Archiv für Juni 2010

La Palma mit dem Auto (2. Tag)

Mittwoch, 30. Juni 2010

Heute hieß es: früh aufstehen (na ja, 8 Uhr). Wir wollten zuerst nach Santa Cruz, um unsere Gasflasche füllen zu lassen und uns dann die Inselhauptstadt ansehen.

Der Osten der Insel ist von der Vegetation her komplett anders. Es gibt riesige Wälder von Maronenbäumen und Pinien.

Nach einer Odyssee durch das Industriegebiet haben wir auch tatsächlich Gas bekommen. Jetzt steht den nächsten selbst gebackenen Kuchen nichts mehr im Wege.

Die neue Marina in Santa Cruz ist auch noch eine Baustelle mit viel Lärm und Staub. Es waren nur ca. 10 Boote im Hafen, davon schien aber keins bewohnt zu sein. Da liegen wir trotz allem auf der anderen Inselseite doch besser.

geschmückte Straßen

Die Hauptstadt selbst ist ein quirliger Ort mit vielen Touristen. Im Moment wird alles herausgeputzt und geschmückt für die Festwochen zu Ehren der Virgen de las nieves, der Jungfrau vom Schnee, die Anfang Juli beginnen und nur alle 5 Jahre stattfinden.

Im Inselmuseum

Eine ganze Weile haben wir uns im Insel- und Heimatmuseum rumgetrieben. Das ist in einem alten Franziskanerkloster untergebracht und wirklich interessant. Hier liegen auch einige wenige Überbleibsel der „Pamir“, die hier mal lange Zeit stationiert war.

Nachbau der "Santa Maria"

Das Seefahrtmuseum im Nachbau der „Santa Maria“ von Kolumbus war leider geschlossen.

Vulkan Teneguia

Den Rückweg nach Tazacorte haben wir etwas ausgedehnt und sind noch in den Süden der Insel gefahren. Wir wollten uns das Vulkangebiet vom letzten Ausbruch vor ca. 40 Jahren ansehen. Zuerst ging es natürlich, wie sollte es auch anders sein, in Serpentinen bergauf und bergab, vorbei an Weinreben, die hier höchstens kniehoch wachsen. Die Ernte muss ganz schön mühsam sein. Über eine Piste aus klein gemahlener Lava ging es dann in die Einöde. Der Untergrund ist hier noch so warm, dass sich nur wenige  Pflanzen ansiedeln können. Ist schon komisch, wenn man sich vorstellt, dass dieses Gebiet vor ca. 40 Jahren noch gar nicht existierte.

Weinberg am Fusse des Vulkans

Die letzten 30 km nach Hause waren wieder von Kurven geprägt, dazu kamen noch etliche Baustellen, wo die Schäden der sintflutartigen Regenfälle vom Februar repariert wurden.  Auf dem Meerbaer angekommen, waren wir doch ganz schön geschafft. Jetzt müssen erst einmal die ganzen Eindrücke verarbeitet werden, die wir in den letzten 2 Tagen aufgenommen haben.

La Palma mit dem Auto (1. Tag)

Montag, 28. Juni 2010

Im Nordwesten von La Palma

Ab heute haben wir uns für 2 Tage ein Auto gemietet, um die Insel etwas zu erkunden. Aber zuerst ging es zum Hafenbüro, um das Liegegeld neu zu verhandeln. Die wollen tatsächlich von uns pro Nacht über 23 Euro haben, und das für einen halb fertigen Hafen – kein Internet, die Duschen und Toiletten sind noch nicht fertig, und was am schönsten ist: ab morgens um 8 Uhr gehen die Bauarbeiten los. Es werden Steine geschüttet, gebaggert und gehämmert, was das Zeug hält. Und dazu kommt noch der Baustaub, der uns je nach Windrichtung um die Ohren fliegt. Schön ist anders. Aber der Hafenkapitän lässt sich auf nichts ein. Weder ein kleiner Preisnachlass noch eine evtl. Runterstufung in eine günstigere Bootskategorie. Das nennt man Abzocke. Also werden wir spätestens Donnerstag, wenn es das Wetter zulässt, diese ungastliche Stätte verlassen und uns draußen an den Anker hängen.

Die Fahrt über einen Teil des Inselnordens hat uns dann ein wenig von unserem Ärger vergessen lassen. Über Tazacorte und Los Llanos de Aridane ging es zuerst zum Barranco de las Angustias. Eine Wahnsinnsfahrt in engen Serpentinen bis runter zum ausgetrockneten Flussbett (Barranco). Von hier gehen etliche Wanderwege in den Nationalpark Caldera de Taburiente. Also nix für uns fußmüden Bootsleute.

