Triabunna

Da wir noch ein paar Tage hier in Triabunna auf das richtige Wetter warten dürfen, haben wir uns heute Vormittag zu einem kleinen Spaziergang durch den Ort aufgemacht.

Alles, was unterwegs von aussen interessant aussah, haben wir besucht. Erster Stopp am Springbay Community Boat Shed. Hier werden u.a. alte Holzboote liebevoll restauriert. Ein Second Hand Shop für Möbel und anderen Krimskrams trägt zum Unterhalt des kleinen Museums bei. Ein älterer Herr (haha, der war sicherlich ähnlich wie wir) führte uns durch die Anlage und gab uns viele interessante Informationen. In einer Ecke steht eine alte Pferdekutsche, die früher die Reisenden durch halb Tasmanien transportiert hat. Als die Community diese Kutsche erhielt, bestand sie nur aus vielen Einzelteilen, viele davon kaputt und das Ding wurde mit viel Liebe zu einem Schmuckstück restauriert.

die alten Kutsche, liebevoll restauriert

Sinn des Community Shed ist, dass alte Häuser, die z.B. aus Altersgründen verlassen werden, ihre Möbel und den Hausrat, der nicht mehr gebraucht wird, dort abgeben und da von Leuten, die über geringes Einkommen verfügen, für kleines Geld abgeholt werden können. Möbel, die nicht mehr in Ordnung sind, werden repariert. Alles wird durch Volunteers (Freiwillige) am Laufen gehalten. Diese Volunteer-Geschichte haben wir in Australien schon mehrfach kennen gelernt. Eine tolle und nachahmenswerte Einrichtung.

Weiter ging es amUfer des Vicarys Rivulet entlang. Hier ist alles möglichst naturbelassen. Einfach schön anzusehen.

Blick auf die Dead Isle, wo früher die Toten bestattet wurden.

Auf dem weiteren Weg kamen wir an dem fast in jedem Ort hier in Tasmanien vorzufindenden War Memorial vorbei. Erstaunlich, wie viele Australier in den letzten Kriegen (Burenkrieg, 1. und 2. Weltkrieg, Vietnam, Afghanistan) gekämpft haben – und gefallen sind.

Skulptur auf dem Memorial-Gelände

Während wir da so standen und die Inschriften lasen, kam eine Frau auf uns zu und sagte, im Gebäude nebenan fände jeden Mittwoch um 12 Uhr ein kostenloses Mittagessen statt, wo auch Gäste gerne gesehen wären. Wir sollten doch, wenn wir Zeit hätten, einfach mal rein schauen und mit der Community zusammen zu Mittag essen. Warum eigentlich nicht?

Spring Bay RSL Sub-Branch

Wir wurden sofort in die Gemeinschaft aufgenommen, natürlich ausgefragt – woher, wohin usw. Ein nettes Beisammensein der Dorfgemeinschaft (meist ältere Leute). Es gab, wie jeden Mittwoch, einen Shepherds Pie (super lecker) und zum Dessert einen Obstsalat mit Eis und Pudding.

Wir müssen sagen, Triabunna hat uns positiv überrascht. Lohnenswert!

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Unser Gecko ist wieder – oder noch – da

Und das bei Temperaturen von nachts unter 10 Grad. Das muss ein Überlebenskünstler sein. Vor allen Dingen: wovon hat der kleine Kerl in den letzten 5 Monaten gelebt? Ok, am Anfang hatten wir noch ein paar Ameisen rumkrabbeln, die wir uns vermutlich schon in Fiji mit den Ananas eingefangen hatten, aber davon haben wir schon lange keine mehr gesehen. Zum ersten Mal entdeckt hatten wir das Tierchen am 26.11., also vor mehr als 5 Monaten, danach nicht mehr. Wir dachten schon, dass er uns verlassen hat oder spätestens hier in Tasmanien erfroren ist. Jetzt fragen wir uns, wie können wir den kleinen Kerl füttern, dass er die Reise nach Norden in die Wärme überleben kann? Mit Insekten können wir nicht so wirklich dienen. Laut Internet fressen Geckos auch gerne reifes Obst wie Bananen oder Birnen. Also erstmal ein Stückchen Birne zermatscht und strategisch im Cockpit ausgelegt. Mal sehen, ob ihm das schmeckt.

