Das neue Großsegel ist da…

… und es passt wie die Faust aufs Auge. In der Nacht hatte der Käptn noch einen Alptraum, dass nämlich das Segel zu groß oder zu klein ist. Hat sich zum Glück nicht bewahrheitet.

Gut verpackt

Das alte Segel hatten wir schon am Tag vorher runter genommen und so konnten wir direkt los legen. Spannen wurde es, als das Segel nach oben ging – es sind noch knapp 10 cm  Platz, aber das Segel reckt sich ja noch und dann paßt es genau. Der nächste spannende Moment kam, als wir das Unterliek gestreckt haben. Aber auch hier Entwarnung. Paßt!

 

Sieht gut aus

Leider nahm dann der Wind zu und die Tide kenterte, sodass der Wind von achtern kam. Abbruch. Segel runter. Latten kamen am nächsten Tag rein. Zuerst gab es Fragezeichen in den Augen. Wie zum Teufel werden die Latten befestigt? Da ist ne Lasche mit Klettband, aber kein Gegenstück. Nach einigem Suchen fanden wir dann das Gegenstück innen in der Lattentasche. Die Latte wird rein geschoben, das Gurtband drüber geschlagen und mit einer kleinen Hilfslatte in die Tasche gestopft und festgedrückt. Ein geniales System.

Jetzt fehlt nur noch das Probesegeln. Das müssen wir leider erst einmal verschieben. Wir haben ein paar kleinere Wartungsarbeiten am Motor zu erledigen und so lange sind wir eher unbeweglich. Egal, sobald sich „irgendwann“ wieder West- oder Südwind einstellt, wollen wir eh weiter nach Norden (in wärmere Gefilde) und dann können wir das Segel ausgiebigst testen.

Wer sich dafür interessiert: das Segel haben wir in Hongkong bei Loong Sails machen lassen. Können wir jedem nur wärmstens empfehlen. Super gearbeitet, super schnell gefertigt und geliefert und der Preis ist umschlagbar.

 

Veröffentlicht unter Australien | Kommentare deaktiviert für Das neue Großsegel ist da…

Batemans Bay – Meerbaer an der Mooring-Boje

 

An der Mooring, ein seltener Anblick

Schneller als erwartet sind wir in der Batemans Bay angekommen. Eigentlich wollten wir erst heute Abend eintrudeln, aber der angestrebte Nachtankerplatz in Bermagui erwies sich als zu schwellig. An Nachtruhe wäre da nicht zu denken gewesen. Also konnten wir auch gleich weiterfahren. 50 sm waren kein Problem. Zwischendurch hatten wir sogar für 1,5 Stunden Segelwind. Von jetzt auf gleich war er da und genauso fix auch wieder weg. Da hat einer wohl den Schalter umgelegt.

Um 1.30 Uhr in der Nacht fiel der Anker hinter Snapper Island. Um weiter zu kommen, brauchten wir Hochwasser. Vor dem Ort ist eine Barre, die uns selbst bei Hochwasser nur wenig Platz unter dem Kiel übrig läßt.

Mit der Boje hatten wir mal wieder Dussel. Vor 4 Tagen angerufen und nach einer freien Boje gefragt. Keine frei. „Aber vielleicht kann ich Euch noch eine setzen, war sowieso geplant, nur nicht schon jetzt“. Wir sollten 2 Tage später nochmal anrufen und fragen, ob es geklappt hat.

Hat es natürlich nicht. Der Mooringblock lag noch irgendwo auf dem Hof und das Seil mußte  ja auch noch angespleißt werden. Schade! Dann müssen wir doch die Public Mooring nehmen und die dann schön gegen dem Rumpf ballern lassen.

Aber oh Wunder! Gestern Abend ging das Telefon: „Die Mooring liegt, Ihr könnt kommen“. Es kam noch ein Foto und eine Standortbeschreibung. Super Service!

Heute am frühen Nachmittag ging es dann auch flott mit dem letzten auflaufenden Wasser über die Barre den Fluß hoch und wir konnten die Mooring einfach finden und aufpicken.

In der nächsten Woche stehen einige Arbeiten an. Als Erstes das neue Großsegel, das nach sage und schreibe 5 Tagen von Hongkong aus schon angekommen ist! Dann noch ein paar Motor-Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen. Das kriegen wir auch noch hin.

