Ganze zwei Nächte haben wir es auf dem Ankerplatz ausgehalten. Bedingt durch fehlenden Wind, der Meerbaer halbwegs stabil in der Richtung gehalten hätte, sind wir beide Nächte durchgeschaukelt worden, dass sogar die Besteckschubladen verriegelt werden mussten, weil sie permanent auf und zu gerutscht sind. Muss man nicht unbedingt länger haben, wenn es andere Lösungen gibt. Ein Anruf beim Clube Naval von Porovaçāo, ob sie einen Platz für uns hätten. Kein Problem, wir bekamen ein Foto von der kleinen Marina mit Markierung, wo wir anlegen könnten. Also Anker auf und los. Die neun Meilen waren in knapp zwei Stunden geschafft. Unterwegs konnten wir noch einige Liter Wasser produzieren, alles super!
Der Hafen ist wirklich mini und wir haben den einzigen freien Platz bekommen, der für unsere Größe passt. Ein super freundlicher Empfang im Club-Büro, ein wenig Papierkram, wie es in Portugal so üblich ist und der Hinweis, dass der Liegeplatz kostenlos ist. Es wäre nur nett, wenn wir vor der Abreise eventuell eine kleine Spende machen könnten. Ja wo gibt es denn sowas? Keine Gebühr für Liegeplatz, Wasser und Strom! Da macht das Spenden ja richtig Spaß.

Der kleine Hafen vom Clube Nautico. Am Ende vom mittleren Steg liegt unser Meerbaer, sonst fast ausschließlich kleine Motorbötchen.

Jardim de Municipal, der Kommunalgarten von Porovaçāo
Nachdem wir die ersten Tage den kleinen Ort inspiziert hatten, wollten wir mehr sehen. Ein Leihwagen schloss sich nach Preisanfrage aus. Wofür gibt es denn den öffentlichen Nahverkehr? Die Busse fahren zwar, je nachdem wo man gerade ist oder hin will, nicht wirklich oft, aber man kann sich ganz gut darauf einstellen. Die Busse sind einsame Spitzenklasse. Wie moderne Reisebusse, neu, sauber, gepflegt und spottbillig. Für eine Fahrt von über einer Stunde bis zum Largo das Furnas haben wir gerade mal 2,21€ pro Person bezahlt. Hier wird auf den Cent genau abgerechnet. Die etwas kürzere Rückfahrt von Furnas Cental zurück nach Porovaçāo kostete 1,99€.

Kleine Kapelle am Rand vom Kratersee
Montag war also der Largo das Furnas angesagt. Ein Kratersee, der mitten in der Caldera vom Vulkan liegt. Auch der gesamte Ort befindet sich mitten in der Caldera. Wer mehr darüber wissen möchte: da bietet sich Wikipedia sicherlich an. Der Spaziergang entlang des Sees war sehr entspannend und der Besuch des Informationszentrums echt lohnenswert. Hier wird die Geschichte bzw. Entstehung der Azoren interessant und anschaulich dargebracht.
Weil es uns so gut gefallen hat, haben wir die Zeit vertrödelt und den Bus zurück nach Furnas verpasst, wo wir uns ein kleines Mittagessen gönnen wollten. Und der nächste Bus sollte erst zwei Stunden später fahren. Und so haben wir auf unsere alten Tage am Straßenrand den Daumen raus gehalten und wurden dann auch tatsächlich von einem netten jungen Paar aus Spanien aufgesammelt und mit nach Furnas genommen. Die beiden wollten ebenfalls das traditionelle Cozido probieren, Fleisch, Wurst und Gemüse, stundenlang gegart in den heißen Quellen der Caldera.

Cozida traditional. Interessant und mächtig, auch lecker, nur für unseren Geschmack etwas knapp gewürzt.
Pünktlich um 15 Uhr ging dann der Bus zurück nach Porovaçāo. Ein interessanter Ausflug!

Blick aus dem fahrenden Bus

Überall am Straßenrand und in den Gärten Rhododendron in voller Pracht.
Nach einem Tag Pause dann heute der nächste Ausflug per Bus. Diesmal zu den Calderas von Furnas. Das brodelt, qualmt und müffelt leicht nach Schwefel. Wenn man sich vorstellt, dass die Erdkruste hier so dünn ist, dass das Wasser zum Kochen gebracht wird, ist schon irgendwie gruselig und faszinierend.

Die Erde kocht. In den Säcken, die man so eben erkennen kann, werden Maiskolben gegart.

Die Maiskolben werden heiß am Straßenrand verkauft.

Sogar auf den Gehwegen blubbert es

Unterschiedlich mineralisch „aromatisiertes“ Wasser kommt aus den Quellen, interessanterweise in verschiedenen Temperaturen zwischen 20 und 12 Grad.
Keine schlechte Alternative!! Viel Spass.