Wir sind wieder motorisiert

Montag gab es natürlich noch keine Info, ob die Reparatur klappt oder nicht. Also noch eine weitere unruhige Nacht. Dienstag Vormittag dann der erlösende Anruf: das Teil ist abholbereit. Kosten? Keine Ahnung, wir sollen später noch einmal anrufen. Cash Zahlung erforderlich, nur wieviel nun? Haben wir genug Bargeld oder müssen wir erst noch an den „Geld-aus-Wand-Automaten“? Wir stehen eine halbe Stunde vor der Bank rum und warten auf den Preis. 500 Fiji-Dollar haben wir dabei. Brauchen wir mehr oder reicht das? Eigentlich blöd, wir hätten ja einfach Geld ziehen sollen und dann los dackeln, aber wir stehen da rum und warten. Dann der Anruf: 89 Fiji-Dollar! Das sind weniger als 40 Euro! Wir grinsen uns eins und marschieren los Richtung Werkstatt. Da sind wir ja richtig gut bei weg gekommen!

Zur Belohnung gönnen wir uns ein Restaurant-Mittagessen. 2 Portionen Garlic-Chili-Chicken mit Reis und jeder ein Getränk: 18 Fiji-Dollar (7,50 €).

An Bord den Starter eingebaut, Startversuch: nix! Rainer checkt die Starterbatterie. Ohne Belastung hat die nur noch 11,3 Volt, als kaputt. Naja, die ist jetzt 6 Jahre alt und stand schon auf der To-Do-Liste. Müssen wir halt vorziehen. Zum Glück gibt es direkt gegenüber vom Dinghianleger eine Toyota-Vertretung mit Werkstatt, und die haben genau die Batterie, die wir brauchen. Alte Batterie weg geschleppt, neue Batterie ran geschleppt, eingebaut, Startversuch: LÄUFT!!!!

Heute dann noch auf den Markt und in den Supermarkt. Morgen früh geht es dann die 12 sm Richtung Denerau. Wir müssen tanken, die Wäsche muss gewaschen werden (der Schrank ist fast leer, dafür türmen sich die Schmutzwäsche-Berge) und dann kann es endlich raus auf die Inseln gehen.

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Glück gehabt!

Gestern hier bei Flaute angekommen und heute bläst es in Böen mit 20 kn und mehr. Wären wir noch unterwegs, hätten wir das voll auf die Nase bekommen und unser kleiner, fleißiger Dinghimotor hätte keine Chance dagegen gehabt. Wir hätten irgendwo im Nirgendwo fest gesessen, und das für die nächsten Tage, denn der Wind soll erst einmal so bleiben. Gut, dass wir hier sicher am Anker hängen. Der Anlasser ist schon in der Werkstatt, Montag bekommen wir Bescheid, ob ein Ersatzteil beschaffbar ist oder ob das Teil repariert wird. Warten wir es ab. Es gibt schlechtere Orte dafür. Die City und der Markt sind in gut erreichbarer Nähe und unsere Frischevorräte schon wieder aufgefüllt. Allerdings gibt es hier einen allseits bekannten Wermutstropfen. Die Zuckerrohrfabrik pustet immer schön regelmäßig ihren Dreck in die Luft und nachts dreht der Wind meistens so, dass alles raus auf den Ankerplatz geweht wird. Morgens sieht der Dampfer dann aus wie Sau. Zum Glück haben wir unsere Deckswaschpumpe. Die kommt jetzt jeden Morgen zum Einsatz, um die schwarzen Krümel vom Deck zu waschen.

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Besser als erwartet

Wir hängen vor Lautoka am Anker! Es hat wirklich besser geklappt als wir erhofft hatten, zumal für heute eigentlich totale Flaute angesagt war. Aber wie so oft, kam es anders als vorhergesagt. Der Wind war zwar schwach, aber er kam aus der richtigen Richtung und hat uns zum größten Teil auch ohne Hilfsmotor-Unterstützung voran gebracht. Und die Strömung hat zusätzlich noch zwischen 0,2 und 0,5 kn mitgeholfen. Langsam, aber stetig waren wir zwischen 2 und manchmal sogar 4 kn unterwegs. Was wollten wir mehr?! Nach gut  7 Stunden hatten wir die 23 sm geschafft. Unterwegs hatten wir schon telefonisch Kontakt zur Dieselwerkstatt aufgenommen. Die arbeiten tatsächlich am Samstag und wir werden morgen früh direkt dort einfallen. Der Mensch wusste sogar, wovon wir sprachen und was wir für ein Problem haben. Das lässt hoffen! Also bitte weiter Daumen drücken!!! Danke!