Barranco

Nach einem Fotostopp ging es erst einmal wieder zurück auf den Berg und über Tazacorte weiter in den Norden bis nach Puntagorda. Ein Straßenschild „Puerto“ lockte uns dann Richtung Wasser. Am Hafen wollten wir eine kleine Pause machen und einen Kaffee oder ein Wasser trinken. Nach 10 Minuten Fahrt war immer noch kein Wasser in der Nähe und wir befanden uns noch in bestimmt 500 m Höhe. Erst dachten wir, wir hätten einen Abzweig verpasst, aber dann kam das nächste Schild „Puerto de Puntagorda“. Also weiter. Und dann war die Strasse auf einmal zu Ende.

"Puerto" Pundagorda

Es ging nur noch über gut ausgebaute Treppenstufen weiter. Das Wasser war immer noch ziemlich weit weg und vor allem weit unten. Aber uns lockte die Aussicht auf einen Kaffee und deshalb wagten wir den Abstieg (447 Stufen!!!). Unten angekommen wurden wir von einem grandiosen Schauspiel der Brandung entschädigt (allerdings gab es außer uns nirgendwo eine Menschenseele, geschweige denn einen Kaffee). Mit am Gaumen klebender Zunge haben wir den Aufstieg dann doch noch geschafft (s.o.: 447 Stufen!!!). Kurz vor der Hauptstrasse entdeckten wir dann ein kleines Lokal, das sich als Glückstreffer erwies. In einem schönen Hinterhof haben wir für wenig Geld hervorragend gegessen – und natürlich auch unser Wasser und unseren Kaffee endlich bekommen.

Lecker gegessen!!

Die Rückfahrt nach Tazacorte erwies sich dann als ganz entspannt. Nach einem Abstecher in den HiperDino, in dem wir den Obststand geplündert haben, ging es wieder zurück nach Hause zum Meerbaer.

Überfahrt nach La Palma

Freitag, 25. Juni 2010

Um 8.30 Uhr ging der Anker in Valle hoch und es ging raus auf den Atlantik – weiter nach Westen ist jetzt nur noch Amerika, dazwischen ist nichts mehr außer Wasser. Ist schon ein komisches Gefühl.

Zuerst ist natürlich mal wieder kein Wind und wir tuckern unter Maschine Richtung La Palma. Blöderweise haben wir dann das Reff aus dem Groß genommen und es kam dann auch, wie es kommen musste: keine 10 Minuten später war der Wind da, und das nicht schlecht. Also: Reff wieder rein. Keine reine Freude bei Wellen voll von der Seite, die auch gerne mal den Skipper am Mast überspülen. Wofür hat der gestern Abend eigentlich geduscht? Hätte er sich sparen können.

Es dauerte auch dann nicht mehr lange, und für die Skipperin hat sich dann die schlechte Nacht gerächt (Vollmond sei Dank kamen nur 3 Std. Schlaf zustande, und die auch nicht am Stück). Bei den ersten Anzeichen von „komisch werden“ bin ich dann ca. 1 Std. lang Ruder gegangen, um mich abzulenken. Hat auch so lange geklappt, aber dann musste doch der Eimer her und für 3 Std. war dann Totalausfall.

Der Meerbaer ging hiervon unbeeindruckt ab wie Schmidts Katze. Teilweise 8 kn und mehr auf der Uhr. Rainer war ganz begeistert. Erst in der Windabdeckung von La Palma war der Wind dann wieder weg und die restlichen 6 sm mussten wir wieder motoren. Da erholte sich dann auch der verdrehte Magen wieder und die Mannschaft war wieder komplett und einsatzfähig an Deck. Im Hafen von Tazacorte wurden wir dann auch von „Ballerina“, „Rain“, „Gitana“ und „Sparrow“ in Empfang genommen. Man trifft doch immer wieder die gleichen Leute. Schließlich segeln wir alle auf dem gleichen Wasser.

Nach dem Abendessen war ein kleiner Gang in den Ort angesagt. Der macht einen gemütlichen Eindruck. In den nächsten Tagen werden wir dann wohl alles näher erkunden.

Vor Anker in Valle

Donnerstag, 24. Juni 2010

Die "Schweinebucht" vor dem Hafen von Vueltas(Valle Gran Rey)

Nach einer etwas unruhigen Nacht vor Anker – an die leichte Schaukelei müssen wir uns erst wieder gewöhnen – gab es ein schönes Frühstück und dann wurde unser Gummimoped wieder zum Einsatz gebracht. Es ging in den Ort zum deutschen Metzger. Wir haben uns mit Leckereien eingedeckt, die wir schon lange nicht mehr hatten: Fleischwurst, Fleischsalat und last but not least ein Fleischkäse zum selber aufbacken. Dazu ein paar schöne, frische Laugenbrezel. Der Mensch kann mit so kleinen Sachen glücklich sein. Die Fleischwurst musste sofort nach der Rückkehr an Bord dran glauben, der Fleischsalat hatte noch eine kurze Schonfrist bis zum Nachmittagskaffee. Die Krönung war dann der Fleischkäse mit warmen Laugenbrezeln zum Abendessen. Gleich noch eine Riesenportion Obstsalat, dann ist der Tag schon wieder um. Das Leben kann so schön sein.

