Auf den letzten 60 sm wurden wir nochmal gefordert. Der Wind legte zu auf 25-30 kn. 2. Reff und etwas eingerollte Genua waren angesagt. Meerbaer brauste los mit 5-6 kn hoch am Wind Richtung NW, mal wieder weg von unserer Ideallinie nach Saō Vicente. Der Spaß dauerte etwa 4 Stunden, dann war der Wind wieder so gut wie weg, hat aber dafür noch reichlich Seegang hinterlassen. Ausserdem drehte er mehr nördlich und wir konnten wenden und wieder nach Osten segeln. Und weiter gings im Zickzack nach Norden, bis der liebe Wind mal wieder keine Lust mehr hatte. So langsam hatten wir die Faxen dicke. Den Rest dann eben per Motor, dafür aber auf direktem Kurs. Das lief am Anfang auch recht gut. Die See hatte sich beruhigt und Mr. Perkins hatte keine Probleme damit. Einziger Wermutstropfen: ohne funktionierenden Autopiloten mussten wir von Hand steuern. Jede Stunde Wechsel am Ruder. Die letzten paar Meilen wurden dann doch noch zum Abgewöhnen. Der Wind legte mal wieder zu und kam genau von vorne. Die Strömung, die auf beiden Seiten der Insel längs geht, schubste uns von einer Seite zur anderen. Dazu wieder ein chaotischer Seegang. Hierbei steuern war ne echte Freude. Vor uns lag noch die Düse zwischen San Antaō und Saō Vicente. Bei diesen Bedingungen ein Alptraum. Also steuerten wir stattdessen die Bucht von San Pedro im Süden der Insel an, um auf bessere Bedingungen zu warten. Das war gestern (Freitag). Tja, und hier sind wir immer noch. Es sieht so aus, als könnte es Montag klappen. Das ersehnte kalte Bier lässt also leider weiter auf sich warten.

Nur noch 10 sm bis Mindelo
Liebe Reta, ganz, ganz lieben Dank für Deine guten Wünsche und den Zuschuß für ein paar Eier . Wir melden…