Sumatra nach Rodriguez – Tag 11

Immer noch kein „richtiger“ Passat. Es fehlen auch die typischen Passatwolken. Eigentlich bläst es hier um diese Jahreszeit mit 20 kn – nur nicht, wenn wir hier sind 🙁

Den ganzen Tag sind wir mit 3-4 kn dahingedümpelt. Gerade dann wieder Alarm: es kommt Dickes, reffen! Das 2. Reff ist drin und schon geht es los. Aries und Autopilot sind bei den Hammerböen überfordert. Handesteuerung. immer pünktlich gegen 20 Uhr. Kann man fast die Uhr nach stellen. Und wenn der Spuk dann vorbei ist, ist auch der Wind weg und das 2. Reff zuviel.
Morgen mehr, jetzt ist erst mal aufpassen und abwettern angesagt.

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Sumatra nach Rodriguez – Tag 10

Tradewind hatten wir irgendwie anders in Erinnerung. Wir sind schon auf 10 Grad Süd und so richtig will der nicht in Wallung kommen.  Klimawandel läßt grüßen?

Die Wettervorhersage, sei es ECMWF oder GFS, kann man sich in die Haare schmieren. Stimmt vorne und hinten nicht.

Egal, wir nehmen es, wie es kommt. Die letzte Nacht war relativ entspannt. Nur einmal haben wir vorsichtshalber gerefft, weil auf dem Radar ein scheinbar dickes Ding auf uns zu  kam. Zum Glück hat sich das dann kurz vorher aufgelöst. Aber besser einmal zuviel gerefft als dann in den dicken Böen mit dem Segel kämpfen.

Speedmäßig tut sich momentan nicht viel. Wir trödeln mit ca. 4 kn Richtung Rodriguez. Moch ca.1.500 sm to go.

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Sumatra nach Rodriguez – Tag 9

Heute mal nix zu meckern. Jetzt haben wir scheinbar wirklich den Tradewind erwischt. Den ganzen Tag über konnten wir recht gemütlich mit 6 kn dahin segeln. Die  Wellen sind noch ziemlich durcheinander,  aber es ist besser auszuhalten als die Tage davor. Es reichte sogar zum Apfelkuchen backen und Brotteig für morgen früh anzusetzen.

„versenkbarer“ Apfelkuchen – lecker!!

Dem Vogel von gestern Nacht müssen wir Abbitte leisten. Bekleidet mit Lifebelt und Lifeleine und bewaffnet mit Eimer und Lappen bin ich zur Solarzelle hoch geklettert und siehe da: Alles sauber! Der Junge wusste sich zu benehmen.

Jetzt geht es wieder in die Nacht. Mal sehen, ob die Freiwache diesmal ohne Reffalarm durchschlafen kann.

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Sumatra nach Rodriguez – Tag 8

Zu früh gefreut, war wohl doch noch nicht der Passat. In der letzten Nacht wurden wir wieder eines Besseren belehrt. Wie üblich kurz vor Mitternacht legte der Wind zu und der Alarm ging durchs Schiff: REFFEN! Die Böen waren so heftig, dass wir erst ins erste Reff gingen und dann gleich ins zweite Reff. Schwerstarbeit, vor allem, wenn man gerade aus dem Schlaf gerissen wurde. Später ließ der Wind dann wieder nach und Meerbaer torkelte in den restlichen Wellen. Also: ausreffen, um Speed zu machen.

Heute gegen Mittag kam eine Hammerbö aus heiterem Himmel. Reffen! Direkt ins 2. Reff. Eine halbe Stunde später: Wind weg. Dafür aber reichlich Wellen. Also: ausreffen. Ich weiß nicht, wie oft wir in den letzten 24 Stunden das Großsegel rauf und runter gezerrt haben. Wir sind bestimmt Anwärter auf den Goldenen Refforden am Band 😉

Jetzt geht es wieder in  die Nacht. Mal sehen, was die so bringt.

 

Diesen netten Gesellen hatten wir  in der Nacht als blinden Passagier dabei. Der hat uns zum Dank dann auch noch unsere Solarzelle voll gekackt.

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Sumatra nach Rodriguez – Tag 7

Heute Mittag waren wir genau eine Woche unterwegs und haben tatsächlich knappe 600 sm geschafft. So langsam waren wir noch nie. Egal, jetzt läuft es. Wir scheinen am nördlichen Ende vom Passat entlang zu schrabbeln. Die Windrichtung stimmt (ESE), die Stärke noch nicht. Macht aber nix. So, wie es jetzt ist, kann es gerne bleiben. Gemütliches segeln mit 5-6 kn, Wind raumschots. Es geht in die Nacht. Der Mond kommt jetzt jeden Tag später zum Vorschein, bis er dann in der nächsten Woche ganz weg ist. Es ist stockfinster, nur die Milchstraße und jede Menge Sterne, zum Greifen nah.

Noch etwas über 1.900 sm bis zum Ziel.

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Sumatra nach Rodriguez – Tag 6

Die Nacht war mal wieder geprägt von Windstille. Zum Glück ist der Strom mittlerweile gekippt und wir sind mit einem halben Knoten diesmal in die richtige Richtung getrieben. Um 6 Uhr kam dann die erste leichte Brise auf und die Segel hatten wieder genügend Druck, um Meerbaer langsam vorwärts zu bewegen.

Im Laufe des Tages nahm der Wind immer mehr zu, allerdings nur leicht. Zumindest kamen wir überwiegend mit 4 kn voran. Es scheint, als näherten wir uns so langsam dem Südost-Passat. Mal sehen, ob der Wind die Nacht durchsteht. Angeblich sollen wir morgen die Windautobahn erreichen. Wir sind gespannt.

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Sumatra nach Rodriguez – Tag 5

Die Nachtruhe war für uns beide mal wieder mit Unterbrechungen gespickt. Mitten in der Nacht kam ein dickes Gewitter von achtern auf. Schon mal vorsorglich alle Stromversorgungen ausgestöpselt und unter Deck gebracht. Man weiß ja nie, wo der Blitz vielleicht einschlagen möchte. Zum Glück verzog sich das Gewitter aber dann doch und nach zwei Stunden kehrte wieder Ruhe ein.

Da segelt oder dümpelt man tagelang über den großen Ozean und sieht weit und breit kein einziges Schiff und auf einmal taucht auf dem AIS (automatisches Identifikations System) eine ganze Horde von Signalen auf, und die natürlich genau auf Kollisionskurs. Beim näheren Reinzoomen in die Seekarte erwiesen sich diese Signale als Fischereifahrzeug mit jeder Menge Signalbojen von kilometerlangen Treibnetzen. Da will man nicht unbedingt rein geraten. Also mussten wir schweren Herzens unseren Kurs ändern, wo es doch gerade so schön lief unter Segeln. Diese Truppe musste weiträumig umschifft werden, zumal die auch gerne mal unverhofft Haken schlagen. Mehr als eine Stunde hat es gedauert, bis wir endlich frei waren und wieder zurück auf unseren Kurs gehen konnten.

Nur ein paar der Bojen-Signale

Ansonsten nichts Neues auf dem Meerbaer. Wir sind immer noch langsam untgerwegs und auf der Suche nach dem Passat. Aber zumindest ist der Gegenstrom endlich weg und wir haben ganz leichten Schiebestrom.

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