Kleine Nachtgeschichte!

Gestern am späten Nachmittag kam noch eine grosse Amel 54 aus Dänemark auf den Ankerplatz. Grüssen gehörte nicht zum Repertoire des an Bord befindlichen Einhandseglers. Hat er uns doch schon in Saco de Ribeira geflissentlich übersehen. Ok, sagten wir uns, manchmal sind Einhandsegler etwas komisch. Nachts um 24:00 mal wieder das Übliche! In Böen 25-30 kn Wind und wir waren ziemlich nahe am Bojenfeld des Yachtclubs. Also ankerauf und 50m weiter vorne neu geankert. Gerade waren wir fertig und froh, dass unser Anker hielt, da ging besagte dänische Amel 54 auf Drift. Genau auf das Bojenfeld und auf die Tankstelle zu. Zuerst schrien wir! Dann blendeten wir mit unserem starken Scheinwerfer auf das treibende Schiff. Anne gab einen Dauerton mit unserem Schiffhorn, das verdammt laut ist. Nix rührte sich! Mittlerweile war das Boot schon an uns vorbei in die Einfahrt zur Tankstelle vertrieben. Wir ganz schnell unser Dinghi gewassert, alles natürlich sofort klatschnass. Schliesslich hatten wir ordentlich Wind und die entsprechende Welle. Der Skipper düste zum treibenden Schiff und klopfte den Käptn aus dem Tiefschlaf. Mehr Hilfe brauchte er nicht. Er startete den Motor und fuhr wieder zurück auf den Ankerplatz. Rainer zurück zum Meerbaer. Natürlich klatschnass und so ganz ungefährlich war die Sache auch nicht! Bei dem Wind und den Wellen, mit unserem kleinen Bötchen und 2,5 PS Aussenborder. Anyway, uns wurde auch schon mehrfach geholfen und wir werden immer helfen, wenn wir können.

Heute am Morgen sahen wir zu, wie unser Nachbar sein Dinghi klar machte. Wir sahen uns an und freuten uns schon auf nette Dankesworte und vielleicht einen Drink! Aber der Skipper der Amel fuhr zur Tankstelle und machte wohl bunkern klar. Bestimmt kommt er auf dem Rückweg bei uns vorbei, sagten wir uns! PUSTEKUCHEN!

Der Typ ist einfach zum tanken und dann weiter gefahren! Kein Blick, kein Winken, keine Worte des Dankes, geschweige denn einen Drink!

Unglaublich!

Trotzdem würde wir das immer wieder so machen! Und den Stinkstiefeln zeigen wir den Mittelfinger! So, das musste jetzt einfach mal raus!

Bilder gibt es dazu keine, auch den Name der Yacht verkneifen wir uns! Man sieht sich bekanntlich immer mehrmals im Leben!

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Ein Kommentar zu Kleine Nachtgeschichte!

  1. Oma,Armin,Siegrun,Anja,Felix, Frieder und Schwester sagt:

    Hallo ihr zwei
    In Deutschland war über Sommer ein Amsel sterben ! vielleicht wares noch eine letzte die fliehen konnte und ihr immer noch die Sprache fehlt?!
    und mit gestuzten Flügeln kann man nicht grüssen.