Sie dreht sich wieder

unsere Ankerwinsch! Zwar erst einmal nur in eine Richtung, zum Glück die richtige, nämlich zum Anker aufholen. Nachdem wir gefühlte 20 Hardware- und Tool-Shops in Nadi abgeklappert hatten, haben wir eine Feder gefunden, die zumindest halbwegs die Länge und die Stärke der zerbrochenen Feder hat.

Auf dem Weg vom Boot zur Marina war uns auch noch der Außenborder verreckt. Er qualmte und ging dann aus. Impeller kaputt. Also war erst mal Rudern angesagt. Ungeplanter Frühsport. Zum Glück hat uns auf dem Weg zurück zum Meerbaer ein anderer Segler, der auch gerade mit seinem Dinghi auf dem Weg zurück zu seinem Boot war, abgeschleppt. Sonst wäre das eine Ruderpartie von bestimmt einer Stunde geworden, denn wir hatten auch die Tide gegen uns.

Zu Hause angekommen wurde dann zuerst das Hauptproblem angegangen: die Ankerwinsch. Feder zurecht gebogen, eingebaut, alles wieder zusammengebaut und dann ging das Gewürge los. Zu zweit im Ankerkasten auf der Kette hockend musste das schwere Teil hochgestemmt und gleichzeitig in eine Nut eingefädelt werden. Die Arme wurden immer lahmer und der Motor gefühlt immer schwerer. Aber irgendwann passte es dann doch. Nachdem das schwere Teil mit einer Mutter fixiert war, war der Rest einfach. Dann nur noch die Verkabelung wieder zusammen pfriemeln und Testlauf. Wie gesagt, Anker auf geht zum Glück. Die Feder hat nur die Funktion, beim Kette auslassen die Sperre zurückzuziehen und dafür ist sie leider zu schlapp. Aber egal. In 3 Wochen bekommen Freunde von uns Besuch aus Deutschland und der bringt uns das richtige Ersatzteil mit.

Nächstes Problem: Außenborder. Im Handbuch sind alle möglichen Reparatur- und Wartungsarbeiten beschrieben, nur leider nicht der Impeller-Wechsel. Das Internet war da auch nicht sehr hilfreich. Also probieren geht über studieren. Ein ordentlicher Fummelkram. Natürlich hatten wir auch einige Schrauben gelöst, die gar nicht nötig waren. Aber zu guter Letzt hat es geklappt. Neuer Impeller drin, alles wieder richtig zusammen gebaut – es ist auch keine Schraube übrig geblieben 😉

Testlauf: er spuckt wieder Kühlwasser!!!

Jetzt aber erst einmal ein kühles Bier! Das haben wir uns verdient!!!

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Kleiner Schaden, große Wirkung

Ermüdungsbruch am Ende der Feder.

Auf unsere Lofrans Albatros Ankerwinsch lasse ich eigentlich nichts kommen. Seit mehr als zwanzig Jahren verrichtet sie ihren Dienst. In den vergangenen zehn Jahren waren wir nur in den ersten fünf zu einem Drittel in Marinas. Die letzten vier Jahre maximal drei Wochen im Jahr in der Marina oder an Land. Das gute Stück hat also schon sehr ordentlich gearbeitet.

Aber vorgestern war damit erstmal Schluß. In der Saweni Bay ging die Kette weder rauf noch runter. Saweni Bay, hmmm. Nach Lautoka und nach Nadi mit dem Dhingi zu weit. Vor Lautoka hatten wir uns gerade erst von der Sugarmill einsauen lassen. Also Anker auf und nach Denerau. Ok, Anker auf hieß also fünfzig Meter Ankerkette plus fünfunddreißig Kilo Bügelanker mit der Hand wuppen. Ging eigentlich erstaunlich gut, weil null Wind und keine Welle. Nur die letzten zehn Meter waren nicht so easy, weil auch gleichzeitig das ganze Ankerzeugs noch mit dem Deckswaschschlauch gesäubert werden musste. Nach der heutigen Demontage stellte sich Gott sei Dank „nur“ der Federbruch als Ursache heraus. So wird unser eh schon knappes Budget nicht noch mit der Ausgabe für eine neue Winsch belastet. Puhhhh!

Morgen dann mit dem Bus nach Nadi oder auch Lautoka. Die gleiche Feder hier in Fidschi zu bekommen wäre unverschämtes Glück. Aber eine ähnliche als vorübergehende Notlösung wird es geben. Die Originale von Lofrans bestellen wir uns, wenn wir wieder in Neuseeland sind. Denn eines ist ganz klar, nach Sichtung eines vollkommen verschleißfreien Innenleben wird diese alte robuste Winsch die nächsten zwanzig Jahre weiterhin ihren Dienst tun.