Das war der Gecko vor 5 Monaten, heute sieht er etwas abgemagert aus – und der Schwanz ist futsch

Tja, und dieses Erlebnis hat uns dann in unserem Entschluss bestärkt, dass wir uns so langsam doch wieder Richtung Mainland aufmachen wollen. (Gutet Ausrede, oder?) Vom Wetter her sieht es derzeit ganz gut aus, zumindest für einen Teil der Strecke. Morgen geht es auf der Ostseite von Tasmanien nach Norden. Erstes Ziel ist Triabunna. Da hat es uns auf dem Weg hierher gut gefallen und es ist ein guter Platz, um den Starkwind von 40 kn, der ab Dienstag Abend angesagt ist, abzuwettern und auf das nächste Wetterfenster zu warten.

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Eine Woche Prince of Wales Bay Marina

Die Abfahrt von Franklin kam schneller als gedacht. Für 2 Tage war wenig Wind aus West angesagt, danach wieder Nord. Also Anker hoch und zurück. Die Rückfahrt auf dem River Huon war etwas entspannter als auf dem Herweg. Das Fahrwasser schlängelt sich bei geringer Tiefe und auch geringem Tidenhub durch die Landschaft. Da die Navionics-Seekarten hier nichts mehr anzeigen, haben wir auf die Sonar-Charts umgestellt und konnten so gut die Flachstellen erkennen. Auf dem Herweg waren wir kurz nach Niedigwasser unterwegs, hatten also relataiv wenig Wasser unter dem Kiel – zeitweise zeigte unser Echolot „null“. Zum Glück haben wir den Tiefenmesser ziemlich konservativ eingestellt und der „Ladestatus“ von Meerbaer steht eher auf leer denn auf voll 😉

Der Rückweg kurz vor Hochwasser war das dann ganz easy. Die Nacht haben wir vor Port Huon verbracht und sind dann am nächsten Morgen früh weiter. Natürlich kam der schwache Wind eher nördlicher, sodass mal wieder 25 sm Motorfahrt angesagt war.

In der Oyster Cove Marina lag unsere reparierte Genua beim Segelmacher zum Abholen bereits. Bei schwachem Wind konnten wir die dann auch ganz leicht wechseln und die Reparatur begutachten. Sieht gut aus.

Für die kommenden Tage war zwar Sonnenschein angesagt, dazu aber viel Wind. Deshalb der Entschluß: wir gönnen uns eine Woche Marina. Die Prince of Wales Bay Marina ist gnadenlos günstig – 124 $ pro Woche inklusive Couresy-Car für 2 Stunden z.B. für Einkäufe.

Da wir so einiges mehr auf dem Zettel hatten, haben wir uns für 4 Tage ein Auto gemietet. Das günstigste Angebot war ein uralter Toyota Corolla mit Gangschaltung für 50 $ am Tag. Da uns das Alter egal ist, haben wir zugeschlagen. Und Automatik brauchen wir auch nicht unbedingt. Hauptsache die Heizung und die Bremsen funktionieren 😉

Zwar alt und verschrabbelt, aber sauber und fährt sich gut

Samstag war Sightseeing angesagt. Einmal rauf auf den Mount Wellington (1.271 m hoch). Oben erwartete uns eine tolle Aussicht, aber auch ein schneidend kalter Westwind. Nach einer halben Stunde hatten wir soweit alles gesehen, waren genug durchgefroren und haben uns deshalb ins warme Auto verzogen.

Rauf auf den Berg

Felsformationen

Tolle Aussicht auf Hobart

Der Tag war noch jung und das Wetter schön. Also wohin jetzt? Weiter nach Norden ins Derwent Valley. Landschaftlich wirklich schön, aber teilweise anstrengend zu fahren. Der Fahrer hat nicht wirklich viel von der Aussicht. Egal, war trotzdem nett.

Weil ja jetzt die kalte Jahreszeit vor der Tür steht und gelegentlich auch schon mal anklopft, dachten wir uns, wir kramen mal unsere dicken Winterklamotten raus. U.a. auch die Seestiefel. Böse Überraschung! Die teuren Dubarry Stiefel lösen sich in Wohlgefallen auf. Die Sohle löst sich vom Schuh, der Kleber hat sich in irgendein bröseliges Zeug  verwandelt. Die Dinger sind kaum getragen, zuletzt vor 8 Jahren in Patagonien. Sie waren immer trocken und gut belüftet gelagert. Ok, 8 Jahre sind eine lange Zeit, aber trotzdem. Qualität war einmal. Früher haben diese Stiefel Jahrzehnte gehalten.

