Fette Beute

Wegen des angesagten starken Westwindes hatten wir uns auf die Ostseite der Bucht von Nouméa verholt. Eigentlich Anker-Verbotszone, aber auch die Locals hatten sich hierher verpieselt. Und wir lagen eigentlich nur 30 m neben der Begrenzungsboje. Sollte also kein Problem sein, zumal viele andere Boote schon fast mitten im Fahrwasser ankerten. Das ging auch 3 Tage gut, bis dann heute früh um 6 Uhr der Hafenkapitän längsseits kam und meinte, wir müssten weg, in einer Stunde käme ein Kreuzfahrer und der brauche den Sicherheitsabstand. Wir fanden das zwar etwas übertrieben, aber man beugt sich halt der Obrigkeit. Die hat schließlich den längeren Arm. Also rein in die Klamotten, Motor an und Anker hoch. Das war schon irgendwie komisch. Die Ankerwinsch musste härter arbeiten als gewohnt. Und dann sahen wir die Bescherung. Ein dicker Bunsch von Netzen, Leinen, eine Ankerboje  und ein Anker mit anhängender Kette hingen schön vertüddelt bei uns im Anker. Ein HOCH auf unsere gute alte Lofrans Ankerwinsch. Viel belächelt, weil nach Meinung einiger Seglerkollegen  überdimensioniert, aber die Wahl hat sich mal wieder ausbezahlt. Ein schwächerer Motor hätte sicher die Grätsche gemacht. Egal, das Zeug musste irgendwie weg. So konnten wir nicht wieder ankern. Mit der guten alten Machete aus Brasilien ging der Skipper vom Dinghi aus zu Werke, derweil die Bordfrau den Meerbaer langsam durch die Gegend schipperte. Nach einer geschlagenen Stunde war es dann geschafft. Das Gelumpe ging auf Tiefe und unser Anker war wieder einsatzbereit. Das Frühstück hatten wir uns wirklich verdient.

Fette Beute 

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Der Frustspiegel steigt

Es ist wirklich schön hier in Neukaledonien. Klares, mittlerweile auch warmes Wasser, schöne Ankerplätze, nette Leute. Wenn nur die Preise nicht wären! Bei jedem Gang durch den Supermarkt oder über den Markt steigt der Frustspiegel höher und höher. Neukaledonien war schon im letzten Jahr nicht günstig, aber in diesem Jahr gibt es anscheinend nach oben keine Grenzen mehr. Obst und Gemüse sind kaum zu bezahlen. Einpaar Beispiele gefällig? Bananen 5 € das Kilo, Ananas 8 €,Weintrauben 7 €, Zwiebeln 3 €, Kartoffeln 2,50 €, Möhren 3 €,Tomaten 5 € usw., usw. Heute haben wir Haferflocken gekauft. Das Kilo „ nur“ 7 €. Bier und Wein sind bereits vom Speisezettel gestrichen. Eine Dose billig-Bier (0,33 l) kostet 1,60 €, eine Flasche no-name Rotwein 9 €. Käse, Wurst und Schinken sind für uns kaum bezahlbar. Und die Preisspirale dreht sich weiter. Noch vor 2 Wochen haben wir Apfelsaft (der günstigste, den wir finden konnten) für 150 XPF (100 XPF sind knapp 0,84 €) bekommen, der gleiche Saft kostete heute 212 XPF, eine Preissteigerung um mehr als 30 %. Es soll ja Leute geben, denen das nichts ausmacht. Aber bei unserem knappen Budget ist so die Zeit hier automatisch begrenzt. Glücklicherweise hatten wir noch so einiges an Vorräten gebunkert und wir brauchten lediglich Frisches nachzukaufen. Oh, Entschuldigung, eines ist doch günstig. Diesel und Benzin können wir nach dem Ausklarieren zollfrei bunkern, den Liter für umgerechnet 0,80 €. Da werden wir dann mal so richtig zuschlagen ;-).

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Entspannte Tage

Schön war es auf der Ile des Pins. Wir haben die paar Tage so richtig genossen. Sogar die Besteigung des Pic Nga mit fast 300 m Höhe habe ich zusammen mit Anke von der „Tramp“ gemacht  (die Männer hatten Borddienst).

Der Eingang zum Aufstieg

4 Stunden lang (hin und zurück) ging es über Stock und Stein, durch Büsche und über ein steiles Geröllfeld. Dafür wurden wir aber in luftiger Höhe mit einer traumhaften Aussicht belohnt.

Blick von oben

Und damit nicht genug. Am nächsten Tag war ein weiterer Spaziergang rund um die Halbinsel angesagt. Wir hatten die Halbinsel schon so gut wie umrundet und konnten die Ankerbucht schon fast sehen, da wurde uns der Weg von einem Zaum versperrt und wir konnte den ganzen Weg noch einmal zurück laufen.