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„Wenn der Hahn kräht…

…auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.“

Nach diesem Motto werden hier scheinbar die Wettervorhersagen erstellt. Noch Samstag früh wurden uns für die Nacht in Böen mehr als 40 kn und sintflutartige Regenfälle versprochen. Was kam tatsächlich: 10 Std. „normaler“ Regen und die ganze Nacht über Flaute. Der Regen reichte allerdings aus, um genug Wasser für die kleine bis mittlere Wäsche zu sammeln und den Wassertank zu füllen.

Weil es schon morgens zu regnen begann, haben wir unsere Großeinkauf verschoben. Meerbaer hatte bereits eine schöne dicke Rußschicht von der Zuckerrohr-Mühle in Lautoka an Deck kleben, die wir mit dem Regen zum Glück abwaschen konnten. Wegen der Windvorhersage haben wir uns dann vorsichtshalber in die Saweni-Bay verholt. Und da ereilte uns der nächste „Bruch“: unsere Ankerwinsch will nicht mehr 🙁 . Noch haben wir keine Ahnung, was damit los ist. Hoffentlich nur eine Kleinigkeit. Auf jeden Fall hatten wir natürlich wegen der Starkwindwarnung reichlich Kette draußen und die durften wir nun heute Vormittag per Hand einholen. Unsere Rücken haben sich gefreut.

Jetzt liegen wir vor Denarau – hier ist die Wassertiefe nur 4 m und da brauchen wir nicht so viel Kette – und werden uns die Bescherung mal genauer ansehen. Will heißen: Vorpiek total ausräumen und die Ankerwinsch ausbauen. Da kommt Freude auf. Wir hatten das Teil ja erst im April draußen und waren froh, das schwere Ding wieder eingebaut zu haben. Und da heißt es immer: „Was macht Ihr Segler eigentlich so den ganzen Tag über?“ Wie hatte ein leider schon verstorbener Freund seinerzeit mal gesagt: „Wir reparieren uns um die Welt“.

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Von Ost nach West

Weiter geht’s – und immer schön die Angel hinterher zerren. Von Taveuni aus hatten wir einen wunderschönen Segeltag nach Koro Island. Strahlender Sonnenschein und eine schöne Backstagsbrise, was will man mehr (außer evtl. doch noch einen kleinen Fisch an der Angel?). Nee, nix da, kein Biss. Der Ankerplatz im Norden von Koro war etwas schaukelig, aber daran hatten wir uns mittlerweile gewöhnt. Und es war ja auch nur eine Nacht geplant.

Makogai

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück gingen wir gleich wieder Anker auf Richtung Makogai Island. Und wieder Segeln wie im Bilderbuch. Die 30 sm sind wie im Fluge vergangen. Und die nächste Schaukel-Nacht. Sobald der Wind sich schlafen gelegt hatte, lag Meerbaer quer zum Schwell, der leider immer irgendwie um die Ecke kommt, egal auf welcher Seite der Insel man sich gerade befindet.

Makogai

Mittlerweile hatten wir wieder Sonntag – haben wir ja irgendwie immer. Nach dem Frühstück den Anker hoch, unter Maschine noch die Riffdurchfahrt passiert und dann Segel hoch und Motor aus. Segeln!!!

Naigani

Und dann einer unserer Lieblings-Ankerplätze: Naigani Island. Diesmal hatten wir Glück. Kein anderer Segler, keine Menschenseele. Alles für uns ganz alleine! Südseetraum! Hier haben wir es dann auch 3 Tage ausgehalten. Schwimmen, schnorcheln, am Strand spazieren gehen, faulenzen.

Leider gingen dann doch so langsam unsere Vorräte zur Neige. Obst und Gemüse hält sich in den Tropen eher nicht so lange. Also Abschied von Naigani und auf Richtung Hauptinsel Viti Levu. Einmal rum von der Ostseite auf die Westseite. Und siehe da: Neptun hatte Erbarmen mir uns und hat uns ein Fischlein an den Haken gebunden! Die Angel rauschte aus wie wild und der Käpt’n musste lange kämpfen, bis er die Beute an Deck hatte. Ein wunderschöner Rainbowrunner. Kannten wir vorher nicht. Dank Ron sind wir nun schlauer. Und seine Empfehlung, dies sei ein sehr schmackhafter Fisch, war genau richtig. Der war richtig lecker!!!