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Es geht auch ohne Motor…

…wie wir schon mehrfach unter Beweis stellen mussten. Auch diesmal hat es besser geklappt als angenommen. Zuerst kam der Wind ganz schwach und wir mussten schon zu Anfang das Dinghi als Schlepphilfe einsetzen. Aber sobald wir aus der Bucht raus kamen, setzte der Wind ein und unsere erste „Bauchschmerz-Passage“ konnten wir mit mehr als 7 kn Fahrt ruck zuck hinter uns bringen. Wie erwartet, folgte der Wind dem Küstenverlauf und wir hatten bis auf mittags immer schönen Segelwind, mal schneller, mal langsamer. Zwischendurch kam noch das Schlauchboot der neuseeländischen Marine längsseits, um unsere Papiere zu kontrollieren. Die Neuseeländer geben den Fijianern Amtshilfe und die Kontrolle war eine Art Schulung. Wir haben unsere Papieren präsentiert, der Fiji-Mann durfte arbeiten und die neuseeländischen Marines haben sich nett mit uns unterhalten.

40 sm haben wir heute geschafft, morgen stehen uns noch einmal ca. 25 sm bevor, bis wir dann hoffentlich in Lautoka sind. Drückt mal bitte alle die Daumen, dass uns der Wind morgen nicht im Stich lässt.

Gleich gibt es erst einmal Fischfrikadellen aus dem Rest vom Mahimahi mit Nudelsalat. Und das Bierchen dazu darf natürlich auch nicht fehlen. Ich glaube, das haben wir uns verdient. PROST!

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Wir trödeln Richtung Lautoka

Nach 2 schönen Tagen in der Albert Cove ging es zuerst mal Richtung Nordspitze der Insel Taveuni. Hier gibt es einen schönen, von einem großen Riff geschützten Ankerplatz. Mit dem Dinghi mussten wir um die Korallenköpfe kurven, um an Land zu kommen. Hier gibt es einen kleinen, gut sortierten „Supermarkt“, wo wir unsere Vorräte ein wenig auffrischen konnten. Auf die Frage, ob es denn keine Papaya zu kaufen gäbe, sagte man uns, es stehen doch genug Bäume an der Straße, wir sollen uns doch einfach bedienen. Super! Wenn die Dinger nur nicht so hoch hängen würden. Aber zu guter Letzt haben wir doch noch einen Baum gefunden, an dem die Früchte in greifbarer Nähe zu ernten waren. Zum ersten Mal haben wir mal eine grüne, unreife Papaya mitgenommen. Wir wollen mal versuchen, daraus einen Salat zu machen. Der soll angeblich echt lecker sein.

Am nächsten Morgen ging es dann mal eben um die Ecke, weil Südostwind angesagt war und wir befürchteten, dass der Ankerplatz vielleicht bei dieser Windrichtung doch nicht so ruhig ist. Leider war es auf der Westseite auch nicht ruhiger. Die Nacht war ziemlich schaukelig. Wir mussten sogar die Besteckschubladen verriegeln, weil die immer wieder auf und zu gegangen sind und dabei ordentlich gescheppert haben.

Morgens dann wieder Anker hoch und einen kurzen Stopp in Somosomo gemacht, um auf dem Straßenmarkt ein paar frische Sachen zu kaufen. Nur auf unsere heißgeliebten Äpfel müssen wir an  den kommenden Tage verzichten. Die Fähre mit der neuen Lieferung kommt erst in 2 Tagen und so lange wollen wir nicht warten. Mittags dann wieder Anker auf und die paar Meilen bis zur Südspitze von Taveuni vor das Paradise Resort. Die freien Moorings waren alle besetzt, aber wir haben einen guten Sandflecken gefunden, auf dem wir unseren Anker verbuddeln konnten.

Morgens dann ein schmuddeliges Erwachen. Vor ein paar Tagen ist in Vanuatu ein Vulkan ausgebrochen und hat anscheinend seine Asche mit dem Jetstream in unsere Richtung gepustet. In der Nacht ist der ganze Dreck vom Himmel gefallen und hat alles mit einer grauen Schmierschicht überzogen. Die Luft war ganz trübe und mal hatte das Gefühl, dass das Atmen irgendwie nicht so richtig gut war. Also nix wie weg! Anker hoch. Nächstes Ziel: Koro Island. Die ganze Zeit über haben wir die Anger hinterher gezerrt, aber kein Fisch hat sich erbarmt, obwohl es gerade in der Somosomo Strait von Fischen nur so wimmelt.

