Weihnachten auf See.

Nicht das erste Mal und bestimmt nicht das letzte Mal. Traditionell gibt es natürlich den obligatorischen Kartoffelsalat mit Bockwurst von ALDI. Ha. Den gibt es inzwischen auch in Down Under. Der Christstollen war schon lecker. Und die Dose dänische Butterkekse fand ganz schnell den Weg in das Leckerlischapp. Die Dinger waren schon immer Bestandteil der Bordverpflegung auf dem meerbaer. So, nun feiert mal alle schön.

 

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Frohe Weihnachten.

Allen unseren Familien, Freunden und Bekannten wuenschen wir ein frohes Weihnachtsfest. Aus Down Under.

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East Austral Current.

Mit bis zu 2 kn Strom schiebt er uns in Richtung Süden. Gab denn teilweise 8.5 kn Speed over ground. Geil. Jetzt ist der Wind etwas flau und es geht geruhsamer vorwärts. Position 29*52S 153*28E.

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Ein Lob in eigener Sache

Wir können es immer noch! Arbeiten bis der Arzt kommt. Eingespieltes Team!

Wir haben das leidige Toiletten- bzw. Abwasserproblem endgültig auf die Reihe bekommen. Nach vielen Reparatur- bzw. Verbesserungsversuchen sind wir zu der Erkenntnis gekommen: alter Scheiß raus, alles neu!!!

Wir liegen vor der Gold Coast City Marina vor Anker. Hier bekommen wir alles, was wir für unser Projekt benötigen. Den Fäkalientank und den Sumpf für das Abwasser zum Lenzen mit automatischer Pumpe hatten wir bereits in der Scarborough Marina kaufen können. Hier nun die ganzen Kleinteile und neue geruchsdichte Schläuche.

Gestern Nachmittag der Einbau des Sumpfes für das Abwasser mit automatischer Absaugung ging relativ flott. Die alten Schläuche konnten bis auf einen alle noch verwendet werden. Easy going.

Der neue Sch…-Tank

Heute dann das Großprojekt Anschluß vom neuen Fäkalientank. Eigentlich ganz einfach. Aber zuerst mussten die alten Schläuche und Verbindungen entfernt werden. Und die sind schon uralt und duften entsprechend, wenn man sie löst. Wir hatten vorgesorgt und alles mit alten Lappen abgedeckt. Aber der eine oder andere Schmodder hat dann doch noch seinen Weg in die Bilge gefunden.

Der neue Fäkalientank hat uns dann vor ein Rätsel gestellt. Für den Tankausgang gibt es einen Anschluß für 3 verschiedene Schlauchdurchmesser. Wir brauchten lediglich den kleinsten. Also Kappe abgesägt und??? Kein Loch. Weiter abgesägt… immer noch kein Loch. Rainer hat dann erst einmal ein kleines Loch mit der Bohrmaschine gemacht um zu sehen, wie weit es denn nun ist, bis endlich mal ein Loch auftaucht. Danach mit dem Konus-Bohrer das Loch erweitert. Leider war dann für den Schlauchanschluß nur noch so wenig Futter übrig, dass der Schlauch nicht mehr richtig fasste. Es paßte nur eine einzige Schlauchschelle drüber. Für dieses Unterfangen einfach zu wenig – beim Probelauf mit Wasser leckte es an dieser Stelle.. Also wat nu? Wieder raus mit dem ganzen Mist, nächste Verbindung für den dickeren Schlauch angesägt – hier auch wieder erst einmal kein größerer Durchmesser. Vorsichtig dann das Loch erweitert, 3 m neuen Schlauch in 38 mm (vorher waren es 27) gekauft und alles noch einmal von vorne. Natürlich passten die weiteren Anschlüsse auch nicht mehr und alles musste auf 38 mm geändert werden. Egal. Jetzt sitzt das Ding! Wir bauchen keine Angst mehr zu haben vor einer Kontrolle der Tankanlage bei den sehr strengen Vorschriften in New South Wales.