Ein schönes Exemplar der hier heimischen Schlangen

War trotzdem schön und hat auch „nur“ 2 Stunden gedauert. Nun ist aber genug mit laufen. Außerdem sind Anke und Günther mit ihrer Tramp heute nach Neuseeland aufgebrochen.

Heute früh gingen wir dann auch Anker auf und sind Richtung Prony-Bay gesegelt. Herrliches Segeln mit Halbwind. 6-7 kn standen fast die ganze Strecke lang auf der Uhr. Nur in der Prony-Bay sind wir erst einmal rum geirrt auf der Suche nach einer freien Boje oder einem guten Ankerplatz. Einige Versuche sind am steinigen Untergrund gescheitert und nach mehr als einer Stunde haben wir den Anker dann endlich in der Baie de la Somme versenkt. Lange werden wir sicherlich nicht hier bleiben. Das nächste Ziel ist die Ile Ouen, vorher noch ein Stopp an der Ilot Casy.

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Das Bad am Dienstag Morgen

…eher unfreiwillig. Ich wollte „nur mal eben“ zum Hotel rüber, um einen Voucher für den Internet-Zugang zu kaufen. Mein Käpt’n meinte:“ Nimm doch einfach das Kajak, da kannst Du direkt vor dem Hotel am Strand parken. Mit dem Dinghi geht das nicht. Da müsstest Du dann so weit laufen. Ist doch so viel einfacher.“ War einleuchtend und auch gleichzeitig eine kleine „Bewegungsübung“. Also Kajak ab ins Wasser, Geld in einen wasserdichten Beutel und ab. Hätte mir beim Einsteigen schon auffallen müssen, dass erheblicher Schwell in die Bucht stand. Ich also los gepaddelt, ran an den Strand. Ging alles ganz easy.  Eine dicke Welle abwarten und mit den nächsten kleinen an den Strand schieben lassen. Dann schnell zur Hotelrezeption Voucher kaufen und zurück zum Meerbaer. War einfacher gedacht als getan. Innerhalb von 10 Minuten war der Schwell an den Strand erheblich gewachsen. Da musste ich erst mal durch die Brandung. Also vorsichtig das Kajak Richtung Wellen ausgerichtet. Da war es auch schon passiert. Die erste dicke Welle bekam das Kajak leicht von schräg zu packen und warf es auf die Seite – und mich mit. Einmal Vollwaschgang mit Sandpeeling. Alles natürlich mit Publikum 😉 . Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die Brille noch auf der Nase war, nächster Versuch. Diesmal hatte ich das Kajak zwischen die Beine geschoben und so genau auf 90 Grad gegen die Wellen ausgerichtet. Eine Welle hob es an und dann nichts wie los. Hinsetzen und paddeln, was das Zeug hält. Geschafft!! Durch die Brandung durch und dann ab Richtung Heimat. Rainer war ganz enttäuscht, dass der meinen Stunt nicht gesehen hatte. Er meinte, das wäre doch ein schönes Video für Youtube geworden.:-)

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Ile des Pins

Nachdem wir im vergangenen Jahr vergeblich auf ein passendes Wetterfenster, nämlich auf Westwind, gewartet hatten, haben wir in diesem Jahr mehr Glück. Seit Dienstag Mittag haben wir West bis Südwest, zwar schwach, aber segelbar. Also noch schnell ein paar Einkäufe in Nouméa und dann Anker auf und los. Wir hatten uns auf eine Segelfahrt mit Motorunterstützung eingestellt, aber schon nach einer Stunde war der Wind so stark, dass wir zumindest mit 3-4 kn voran kamen. Also Motor aus. Und der Wind legte dann sogar noch etwas zu. Nach 7 Stunden und 30 sm fiel unser Anker im Riff vor der Insel Mato auf 6 m Wassertiefe.

 

Ilot Mato

Am nächsten Morgen um 7 Uhr – für uns ganz ungewöhnlich – ging es schon wieder weiter. Und auch da wieder: segeln vom Feinsten! 8,5 Stunden und 44 sm später ankern wir in der Kuto-Bay auf der Ile des Pins. 

Kuto-Bay

Nach einer ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück erst einmal ein kleiner Spaziergang zum „Supermarkt“, Baguettes kaufen. Glück gehabt, gerade noch 4 Stück da.