Und dann natürlich Großeinkauf bei Aldi 😉

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Australien | Kommentare deaktiviert für Batemans Bay – Meerbaer an der Mooring-Boje

Tschüß Eden

Morgen geht unsere Zeit hier in Eden auch zu Ende – wenn nicht über Nacht eine unerwartete Änderung im Wetterbericht kommt.

Unser neues Großsegel kommt schneller als erwartet. Eigentlich sollte es erst am 19. Juni fertig sein, nun ist es schon in Sydney durch den Zoll. Voraussichtlicher Liefertermin: 14.06. bis 18 Uhr. Wenn Meerbaer mit dem neuen Segel genauso schnell wird…..

So, wie es aussieht, wird es mal wieder mehr Motorfahrt als segeln. Wir wollen die Lücke zwischen den nördlichen Winden ausnutzen, da ist es besser, ohne Wind zu fahren als gegenan. Wann der nächste Südwind kommt, steht in den Sternen. Also los.

Wir sind schon ganz gespannt auf das neue Segel!

Die Geschichte von „Old Tom“, dem Killerwal, ist interessant. https://de.wikipedia.org/wiki/Old_Tom_(Wal)

Veröffentlicht unter Allgemein, Australien | Kommentare deaktiviert für Tschüß Eden

Kleine Geschichte am Rande

Weil unsere Heizung ja seit einiger Zeit doch abends arbeiten darf, hat sich unser Dieselverbrauch etwas erhöht und wir wollten ein paar Liter nachtanken. Hier in Eden gibt es leider keine Tankstelle mit Anleger. Beide Tankstellen sind im Ort oben auf dem Berg. Entweder bestellt man den Tankwagen und legt an der Fischermole an oder man schleppt Kanister. Beim letzten Aufenthalt hatten wir den Tankwagen bestellt, und der hat uns sage und schreibe 20 Cent pro Liter auf den normalen Zapfsäulenpreis aufgeschlagen. Würg…

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sind wir beim letzten Einkauf an der Tanke vorbei gegangen und haben gefragt, was sie für die Lieferung aufrufen. Scheinbar ein neuer Besitzer. Er meinte, einen Aufschlag nähme er selbstverständlich nicht. Wieviel wir denn bräuchten. So ca. 80 Liter und evtl. die Gasflasche aufgefüllt. Kein Problem, Ihr könnt mein Auto haben. Ja, aber wir haben doch die Kanister gar nicht dabei. Wir wollten doch eigentlich nur fragen. Egal, fahrt mit dem Auto zum Strand, da könnt Ihr auch gleich Eure Einkäufe bequem transporieren, holt die Kanister und die Gasflasche, kommt zurück zum Tanken, dann fahr ich Euch wieder zurück zum Dinghi.

?????

Kann man sich das vorstellen? Der Mann kennt uns nicht und bietet uns einfach mal so sein Auto an! In Deutschland käme sicher kein Tankstellenpächter auf die Idee, so mir nichts, Dir nichts sein Auto dafür anzubieten!

Und diese Art von Hilfsbereitschaft scheint hier in Australien normal zu sein. Wie oft haben wir es schon erlebt, dass uns „einfach nur so“ geholfen wurde.

Das sind neben dem schönen Land/Kontinent eben auch die Dinge, die uns Australien so liebenswert machen!


 

Oft schon haben wir gehoert: „Wir wuerden Euch ja gerne mal auf einen Kaffee oder ein Bier einladen, aber Ihr seid ja nie da“.

Dem kann jetzt abgeholfen werden.

Das gilt uebrigens nicht nur fuer Kaffee oder Bier, sondern auch fuer ein Glas Wein oder mal ein Eis 😉

 

 

A little story on the side

Because our heater has been allowed to work in the evenings for some time now, our diesel consumption has increased a little and we wanted to refuel with a few litres. Unfortunately, there is no petrol station with a jetty here in Eden. Both petrol stations are in the village up on the mountain. Either you order the tanker and moor at the fishing pier or you lug jerry cans. The last time we were here, we ordered the fuel truck and they added 20 cents per litre to the normal pump price. Ugh…

To be on the safe side, we went past the petrol station the last time we shopped and asked what they were charging for delivery. Apparently a new owner. He said he wouldn’t take a surcharge, of course. How much we needed. About 80 litres and maybe the gas bottle filled up. No problem, you can have my car. Yes, but we don’t have the cans with us. We just wanted to ask. Anyway, take the car to the beach, you can easily carry your shopping there, get the jerry cans and the gas bottle, come back to refuel, then I’ll drive you back to the dinghy.