Rainbowrunner

Und jetzt liegen vor vor Anker gegenüber von Lautoka vor Bekana Island. Morgen und übermorgen werden Markt und Supermarkt geentert und dann müssen wir uns für 2 Tage einmuckeln. Angeblich soll es am Wochenende schütten wie aus Eimern. Die Gelegenheit zum Wasser sammeln für die kleine und mittlere Wäsche. Unsere Wassersammel-Bütten stehen griffbereit und müssen nur noch platziert werden. Warten wir mal ab, ob das auch wirklich so kommt. Es ist oft vorgekommen, dass Tage vorher schon Alarm geschrien wurde und am Ende dann doch nichts war. Wir werden sehen. Die Wettermodelle sind sich bei der Windvorhersage so gar nicht einig. Die einen sagen für die Nacht von Samstag auf Sonntag Böen von mehr als 40 kn aus NW vorher, die anderen prophezeien Südwind mit 10 kn. Was soll man da glauben? Da kann man nur abwarten. Aber bis dahin sind noch 2 Tage, da kann sich auch in der Vorhersage noch so einiges ändern 😉

Ach so, hatten wir fast vergessen: Vor ein paar Tagen hat sich unsere Backbord-Schotwinsch verabschiedet. Es gab einen Ruck und das Ding hing schief. Die Aluminium-Basis hatte es an einer Seite zerbröselt. Und die ist leider wichtig, weil die Winsch darauf dreht. Erste Notlösung: Backbordschot quer durchs Cockpit auf die Steuerbord-Winsch umleiten. Aber dann hatten wir die Idee: Der Zug der Schot geht nur auf eine Seite, nämlich die, die kaputt gegangen war. Warum nicht die Basis einfach umdrehen? Dann hat der Zug wieder ein festes Gegenstück. Probieren geht über studieren und innerhalb von 20 Minuten sah das Ding wieder wie neu aus. Und hält!! Dieses Provisorium wird uns wohl noch eine Weile begleiten, denn die Winsch ist über 20 Jahre alt und wird nicht mehr gebaut. Lewmar hat es noch nicht einmal für nötig befunden, auf unsere Anfrage nach einem Ersatzteil zu antworten. Sollen sie ihren Kram doch behalten. Wir kommen auch so zurecht;-)

sieht nicht so gut aus
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Tops und Flops

Die eine Woche, die wir nun seit Savusavu unterwegs sind, hatte einiges zu bieten. Nachdem wir Fawn Harbour hinter uns gelassen hatten, ging es erst einmal Richtung Taveuni. In der engen Durchfahrt Somosomo Strait erhofften wir uns endlich den lange ersehnten Fisch an der Angel, zumal wir ja den neuen „Super“-Köder hatten. Aber weder in der Somosomo Strait, wo wir bei den letzten Malen immer was am Haken hatten, noch später konnten wir ein Fischlein an Bord hieven. Im Gegenteil. Gestern noch hatte ein dickes Ding angebissen und uns dann den neuen Köder samt Vorfach abgerissen. Muss wohl ein bis zwei Nummern zu groß gewesen.

Aber der Reihe nach: Im Norden von Taveuni haben wir eine ziemlich rollige Nacht verbracht, bevor wir dann Richtung Norden aufgebrochen sind. Unser Ziel: das Budd Reef. Der Weg dahin bescherte uns ein paar schöne Segelmeilen mit teilweise mehr als 7 kn Speed. Der Ankerplatz war aber mal wieder enttäuschend. Der Wind hatte mehr auf Ost gedreht und machte auch diesen Ankerplatz im Norden von Yanuca Island rollig. Das versprach dann die zweite Nacht mit unruhigem Schlaf. Wir hatten kaum unseren Anker versenkt, da näherte sich schon ein Langboot mit einem Local. Der war angeblich der vorübergehende Dorfvorsitzende. Der alte Chief war vor ein paar Tagen verstorben und ein neuer noch nicht benannt worden. Trotzdem wurden wir von ihm eingeladen, das Dorf zu besuchen. Er nahm unser Dinghi in Schlepp und zeigte uns die Riffdurchfahrt zum Dorf. Dann führte er uns in sein Haus, fragte uns aus – vor allen Dingen nach unseren „Vermögensverhältnissen“ – nahm das Kava-Bündel in Empfang, das war’s. Dann durften wir wieder zurück. Er hatte uns wohl (zu Recht) nicht als zu melkende Crew eingeschätzt und sah keine Veranlassung, uns weiter zu bedienen. Also keine Kava-Zeremonie. Waren wir auch nicht wirklich scharf drauf 😉

Taveuni, die Garteninsel.

