noch nicht aufregend genug. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der nachgeholten Nachtruhe wollten wir uns gerade einen schönen Kaffee gönnen, da gab es einen lauten Knall. Das Geräusch kannten wir schon. Bereits vor 3 Tagen hatten wir das gleiche Phänomen. Eine unserer neu abgefüllten Bierflaschen war hoch gegangen. Überdruck vom Feinsten. Und der war so hoch, dass der Plastikflasche der Boden weg gefetzt wurde und die Flasche wie ein Geschoss nach oben flog, und zwar mit solcher Wucht, dass wir jetzt ein Loch in der Holzverkleidung der Decke haben. Gut, dass einer von uns nicht gerade mit dem Kopf über der Flaschenkiste hing. Das hätte mächtig ins Auge gehen können. Die nächste Anschaffung in Neuseeland sind Glasflaschen. Sind sowieso besser, weil Bügelflaschen, waren uns bisher nur zu teuer. Aber billig zahlt sich bekanntermaßen nicht aus. Die verbliebenen Flaschen werden wir jetzt erst einmal mit alten Cockpit-Kissen abdecken und hoffen, dass die Ladung hält, bis wir in Neuseeland sind. Da werden wir dann die gefährdetsten Flaschen als Erstes lenzen.

Loch mit Bierschaum-Deko

Flaschenbombe

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Fette Beute

Wegen des angesagten starken Westwindes hatten wir uns auf die Ostseite der Bucht von Nouméa verholt. Eigentlich Anker-Verbotszone, aber auch die Locals hatten sich hierher verpieselt. Und wir lagen eigentlich nur 30 m neben der Begrenzungsboje. Sollte also kein Problem sein, zumal viele andere Boote schon fast mitten im Fahrwasser ankerten. Das ging auch 3 Tage gut, bis dann heute früh um 6 Uhr der Hafenkapitän längsseits kam und meinte, wir müssten weg, in einer Stunde käme ein Kreuzfahrer und der brauche den Sicherheitsabstand. Wir fanden das zwar etwas übertrieben, aber man beugt sich halt der Obrigkeit. Die hat schließlich den längeren Arm. Also rein in die Klamotten, Motor an und Anker hoch. Das war schon irgendwie komisch. Die Ankerwinsch musste härter arbeiten als gewohnt. Und dann sahen wir die Bescherung. Ein dicker Bunsch von Netzen, Leinen, eine Ankerboje  und ein Anker mit anhängender Kette hingen schön vertüddelt bei uns im Anker. Ein HOCH auf unsere gute alte Lofrans Ankerwinsch. Viel belächelt, weil nach Meinung einiger Seglerkollegen  überdimensioniert, aber die Wahl hat sich mal wieder ausbezahlt. Ein schwächerer Motor hätte sicher die Grätsche gemacht. Egal, das Zeug musste irgendwie weg. So konnten wir nicht wieder ankern. Mit der guten alten Machete aus Brasilien ging der Skipper vom Dinghi aus zu Werke, derweil die Bordfrau den Meerbaer langsam durch die Gegend schipperte. Nach einer geschlagenen Stunde war es dann geschafft. Das Gelumpe ging auf Tiefe und unser Anker war wieder einsatzbereit. Das Frühstück hatten wir uns wirklich verdient.

Fette Beute 

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