?????

Can you imagine? The man doesn’t know us and just offers us his car! In Germany, no petrol station tenant would think of offering his car just like that!

And this kind of helpfulness seems to be normal here in Australia. How often have we experienced that we were helped „just because“.

Apart from the beautiful country/continent, these are also the things that make Australia so lovable for us.


We have often heard: „We would love to invite you for a coffee or a beer, but you are never here“.

This can now be remedied.

By the way, this does not only apply to coffee or beer, but also to a glass of wine or an ice cream.

😉

 

Veröffentlicht unter Australien | Kommentare deaktiviert für Kleine Geschichte am Rande

Wir warten aufs Segel

Vor gut 3 Wochen haben wir über die australische Vertretung von Loongsails in Hongkong ein neues Großsegel bestellt. Lieferzeit ca. 4 Wochen. Letzte Info: Fertig zum Ausliefern am 19.06., dann noch ca. 1 Woche für den Transport. Geliefert wird zu  Cousin Michael, der freundlicherweise seine Adresse für die Lieferung zur Verfügung gestellt hat.

Leider ist die Ankersituation in der Batemans Bay nicht ganz so angenehm. Entweder man ankert weit draußen und hat einen langen Weg mit dem Dinghi an Land oder man hängt an einer der Courtesy Moorings in der Nähe vom Anleger, und diese Riesendinger ballern dann je nach Tide mal links und mal rechts am Rumpf entlang und hinterlassen da ihre Spuren. Hatten wir beim letzten Aufenthalt zur Genüge. Das kann ganz schön nerven.

Also bleiben wir noch ein paar Tage hier in Eden. Je nach Windrichtung mal in der Nähe vom Anleger beim Ort oder aber in der Nullica Bay vor dem Strand. Das läßt sich aushalten. Im Monent ist eh kein Wetterfenster für die gut 80 sm nach Norden. Für den Rest dieser Woche ist fast ausschließlich Nordwind angesagt.

Hier ein paar „Strandimpressionen“:

 

 

 

Veröffentlicht unter Australien | Kommentare deaktiviert für Wir warten aufs Segel

14 Jahre und kein Ende in Sicht

Heute auf den Tag genau vor 14 Jahren haben wir die Leinen in Hamburg Finkenwerder vom Steg los geworfen und uns in das Abenteuer gestürzt. Wer hätte damals gedacht, dass wir nach so langer Zeit immer noch unterwegs sind und erst gerade mal den halben Erdball umrundet haben.

 

Der Zahn der Zeit hat auch an uns genagt (Eden, Australien)

Vor 7 Jahren (Tonga)

Vor 12 Jahren in der Atacama-Wüste

Vor 14 Jahren (La Graciosa, Kanaren)

Aber es dauert halt, wenn man nach dem Motto unterwegs ist: „wo es uns gefällt, bleiben wir halt länger“. Und es hat uns an vielen Plätzen unterwegs gut gefallen. Ok, Covid hat uns 3 Jahre „geklaut“, da haben wir in Neuseeland festgehangen, aber was war daran falsch? Wir haben die Zeit gut genutzt und wir glauben, dass wir es mit Neuseeland bestens getroffen haben, um während der Pandemie hängen zu bleiben.

Wie lange wir noch segeln wollen? Keine Ahnung. Eben so lange, wie es unser persönliches Mindesthaltbarkeitsdatum erlaubt und wir den Spaß nicht verlieren. Aber bis jetzt sind wir immer noch neugierig und gespannt auf neue Länder und Abenteuer. Wir hoffen, dass das noch lange so bleiben wird.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Von Tasmanien zurück zum Mainland

Der Abschied von Tasmanien ist uns echt schwer gefallen. Aber so langsam zieht es uns wieder in etwas wärmere Gefilde. Bisher war das Wetter einfach super, tagsüber fast immer Sonne, aber sobald die sich zur Ruhe begeben hatte, fielen die Temperaturen rapide bis auf teilweise 5 Grad. Zum ersten Mal seit langer Zeit lief die Heizung von Nachmittags um 17 Uhr die Nacht durch bis morgens um 10.