Eine Nacht auf Koro reichte, morgens wieder Anker hoch und raus Richtung Naigani Island, zu einem unserer Lieblingsankerplätze. Wir waren kaum 20 Minuten unterwegs, da rauschte auch schon die Angel los. Fisch!!! Endlich! Nach einem ordentlichen Kampf konnten wir dann gemeinsam einen schönen Mahimahi an Deck ziehen. Das gibt mal wieder Leckerchen für mindestens 4 Tage! Der kam genau richtig, denn wir angeln nur, wenn der Kühlschrank leer ist und nicht nur um des Angelns willen!

Großer Mann am dicken Fisch

 

Mahimahi satt für 4 Tage

Nach einem herrlichen Segeltag sind wir dann um 16 Uhr auf Naigani angekommen. am nächsten Morgen ein kleiner Ausflug an den Strand zum Muscheln und Schnecken sammeln. Vor lauter Einsammeln kommt man kaum von der Stelle. Hier liegen die schönsten Muscheln in rauen Mengen rum.

Naigani Island

ein wirklich schönes Exemplar!

Abends dann die erste Portion Fisch:

Fischfilet mit Reis, Orangensauce und Papayasalat – super lecker!!!

 

Am nächsten Morgen dann Anker auf und Richtung Viti Levu. Das Schöne an dieser Strecke ist, dass der Wind eigentlich immer dem Küstenverlauf folgt und wir so trotz Kursänderungen immer schönen Segelwind hatten.

Nach 28 sm waren wir kurz vor unserem ausgesuchten Ankerplatz in der Viti Levu Bay und wollten zum Ansteuern den Motor starten. Nur sagte der keinen Mucks. Beim Starten saugte irgendetwas so viel Strom aus der Batterie, dass sogar das Funkgerät und die Logge wegen Unterspannung abschalteten. Alles Probieren und Suchen nach dem Fehler brachte nichts. Zum Glück haben wir ein Segelboot und konnte so den Ankerplatz ohne Probleme erreichen. Mein Käpt’n ging gleich auf Fehlersuche und hatte auch schnell den Übeltäter gefunden: der Anlasser. Ausbauen, auseinander nehmen, Fehler gefunden: die Kohlen waren fast runter und ein Kabel abgegammelt. Ist leider mit Bordmitteln nicht so ohne Weiteres zu reparieren. Unser Plan: wir segeln die ca. 60 sm nach Lautoka und suchen uns da einen „Spezialisten“. Zum Glück sind die Handwerker hier auf Fiji es gewohnt, aus Alt (fast) Neu zu basteln. Falls das doch nicht klappen sollte, müssen wir uns eben einen neuen Anlasser schicken lassen. Hoffen wir mal, dass die Reparatur in Ordnung geht, sonst hängen wir 2 Wochen vor Lautoka ohne funktionierende Maschine rum, bis das Teil hier eintrudelt.

 

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Albert Cove

Nach einer sehr ruhigen Nacht und einer kurzen Fahrt sind wir in der Albert Cove gelandet. Unterwegs noch fleissig Wasser gemacht. Leider ist uns das Fischerglück dieses Jahr nicht hold. Liegt es vielleicht doch an den vielen koreanischen Kuttern, die mit sehr langen Treibnetzen und Longlines alles lehr fischen? Bisher haben wir gerade in der Somosomo-Strait immer etwas gefangen und wir haben viele Grossfische jagen sehen. Diese Jahr leider noch nicht einmal das. Anyway, Albert Cove ist wieder sehr schön, einige Locals am Strand beim Netzfischen. Bei einem ersten Schnorchelgang festgestellt, dass das Wasser doch sehr truebe ist, eine kalte Stroemung im ansonsten 28 Grad warmen Wasser verkuerzte das Schnorchel. Trotzdem gut, mal wieder länger im Wasser gewesen zu sein. Danach eine neue Ladung Bier angesetzt, denn wir werden uns einige Tage hier aufhalten. Insgesamt ankern fuenf Schiffe hier. Internet, Handy usw. gibt es hier nicht, so dass wir diesen ersten Bericht ueber sailmail an unsere Website senden. Bis die Tage!

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Zwischenmeldung.

Nach Cousteau, Fawn Habour, Saveni Bay und Somosomo auf Taveuni sind wir auf Rabi Island – gesprochen Rambi – in der Katherine Bay gelandet. Eine tief eingeschnittene Bucht, am Ende von Magroven gesäumt. Traumhafte Stille, von beiden Seiten erklingen Kinderstimmen, Hundegebell und Vogelzwitscher. Hier leben hauptsächlich umgesiedelte Polynesier. Am Anfang der Bucht steht wie in Polynesien üblich eine mächtige Kirche. Der Hauptort ist allerdings auf der anderen Seite der Insel. Morgen werden wir ihn passieren auf unserem Weg nach Norden.

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