Nicht schön, aber wenn es hält…

Mal sehen, ob der Reparaturversuch gelingt. Sieht zwar „Sch…“ aus, aber wenn es hält, soll das egal sein. Es geht nix über warme Füße.

Ach ja, zwischendurch haben wir auch mal wieder gewurschtelt: Bratwurst selbst gemacht und eingekocht. Die ist sowas von lecker, da kaufen wir bestimmt keine mehr im Supermarkt!

Bratwurst im Glas – oberlecker!!!

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Tempus fugit…die Zeit rennt

Schon wieder sind über 2 Wochen rum seit dem letzten Artikel hier. Für uns verschwimmt die Zeit einfach so. Wir müssen auf den Kalender sehen, um überhaupt zu wissen, was für ein Tag oder Datum ist. Eigentlich schön und unbeschwert. Nur an den Nachttemperaturen merken wir, dass der Winter naht. Tagsüber erreichen wir immer noch fast täglich die 20 Grad, aber nachts kühlt es dann merklich ab auf bis zu 5 Grad. Morgens haben wir gerade mal 14 Grad im Boot und die Heizung wird gestartet. Es dauert nicht lange, und es wird muckelig warm im Meerbaer. Spätenstens nach 2 Stunden wird die Heizung wieder ausgestellt. Die gespeicherte Wärme im Boot reicht bis zum schlafen gehen.

Der neue Navi-Rechner. Klein, handlich, läuft mit 12 Volt

Für die Navigation hatten wir uns einen neuen Bordcomputer bestellt. Der alte versieht schon seit über 8 Jahren seinen Dienst und bevor der die Arbeit irgendwann plötzlich einstellt, haben wir vorgesorgt. Das neue Teil ist ausserdem wesentlich schneller. 8 Jahre sind bei Computern ja eher Jahrzehnte, was die Weiterentwicklung angeht. Den alten kleinen NUC haben wir eingeschweißt und verwahren ihn als Backup für den Fall der Fälle.

Seit ca. einer Woche liegen wir im Huon River vor dem Örtchen Franklin. Direkt neben uns ist das bekannte Wooden Boat Center, wo wir auch mit dem Dinghi anladen können. Hier werden noch traditionell Holzboote (Bötchen) gebaut bzw. liebevoll restauriert.

Hier wird jemand aufgehübscht

Die Bushaltestelle Richtung Huonville ist nicht weit und wir können einfach und recht günstig zum Einkaufen fahren. In Huonville gibt es einen gut sortierten Woolworth Supermarkt, einen Mitre10 Baumarkt und natürlich jede Menge Cafés, in denen man die Zeit bis zur Busabfahrt zurück gut überbrücken kann.

Bushaltestelle Richtung Huonville. Bitte dem Fahrer winken, sonst saust er vorbei 😉

Eigentlich hatten wir vor, hier einige Ausflüge mit dem Rad zu machen, aber der Autoverkehr auf dem recht schmalen „Highway“ scheint uns doch nicht ganz ungefährlich.

wo ist oben, wo ist unten?

Für die nächste Zeit ist fast ausschließlich Nordwind angesagt, da werden wir es hier wohl noch einige Tage aushalten müssen, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Kettering machen können. Der Segelmacher hat unsere Genua repariert und die liegt abholbereit.

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Frohe Ostern…….

wuenschen Euch die „meerbaeren“

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Eine Woche Cygnet

Schon wieder ist eine Woche rum. Es kommt uns eher so vor, als wären wir schon wochenlang hier. Am letzten Samstag hatten wir uns hierher verzogen, weil ein dickes Tief mit viel Wind angesagt war. Hier in Cygnet ist es total geschützt und von dem Wind kommt so gut wie nichts an. Wir ankern etwas unterhalb vom Cygnet Sailing Club, dessen Dinghisteg wir benutzen können. Auch unsere Drahtesel dürfen wir hier anketten, sodass wir die nicht jedes Mal wieder zurück an Bord transportieren müssen.

Fortbewegungs- und Transportmittel

Die Räder kommen hier endlich mal wieder zu ausgiebigen Einsätzen. Der Ort ist ca. 1,5 km entfernt und fast ausschließlich über einen Rad- und Fußweg zu erreichen. Die Steigungen sind moderat und für uns olle untrainierte Knöppe noch zu bewältigen 😉

Der bestens sortierte Supermarkt

Der kleine Ort bietet einen überraschend gut sortierten Supermarkt und sogar zwei Fleischereien. Und oh Wunder: in einer davon konnten wir die Zutaten für die schon lange anvisierte selbstgemachte Leberwurst ergattern. Da war dann wursten angesagt 😉

Schweinefleisch kochen

Gewürzmischung

Zwiebeln schmoren

Omas Fleischwolf, auch nach über 100 Jahren noch super

Omas alter Fleischwolf kam mal wieder zum Einsatz.