Ein paar Wermutstropfen hatte Tasmanien für uns allerdings auch bereit. Zum Einen die vielen Lachsfarmen, die einem an jeder Ecke im Weg liegen und zum Anderen die Windsituation. Wir haben so viel wie sonst noch nie Diesel verheizt. Meistens hatten wir gar keinen oder nur schwachen Wind, der für unseren dicken Meerbaer zum Segeln einfach nicht ausreichend war.

Also war der Entschluss gefasst: Auf gehts wieder nach Norden!

Unser erstes Ziel war Triabunna, wo wir auf dem Herweg auch schon pausiert hatten. Da gibt es einen gut sortierten IGA Supermarkt, wo wir noch die letzten frischen Sachen einkaufen konnten und hier gut geschützt auf das richtige Wetter warten konnten.

Ein relativ gutes Wetterfenster mit längerer Südwind-Phase zeigte sich in der Vorschau und das war unser Startsignal. Am 12. Mai ging der Anker hoch. Unser nächstes Ziel war erst einmal die Wineglass Bay, wo wir 3 Tage noch nördliche Winde aussitzen konnten bis zum längeren Südwind-Fenster.

Wineglass Bay

Die Wineglass Bay ist ein traumhafter Ankerplatz. Ein kurzer Dinghiritt zum Strand und dann am Strand längs um die ganze Bucht rum laufen. Und das bei strahlendem Sonnenschein. Herrlich! Die 3 Tage haben wir in vollen Zügen genossen.

Nix los außerhalt der Saison, so, wie wir es lieben

Am Dienstag dann der Startschuss für die ca. 330 sm bis nach Eden. Fast 7 Stunden lang herrliches Segeln mit raumem Wind nur mit halber Genua, aber mit vollen Speed, teilweise über 8 kn. Leider hatte dann einer der Wettergötter einen Schalter umgelegt und den Wind für viele Stunden von einem Moment zum anderen abgestellt. Mr. Perkins musste ran. Die Wellen von achtern blieben uns noch einige Zeit erhalten.

Der Wind legt zu

Gestern gegen Mittag kam der Wind dann endlich wieder. Segel hoch, Motor aus. Im Laufe des Nachmittags nahm der Wind dann ständig zu und die Wellen wurden wieder höher. Wir waren gerade dabei, zu versuchen, ein paar beeindruckende Wellen mit der Kamera einzufangen, da donnerte eine Bö ran, Meerbaer luvte an und der Autopilot stieg aus. Kamera in die Ecke geworfen, Großsegel gefiert und das Schiff wieder unter Kontrolle gebracht. Dann raus auf Deck zum Reffen. Wir hatten das 1. Reff im Groß und die halbe Genua stehen. Also 2. Reff einbinden. Während des Reffens hatten wir den Eindruck, dass der Wind weiter zulegte, deshalb der Entschluß: Großsegeln ganz weg. Während dieser Aktion bekamen wir dann auch noch eine extra Salzwasser-Dusche. Der Käptn am Mast ins Gesicht und die Bordfrau, die überm Großbaum hing, um das Segel zu bändigen, voll ins Kreuz. Danke, Bass Strait! Auf den letztem Seemeilen hast Du uns nochmal Deine Zähne gezeigt.

Segel runter, gefühlt wie auf einem Rodeo-Pferd, was ein Akt!

Sobald wir in die Landabdeckung kamen, gingen die Wellen runter, der Speed blieb. Zeit fürs Abendessen. Pünktlich um Mitternacht fiel der Anker vor Eden. Ein Absacker-Bier zum Abschluss und dann ab in die Koje.

Heute war dann zuerst Deck aufräumen angesagt und Segel ordentlich auftuchen und abdecken, danach an Land zum Supermarkt. Anladen am Strand und dann per pedes den Berg rauf in die Stadt zum Coles Supermarkt. Wir waren ziemlich leer gefuttert. Obst, Gemüse und Fleisch waren so gut wie nicht mehr vorhanden. Nachschub musste her.

Shopping-Tour mit Hackenporsche, Rucksack und Kühltasche

Nun bleiben wir erst einmal ein paar Tage hier in der Bucht, bevor der nächste Step bis zur Batemans Bay ansteht.

Veröffentlicht unter Australien | Kommentare deaktiviert für Von Tasmanien zurück zum Mainland