Nur noch aufräumen, sauber machen, fertig!!! Hat dann doch den ganzen Tag gedauert. Von wegen: mal eben 😉

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Wir hangeln uns weiter nach Süden

Dienstag früh Leinen los in der Scarborough Marina. Zum Abschied bekamen wir vom Manager noch eine schöne Flasche Wein und zwei T-Shirts geschenkt. Was für ein Service!!!

Mit schönem Segelwind ging es über die Moreton Bay südwärts bis zur Ansteuerung in das Kanalgewirr. Zuerst noch unter Segeln, aber später wurde es doch ziemlich eng und die Strömung ließ Meerbaer hin und her eiern. Dann stieg auch noch der Autopilot aus und wir durften die letzten Meilen von Hand steuern. Ganz schön anstrengend bei dem Geschubse. Unser Ziel: Peel Island. Ein bei den Locals angesagter Ankerplatz. Haben wir dann auch gleich gemerkt. Es war rappelvoll. So gar nicht unser Ding. Egal, wir hatten uns das als Übernachtungsmöglichkeit ausgesucht.

Peel Island

Die Nacht war relativ ruhig und am nächsten Morgen war ein Spaziergang auf der Insel angesagt, der wirklich sehr schön war. Peel Island ist ein Naturschutzgebiet. Eine 2. Nacht noch, dann wollten wir weiter. ( Es war für die kommenden 2 Tage schlechtes Wetter und eine für uns schlechte Windrichtung angesagt.) Aber diese 2. Nacht hier hatte es in sich. Ab 23 Uhr tobten mehrere Gewitter um  uns rum, und das die ganze Nacht über bis morgens um 5. Da war an schlafen nicht wirklich zu denken. Am Morgen dann weiter. Nach 12 sm hatten wir einen Platz gefunden, der uns für das angesagte Wetter angenehm erschien. Naja, Meerbaer liegt ja bekanntermaßen gerne im Strom und quer zum Wind. War etwas unruhig und in der Nacht drohten wieder Gewitter, die aber zum Glück weit entfernt blieben. Noch eine weitere Nacht hier, dann sollte das blöde Wetter durch sein.  Wir wollten weiter.

Samstag dann endlich Anker hoch und weiter durch die wild verzweigte Naturlandschaft. Die erinnerte etwas an Südholland (Grevelingenmeer, Oosterschelde…), etwas auch ans Wattenmeer. Man sieht ganz viel Wasser, kann aber kaum von den ausgetonnten Wegen abweichen, weil es da sofort viel zu flach wird – zumindest für uns mit unseren 2 m Tiefgang. Anspruchsvoll, aber mal wieder was anderes. Das schärft die Sinne. Es ging unter einer Stromleitung her, die bei absolutem Hochwasser eine lichte Höhe von 23 m haben soll. Wir mit unseren 18 m Höhe kommen locker drunter durch, trotzdem ein blödes Gefühl, weil man von unten den Abstand nicht wirklich abschätzen kann.

Die Skyline von Southport

Nach ein paar Meilen tauchten vor uns die ersten Hochhäuser von Southport auf. Der Kontrast könnte nicht stärker sein. Auf der einen Seite Sandstrände und scheinbar unberührte Natur und auf der anderen Seite Hochhäuser und Lagunenstädte mit dazugehörigen privaten Anlegestegen. So viel augenscheinlicher Reichtum auf einem Haufen, da könnte man glatt zum Anarchisten werden 😉

Unser Ankerplatz lag genau gegenüber der Laguneneinfahrt, die zum Einkaufszentrum führt. Mit dem Dinghi ca. 1/2 sm quer rüber, rein in den Kanal und direkt vor dem Einkaufszentrum anlegen. Man kann sogar den Einkaufswagen direkt bis zum Dinghi schieben und dann dort stehen lassen. Einfacher geht es wirklich nicht.

Wir haben Wochenende und scheinbar ganz Australien ist auf dem Wasser. Alles, was irgendwie motorisierbar ist, wird bewegt, und das möglichst mit Höchstgeschwindigkeit. Ein ruhiger Ankerplatz ist anders. Aber Spaß muß sein.