Nach der rolligen Nacht hatten wir keine Lust mehr auf Budd-Reef und machten uns dann segelnderweise auf Richtung Albert-Cove auf Rabi-Island. Die Bucht kannten wir schon und wussten, dass das ein wirklich schöner Ankerplatz ist mit Gelegenheiten zum Schnorcheln. Hier haben wir es dann auch 3 Tage ausgehalten – und das sogar ohne Internet. Mittwoch dann ab nach Süden. Die Nacht haben wir in der Buca-Bay verbracht, aber direkt nach dem Frühstück ging es dann Richtung Taveuni. In Somosomo mussten wir noch ein paar frische Früchte für die nächsten Tage einkaufen. Dann gleich wieder Anker auf, weiter nach Süden bis zur Spitze von Taveuni. Wir ankern vor dem Paradise Resort. Alle Moorings vom Resort sind frei und man wollte uns sofort an einer davon anbinden. Da wir aber nicht vorhaben, das Resort zu besuchen, haben wir abgewunken. Wir bleiben am Anker hängen. Morgen früh geht es gleich weiter.

Und immer noch kein Fisch an der Angel. Grrr!!!

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Wieder unterwegs

Eine Woche Savusavu reicht. Wir haben uns ausgeruht, akklimatisiert und verproviantiert. Heute Vormittag noch schnell den Markt geentert und jede Menge Obst gebunkert. Gemüse war leider nicht so viel im Angebot. Aber egal. Für die kommenden 3 Wochen dürften wir genug gebunkert haben.

Heute sind wir nur kurz „um die Ecke“ und hängen am Anker vor dem Cousteau-Resort. Morgen früh nach dem Frühstück geht es dann raus auf See Richtung Osten. Geplant sind Tagesetappen. Erstes Ziel ist Fawn Harbour. Danach dann durch die Somosomo Strait an Taveuni längs nach Norden. Die Albert Cove auf Rabi ist ein Muss. Danach dann? Je nach Windrichtung. Wir würden gerne noch zu den Ringgold Islands und evtl. ins Budd-Reef. Aber wenn der Wind günstig weht, um nach Süden zu kommen, werden wir entsprechend umdisponieren. Vielleicht schaffen wir es ja diesmal nach Fulaga in der Lau-Gruppe. Das wäre dann der 3. Versuch.

Wir haben uns noch einen neuen Angelköder besorgt, und zwar einen der angeblich so phantastischen Skabenga-Lures. Den werden wir dann mal ausprobieren und hoffen auf eine schöne Fischmahlzeit. Petri Heil!

Hier noch ein paar Fotos aus dem Minerva-Riff:

Weißspitzen-Riffhai
„Frosch“-Koralle
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Bula Fiji!

Wir sind angekommen! Nach knapp 4 Tagen haben wir Meerbaer an der Mooring No. 4 in der Waitui-Marina angebunden. Der letzte Tag der zweiten Etappe von Minerva bis hierher hat uns einen traumhaften Segelwind beschert – und wir konnten ihn nicht ausnutzen. Um nicht zur falschen Zeit anzukommen und Overtime-Gebühren zahlen zu müssen, mussten wir die „Bremse rein hauen“. Großsegel gerefft, Genua halb weg gerollt und Besan ganz geborgen. Und wir haben immer noch 5 kn Speed gemacht. Das wäre ein tolle Rauschefahrt geworden. Pech gehabt. Aber wir wollen uns nicht beklagen. Wir sind happy, hier in Savusavu zu sein. Es ist schon fast wie nach Hause kommen. Von der Belegschaft der Marina wurden wir herzlichst begrüßt und sogar die Dame vom Zoll konnte sich noch an uns erinnern. Hier in Savusavu hat sich seit dem letzten Jahr nicht wirklich was verändert. Der Wochenmarkt ist derzeit eine Baustelle. Wir sind gespannt, wie lange sich die Bauarbeiten hinziehen. In Fiji ticken die Uhren halt langsamer. Nix für deutsche Perfektionisten. Dafür läuft hier alles viel entspannter. Kommste heute, kommste morgen, nur nicht hetzen!

Jetzt erst mal auch mit dem Kopf ankommen und noch schön ausschlafen. Morgen ist auch noch ein Tag – und übermorgen ebenfalls. So long.

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