Auf dem Weg zurück ging es am Strand längs. Hier gibt es den feinsten Sand, den wir jemals gesehen haben. Traumhaft. Das Einzige, was stört, sind die vielen Tagesgäste von dem Kreuzfahrer, der für einen Tag draußen vor der Bucht vor Anker liegt. Vor lauter dicken Bäuchen mit blauen Handtüchern muss man am Strand Slalom laufen, zumal gerade Hochwasser ist und der Strand ein wenig schmaler.

Ansonsten gefällt es uns hier ausnehmend gut. Hier werden wir es sicherlich ein paar Tage aushalten.

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Die ersten Tage

Nachdem wir Montag Vormittag gegen 10 Uhr schon in Nouméa den Anker versenkt hatten, ging es erst einmal zum Einklarieren. Die Immigration hat nur vormittags bis 11 Uhr geöffnet, also keine Chance mehr, dort jemanden anzutreffen. Bis wir den Marina-Steg verlassen konnten, vergingen allerdings auch erst noch mindesten 30 Minuten, so viele alte Bekannte sind uns da über die Weg gelaufen und mit jedem musste natürlich erst einmal gesabbelt werden. Dann endlich Fußmarsch zum Zoll. Ging alles ratz fatz und nach 10 Minuten waren wir zumindest zolltechnisch einklariert. Nebenan zur Quarantäne. Eigentlich sollten wir nachmittags zu einem kleinen Anleger im Hafen kommen wegen der Inspektion. Aber bei 30 kn Wind und nur notdürftig repariertem Steuerseil hat sich mein Käpt’n geweigert. Auch kein Problem, sollen wir eben am nächsten Morgen um 8 Uhr beim Marinabüro auftauchen und unsere „gefährlichen“ Sachen in einer dichten Plastiktüte abliefern. Die „Opfertüte“ enthielt dann 2 schwarze Bananen, eine Zwiebel, ein paar alte Knoblauchzehen und ein paar mehr gelbe Büschel Petersilie. Danach wieder Fußmarsch zur Immigration. Da waren wir auch schon nach 5 Minuten wieder fertig.

Sonnenaufgang auf See

Der Besuch beim Supermarkt war eher ernüchternd. Wein, Bier und Spirituosen sind mittlerweile mehr als doppelt so teuer wie vor einem Jahr – und da war das Zeug auch schon exorbitant teuer. Ein paar Beispiele gefällig? 6 Dosen (0,33 l) billigstes Bier ca. 10 €, eine Flasche Apfelcidre ca. 10 €, 3 l einfacher Karton-Wein 40 €. Flaschenwein nicht unter 10 €. Fazit: Wein ist gestrichen, wir haben zum Glück unser Selbstgebrautes! Die nächste Lage ist schon angesetzt und wird Samstag auf Flaschen gezogen. Dann geht es auch wieder raus auf die schönen Ankerplätze.

1,20 m MahiMahi

Das Steuerseil ist mittlerweile auch wieder repariert. Wir haben das alte, gerissene Stahlseil durch Dyneema-Tauwerk ersetzt. Funktioniert im Moment besser als vorher ;-). Mal sehen, wie lange.

Poisson cru vom MahaiMahi

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6. Tag

Oh what a night 🙂
Der Wind legte erwartungsgemaess gegen 18:00 etwas zu. Endlich segeln! Vollzeug! Aus 15 Kn Wind wurden denn im Laufe des Abends 25 Kn. Na Klasse, Dampfer läuft Rumpfgeschwindigkeit. Nachmessen, kalkulieren, wir dürfen erst um 6:30 Ortszeit am Pass sein. Aha, bei der Geschwindigkeit sind wir viel zu frueh. Also erst den Besan weg, Stunde später das 1. Reff im Gross. Noch ne Stunde später das 2. Reff im Gross. Schiete, immer noch zu schnell, 7 Kn geht gar nicht. Also die Genua auch noch halb weg. 6 Kn, geht halbwegs. Nettes Geschauckel jetzt mit der reduzierten Segelflaeche, wird heiss und innig an Bord geliebt. Dann 4:00 morgens wird klar : immer noch zu schnell, max. Speed jetzt 5 Kn. Also Genua ganz weg. Ok, passt erstmal. In den Boeen geht es zwar ueber die magische 5, aber sonst laeufts. Ach so, zwischendurch ist ein Steuerseil gerissen, zum Glueck laeuft der Autopilot. In der Ansteuerung denn noch zwei Chinapoette, die am Durandreef an der Kea Trader rumgemacht haben. Der Wind war wohl zu viel geworden und jetzt liegen die in der Prony. Wir haben um 10:00 in der Anse du Pilote neben der Atlantis den Anker geschmissen. Geschafft! 677 sm in fuenfeinhalb Tagen. Steuerseil schon gefixt, reicht, um morgen frueh bis nach Noumea zu kommen. Sonst alles im Lot aufm Boot!

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