Leinen los in San Sebastian

Mittwoch, 23. Juni 2010

Wir haben den Absprung vom angeblich magnetischen San Sebastian geschafft! Pünktlich um 12.30 Uhr waren die Leinen los und es ging, sobald wir das Hafengebiet verlassen hatten, unter Klüver mit gemütlichen 3 kn Richtung Süden. Zwischendurch fegte der Wind urplötzlich von den Bergen runter und wir beschleunigten kurzfristig auf 5 kn, dann war der Wind auf einmal ganz weg und der gute Herr Perkins musste den Rest des Weges bis Valle Gran Rey im Westen von La Gomera ran.

In Valle haben wir einen super Ankerplatz direkt unter der steilen Felswand und im Schutz der neuen Hafenmole gefunden. Jetzt heißt es erst einmal: ausspannen!!

Der Käpt'n auf der neuen "Gartenbank" auf dem Weg nach Valle

Der „MEERBAER“ ist fertig!!! (und wir auch)

Dienstag, 22. Juni 2010

Nach ca. 8 Wochen Arbeit erstrahlt unser „Meerbaer“ in neuem Glanz. Bis auf das Streichen vom Rumpf, was wir erst machen können, wenn wir aus dem Wasser gehen, sind alle Arbeiten, die wir uns vorgenommen hatten – und noch so einiges mehr – erledigt:

Neue Seereling mit festem Durchstieg an beiden Seiten und mobiler und sehr stabiler Badeleiter, Mastkörbe zum sicheren Arbeiten am Mast, drei neue Decksluken mit stabilen Einbruchsschutzgittern, bequemer „Rentnersitz“ im Bug (gedacht zum Stabilisieren des Bugkorbes), neue Umlenkungen für die Seilführung der Aries, diverse neue Lack- bzw. Antirutschschichten an Deck, neue Sitzbänke im Cockpit, innen alle Bodenbretter geschliffen und neu lackiert, Salontisch geschliffen und mit 7-8 neuen Lackschichten versehen, ebenso der Cockpittisch, alle Polster gewaschen, Propeller von Bewuchs befreit, Ventile am Motor neu eingestellt und, und, und.

Jetzt können wir uns endlich vom Hafen von San Sebastian de La Gomera verabschieden. Trotz aller Arbeit hat es uns hier insgesamt sehr gut gefallen. Wir haben viele nette Leute getroffen. Trotzdem wollen wir morgen endlich die Leinen los machen und zuerst vor Valle Gran Rey im Westen der Insel vor Anker gehen. Da wollen wir 2 Tage ausspannen und uns dann aufmachen nach La Palma – eine neue Insel wartet darauf, von uns entdeckt zu werden

Nicht dass Ihr alle glaubt, wir liegen hier auf der faulen Haut!

Mittwoch, 16. Juni 2010

Aber, die Arbeit nähert sich mit grossen Schritten dem Ende.

Man sieht hier gut im Überblick die neue Reling, die neuen Luken, Mastkörbe und neue Farbe an Deck

Die Sprayhood ist beim Segelmacher zur Reparatur. Die Antirutschfarbe grau müssen wir noch malen, ist aber eine easy Sache.

Es gibt auch eine neu Badeleiter.

Die neue Badeleiter. Superbau von Andy.

Insgesamt wurde viel Edelstahl – Inox im spanischen – verbaut. Aber der Meerbaer hatte es nötig. 2 Liter Oldopox Primer und 5 Liter Oldodur Lack zieren nun wieder das Deck, natürlich alles 2 Komponenten Farbe. Wie sagte neulich Freund Jürgen von der Caledonia – auch ein Stahlschiff – :” wir Stahlschiffseigner segeln nicht um die Welt, Wir malen uns um die Welt!

Recht hat er, aber wir waren uns auch einig: Kein Jogurtbecher, oder noch schlimmer ALU*lach

Mastkorb und dahinter eine der neuen Luken.

Wir sind zuversichtlich dass wir nächste Woche Mittwoch aus dem Hafen kommen und mal wieder uns vor Anker legen können.

Entweder vor Santiago oder Valle Gran Rey gibt es einige Ankerplätze, bevor wir uns nach La Palma aufmachen.