Die Nacht war relativ ruhig, aber heute ging es schon wieder Anker auf. Wir wollen unsere Toilettenanlage ändern. Einen neuen Fäkalientank haben wir bereits, es fehlen nur noch einige Schlauchanschlüsse und Ventile. Die bekommen wir in der Gold Coast City Marina. Der Weg dorthin schlängelt sich 3 sm lang durch eine der vielen Lagunenstädte. Auf der einen Seite Naturschutzgebiet, auf der anderen Seite Häuser – eher Villen, scheinbar alles nur Wochenend- oder Ferienhäuser. Davor dicke Privatanleger für die entsprechenden Motoryachten. Dekadenz par exellence. Man fragt sich, was war wohl teurer, die Villa oder die dazu gehörige Motoryacht? Da  könnte man glatt neidisch werden 😉

Hier nur die „kleinen“ Wochenendhäuser

Unsere Preisanfrage in der Citymarina für eine Nacht für unsere Schiffsgröße wurde mit 100 $ plus Steuer beantwortet. Danke! Wir bleiben am Anker.

 

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Ein wenig Bisbane, Scarborough und Umgebung

Ohne Auto ist man hier nicht so wirklich in der Lage, sich etwas anzusehen. Die Entfernungen sind enorm. Der öffentliche Nahverkehr ist zwar super ausgebaut und komfortabel, aber wenn man verschiedene Punkte auf dem Zettel hat, ist das ein recht schwieriges Unterfangen. Da wir noch den Marsch mit der Einspritzpumpe in den Knochen hatten, war der Entschluss, für 2 Tage ein Auto zu mieten, schnell gefaßt. Von Neuseeland waren wir ein „drop on – drop off“ gewohnt, das gibt es hier allerdings nicht. Also mit Bus und Bahn zum Autovermieter. Und das in strömendem Regen. Google hatte uns die falsche Abfahrtzeit vom Bus genannt und so mussten wir noch 20 Minuten länger an der Haltestelle warten. Natürlich nix zum Unterstellen. Hier ist ja der „Sunshine-State“. Pladdernass in den tiefgekühlten Bus und dann noch 20 Minuten mit der Bahn. Wieder war Google nach dem Fußweg zur Autovermietung gefragt. Kein Problem. Über die Bahnlinie rüber, durch einen Tunnel wieder drunter durch, schon da. Nur leider war der Tunnel mittlerweile durch den Regen nicht passierbar und gesperrt. Zurück marsch marsch. An der Straße entlang gibt es keinen Fußweg, deshalb der Tunnel. Nur wenn der gesperrt ist… Dafür wurden wir dann mit einem nagelneuen Mazda entschädigt. Der hatte gerade mal 15 km runter. Erst mal  Heizung an und trocken werden 😉

Die Einspritzpumpe war schnell eingesammelt. Dann noch ins Shoppingcenter. Was anderes ging bei dem Schietewetter nicht wirklich. Aber so ein Shoppingcenter ist auch  nicht das Wahre für uns. Wir sind da wohl total entwöhnt und die vielen Leute und die Geräusche machten uns nur raschelig. Schnell bei Aldi einkaufen und dann nach Hause… nur wo steht das Auto? Wir haben uns da total verfranzt und sind durch das Einkaufszentrum geirrt. Schließlich sind wir dann doch noch fündig geworden.

Der 2. Autotag verlief etwas entspannter. Das Wetter hatte sich beruhigt und wir sind nach Redcliffe gefahren, haben da einen Spaziergang entlang der Promenade und auf die Mole gemacht, sind ein wenig durch die Straßen geschlendertund sind natürlich bei den Berühmtheiten von Redcliffe gelandet. Redcliffe ist die Heimatstadt der Bee Gees und denen ist eine ganze Gasse gewidmet. Wir waren zwar nicht wirklich Fans der Bee Gees, aber wat mutt, dat mutt 🙂

Die Bee Gees in Bronze

Gestern dann Einbau-Tag und Auto zurückgeben. Rainer hatte den Einbau der Einspritzpumpe auf dem Zettel und ich durfte das Auto zurückbringen. Die Autotour hat dann länger gedauert als der Einbau. Samstags fahren Busse und Bahnen eher selten ;-(

Auf jeden Fall rennt Mr. Perkins wieder!!!

