Es sind noch ca. 250 sm bis Mindelo auf direktem Weg, für uns sicherlich noch 400. Wir quälen uns immer noch durch schlappen Wind und auf einem Bug entgegenlaufenden Strom, der uns südlich vom Kurs weg drückt. Auf BB-Bug kommen wir mit Glück auf 4 kn, auf Stb-Bug gerade mal auf 2-2,5 kn. Manchmal sogar unter 1 kn. Damit will die Aries auch nicht mehr arbeiten, macht wirre Ausschläge in beide Richtungen und Meerbaer torkelt um 30° zu jeder Seite. Dann ist Handsteuerung angesagt. Wir hätten niemals gedacht, dass diese Etappe so unkommod wird. Man lernt nie aus. Bei dem Tempo und den erstaunlich hohen Wellen bei dem wenigen Wind kommen wir bei der Wende nicht durch den Wind. Es geht nut mittels Q-Wende, bei der wir jedesmal wieder einige hart erkämpfte Meter an Höhe verlieren. Das tut richtig weh.
So langsam werden unsere Vorräte auch dezimiert. Eier gibt es ja schon seit St. Helena nicht mehr, Kartoffeln sind mangels Qualität mehr über Bord als in den Magen gewandert, der Knoblauch besteht fast nur noch aus Keimen und die letzten zwei Zwiebeln sind auch nicht mehr die Besten. Ein paar Schalotten sehen noch ganz gut aus. Knabberzeug ist schon lange aufgefuttert und getränkemäßig haben wir Wasser, Kaffee und Tee im Angebot. Konserven und eingekochtes Fleisch und Gemüse sind noch reichlich vorhanden, genau wie Reis und Nudeln. Mehl reicht auch noch für ein paar Brote. Verhungern werden wir also nicht.
Seit vorgestern können wir den Wassermacher nicht mehr laufen lassen. Die Seekiste, unser zentraler Wasserzulauf, scheint zugewachsen zu sein. Es kommt nicht mehr genug Wasser, um den nötigen Druck in der Pumpe aufzubauen. Auch der Motor bekommt nicht ausreichend Kühlwasser, also bleibt er erstmal aus. Sobald es ruhiger wird, müssen wir beidrehen und ich muss wohl oder übel ins Wasser und den Zulauf wieder frei kratzen. Ist ne Sache von 5 Minuten, Lust hab ich trotzdem keine 🙁 Aber wat mutt, dat mutt!
Danke für die guten Wünsche!