FERTIG!!!

Die Gewürze haben wir aus verschiedenen Rezepten zusammen gemischt, natürlich nicht aufgeschrieben, also wird die nächste Leberwurst-Charge sicherlich wieder anders schmecken. Egal, hauptsache lecker, und das ist sie!!!

Selbst gemachte Leberwurst auf selbst gebackenem Brot

Und in Cygnet haben wir sogar einen Bioladen gefunden, der Getreidekörner im Sortiment hat. Seit Neuseeland konnten wir endlich wieder Roggen und Weizen kaufen – leider war Dinkel ausverkauft – und unsere Körnermühle kann aus dem Schlaf geweckt werden.

Morgen geht es weiter. Wir müssen mal wieder die Nähe einer Waschmaschine suchen. Da bietet sich die Marina Kettering an. Hier kann man bis zu 3 Stunden kostenlos am Steg liegen oder für 20 AUS$ den ganzen Tag bleiben incl. Nutzung von Waschmaschine und Trockner.

 

 

 

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Bushwalk und Beachwalk

Der Ankerplatz an Partidge Island wurde bei Wind aus Nord ungemütlich. Die Suche nach dem ominösen Busch müssen wir auf später verschieben. Dann können wir auch wieder für Apfel-Nachschub sorgen.

Wir haben die Seite gewechselt und sind weiter südwestlich vor Southport vor Anker gegangen. Southport ist die südlichste Gemeinde Australiens mit gerade mal 149 Einwohnern (Volkszählung 2021). Southport war früher die zweitgrößte Ansiedlung in Australien. Kann man sich heute nicht wirklich mehr vorstellen, wenn man das verschlafene Nest sieht.

Pelican Island

Der Ankerplatz war ziemlich rollig, sobald der Wind weg war und so sind wir am nächsten Tag gleich wieder Anker auf gegangen und haben uns auf die Südseite hinter Pelican Island in die Deephole Bay verzogen. Hier kommt der Südost-Schwell nicht an und Meerbaer liegt ohne zu schaukeln.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es heute ins Dinghi und an Land. Da das „Kurze-Hosen-Wetter“ vorbei ist und wir Jeans, Socken und Schuhe an hatten, musste das Anlanden am Strand gut vobereitet sein. Kurz vor dem Strand Räder runter, Schuhe, Socken und Jeans aus und die letzten 3 m rein ins Wasser und das Dinghi an den Strand ziehen. War doch nicht so kalt wie erwartet 😉

Die alte Bahnlinie

An dieser Stelle endet die Ida-Bay Train Linie. Die Bahnlinie war früher mehrere hundert Kilometer lang und verband Sägewerge und Kalksteinbrüche mit dem Hafen. Heute ist nur noch eine 7 km lange Strecke als Touristenattraktion in Betrieb, allerdings nicht hier am Strand sondern am anderen Ende in Hastings. Die verbliebenen Reste der Bahnlinie hier werden so nach und nach von der Natur zurück erobert. Trotzdem ein netter „Buschwalk“.

Der „Walk“ ist kaum zu erkennen

In Elliott Beach sind wir wieder auf Wasser gestoßen und haben uns gedacht, den Rückweg machen wir am Strand lang.

Schwarze Schwäne, leider zu weit weg. Als wir näher kamen, sind sie geflüchtet.

Vor Elliott Beach schwamm eine große Schar schwarzer Schwäne, die aber leider, als wir die Kamera zückten, Reißaus nahmen. Schade! Der Strandspaziergang gestaltete sich dann doch mühsamer als erwartet. Nach ca. 200 m wurde das Dickicht von Schwemmholz und umgestürzten Bäumen kaum überwindbar. Aber zurück auf den Schienenweg wollten wir dann doch nicht. Also weiter, irgendwie kommen wir schon durch.

Kaum ein Durchkommen

Zum Glück waren wir bei ablaufendem Wasser unterwegs, sonst hätten wir uns an so manchen Stellen nasse Füße geholt. Trotzdem: wie haben es total genossen.

Wie mein Käptn schon sagte: „Wir lieben Tassie“!!!

We love Tassie!!!

 

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