An der Promenade von Redcliffe

Sonntags ist Straßenmarkt in Redcliffe. Ein „Muss“, wurde uns gesagt. Also nix wie hin mit dem Bus. Die Hauptstraße an der Promenade war für den Autoverkehr gesperrt. Statt dessen jede Menge Stände und noch mehr Leute. Schnippes, Freßstände, und ein paar Obst- und Gemüsestände. Ganz nett, aber die vielen Leute… Wir mutieren wohl so langsam zu Ein- bzw. Zweisiedlern 😉

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Brisbane – erstes Eintauchen in die Großstadt

Aber zuerst musste die Einspritzpumpe zum Diesel-Service. Mit dem Bus 15 Minuten zur Bahnhof und mit der Bahn noch einmal ca. 40 Minuten.  Das war aber leider noch nicht alles. Es folgte noch ein Fußmarsch von fast 2 km, immer an der stinkigen Hauptstraße lang. Aber bevor wir die richtige Abzweigung gefunden hatten, sind wir erst mal dreimal über die Bahnlinie und wieder zurück, treppauf und treppab, bis wir endlich den richtigen Weg gefunden hatten.

Der Diesel-Service ist ein echter Glücksgriff. Die Jungs wussten sofort, was wir wollten, haben uns versprochen, die Pumpe zu checken und die Düsen zu reinigen und uns dann anzurufen, wenn sie wissen, was damit los ist. Vermutlich morgen.

So, jetzt noch einmal den Weg zurück zur Bahn – 1,8 km , ächz – und die restlichen 20 Minuten bis zur Central Station in die City. Am Ausgang dann sofort das pralle Großstadtleben. Für uns mittlerweile total ungewohnt. Wir kommen zwar beide aus der Großstadt, aber das ist nun mal schon sehr lange her.

Es weihnachtet auch in Brisbane

Für die Post an den Weihnachtsmann

Wir sind dann einfach mal unorganisiert durch die Gegend gelaufen, haben einen kleinen Lunch zu uns genommen und sind dann auf dem King George Square gelandet. Dort steht die City Hall, ein bemerkenswertes Gebäude.

City Hall

Neugierig, wie wir nun mal sind, sind wir einfach mal rein und gleich in einem Konzertsaal gelandet, in dem sehr oft kostenlose Konzerte geboten werden. Heute gab es eine Pianistin, die gerade „Eine kleine Nachtmusik“ von Mozart zum Besten gab. Danach – als Kontrastprogramm – Bohemian Rapsody von Freddy Mercury/Queen. Gar nicht schlecht, und wir konnten unsere müden Beine etwas ausruhen.

Pause mit Life-Musik

Für heute hat uns das aber erst einmal gereicht. Noch einen Kaffee, bevor es uns wieder per Bahn und Bus zurück zur Marina und zum Meerbaer zog. Kaum hatten wir uns zu einem kleinen Mittagsschläfchen niedergelegt, rappelte das Telefon. Der Diesel-Service: Düsen gereinigt, Pumpe gereinigt, getestet, läuft wie geschmiert. Können wir morgen wieder abholen. Das ist ja mal ein flotter Service. Wir sind ganz hin und weg, denn wir hatten uns schon auf mindestens Freitag eingestellt, wenn überhaupt. Also morgen nochmal den gleichen Weg, diesmal wohl ohne City, den Besuch vertagen wir, bis die Pumpe wieder eingebaut ist.

Die Bahn Richtung City – gerade nix los

Was auf jeden Fall unbedingt erwähnenswert ist, sind die super sauberen und gepflegten Busse und Bahnen. Alles ist kameraüberwacht, da kommt so schnell niemand auf die Idee, etwas kaputt zu machen oder zu beschmieren. Das Bezahlen geht total problemlos. Man kauft sich eine sogenannte Go Card, lädt Geld drauf und jedesmal, wenn man ein öffentliches Verkehrsmittel besteigt oder verläßt, scannt man die Karte. Es wird angezeigt, was die Fahrt gekostet hat und was an Restguthaben übrig ist. Tarifbesonderheiten, wie z.B. Ermäßigungen zu bestimmten Zeiten, werden automatisch berücksichtigt. Genial!

Was bei uns die Spatzen, Tauben oder Möwen sind, sind hier wohl die Ibisse 😉

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