Uruguay mit dem Auto

Naja, nur ein kleines Stückchen von Uruguay. Auf der Karte sieht das Land für südamerikanische Verhältnisse recht klein aus, aber es ist immerhin noch dreimal so groß wie z.B. Österreich, also kann man nicht mal eben in 2 Tagen das ganze Land bereisen. Wir haben uns von Colonia aus am ersten Tag in Richtung Westen aufgemacht, um uns die Orte anzusehen, die wir eigentlich mit dem Boot besuchen wollten: Nueva Palmira, Carmelo und Mercedes.

Strand in Carmelo

Die Autofahrt war auf Dauer eher langweilig. Es gab jede Menge Gegend zu sehen, mal mit Kühen, mal mit Pferden, mal mit Schafen. Ab und zu mal ein wenig Wald, aber das war’s dann auch schon. Die Städtchen, die man durchquert, sehen eher aus wie Schrebergarten-Siedlungen. Dabei alles sauber und aufgeräumt.

Landungssteg in Villa Soreano

Die Routa No. 1 birgt ab und zu ein paar größere Schlaglöcher, die man tunlichst umfahren sollte. Ist aber bei Tempo 90 (erlaubte Höchstgeschwindigkeit) kein Problem. Allerdings wird man, wenn man das Tempolimit einhält, auch schon mal von einem Bus überholt (auch im Überholverbot). Die Schilder sind wohl eher als eine Art Empfehlung zu verstehen.

Traumhaftes Ambiente

Am Fluss sieht es dann ganz anders aus. Schöne Grünanlagen bei den Bootsanlegern, gute Ankermöglichkeiten und auch gute Möglichkeiten, mit dem Dinghi anzulanden. Nur zum Verproviantieren ist es hier überall sehr mühsam. Man sollte schon genug Vorräte dabei haben.
Am zweiten Tag ging es dann nach Nueva Henvecia. Hier haben sich vor ca. 150 Jahren ein paar schweizer Familien niedergelassen und ein wenig ihre Tradition verankert. Heute muss man allerdings Leute mit schweizer Ursprung eher suchen.

Sonnenuhr am Hoteleingang

Es gibt noch das „Hotel Suizo“, in dessen Restaurant man u.a. Fondue oder Apfelstrudel essen kann. Angeblich soll es hier auch Züricher Geschnetzeltes geben. Die Musikbesieselung im Restaurant ist so, wie die Südamerikaner sich wohl die traditionelle Musik aus der Schweiz vorstellen (ist aber eher was für die Skihütte).

beim Apfelstrudel

Unterwegs sind wir noch in einem „Sammelmuseum“ eingekehrt. Die Besitzer haben seit 1955 alles mögliche gesammelt, u.a. Bleistifte aus aller Herren Länder. Mit dieser Sammlung (ca. 25.000 verschiedene Bleistifte) wurden sie ins Guinnesbuch der Rekorde eingetragen. Von der Firma Faber-Castell gab es Auszeichnungen und Einladungen nach Deutschland bzw. Brasilien zu den Werken. Ist schon witzig, auf welche Ideen die Leute so kommen.
Als Abschluss wollten wir mal wieder Wasser sehen und sind Richtung Strand gefahren. Straßenschilder waren mal wieder Mangelware und mit der Orientierung hatten wir alle unsere Probleme. Liegt wohl daran, dass hier die Sonne mittags im Norden und nicht im Süden steht. So sind wir etliche km über Schotterpisten gedonnert bzw. geholpert und das Ergebnis hat sich dann doch wenig gelohnt. Zuletzt ging es noch zum nagelneuen Puerto Sauce in Juan Lacaze. Eine wunderschöne Anlage, sicher und sauber, die Angelegenheit hat nur einen großen Haken: ca. 400 m hinter der Hafenanlage ist eine Papierfabrik und der Wind bläst bei östlichen Richtungen den Gestank genau über den Hafen weg. Und hier herrscht überwiegend Wind aus östlichen Richtungen. Wirklich schade drum.
Heute sitzen wir wieder auf unserem „Meerbaer“, haben Apelkuchen gebacken und lassen die Eindrücke auf und einwirken.

nette Ecken, auf dem Lande

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