Von Knysna nach Kapstadt – Hout Bay Yacht Club Marina

Die Zeit in Knysna erwies sich als länger als geplant. Eigentlich wollten wir lediglich eine Woche bleiben, aber die „Umstände“ hatten anderes mit uns vor. Zwei Tage konnten wir kostenlos am Clubanleger liegen bleiben, dann ging es an Heiligabend nachmittags an die clubeigene Mooring.

Mit Hilfe von Michael bekamen wir Kontakt zu Michael – ein anderer 😉 – und der bestellt für uns das Ersatzteil für den Autopiloten. Bekanntermaßen läuft fast überall auf der christlich geprägten Welt zwischen Weihnachten und Neujahr so gut wie nichts. Geduld war gefragt. Das Teil kam dann auch erst am 2. Januar und wir konnten nach dem Einbau Erfolg verzeichnen. Der Autopilot tut wieder Dienst!

Mittlerweile hatte sich ein zweites Problem aufgetan. Auf der Suche nach der Ursache, warum der Motor so unruhig läuft, stellte Rainer fest, dass die Zentrierscheibe vom Kardan irgendwie weg war. Wohin auch immer, auf jeden Fall weg. Die musste neu her. Diverse Besuche in Baumärkten brachte keine Lösung. Alle Unterlegscheiben, die das Problem zumindest provisorisch gelöst hätten, waren zu klein. Die Erlösung kam mal wieder von Michael. Er machte uns einen Kontakt zu Dorian. Und der machte uns „mal eben“ eine passende Scheibe aus Kunststoff – und das auch noch kostenlos. Problem gelöst!

Nun konnten wir an die Weiterreise denken. Nur leider hatten die Windgötter keine Lust, uns sicher durch die Ausfahrt kommen zu lassen. Der Wind kam für ein paar Tage aus West und das beschert der Ein- bzw. Ausfahrt gefährlichen Seegang. Keine Chance, da durch zu kommen. Man hätte uns wohl von den Felsen kratzen können. Geduld, Geduld. Irgendwann dreht der Wind auch wieder auf Ost. Wir verholten Meerbaer schon mal in die Nähe der Ausfahrt, um dort den günstigsten Zeitpunkt abzuwarten.

Am 9. Januar schien es dann soweit. Michael gab halbwegs grünes Licht und wir starteten den Versuch um 7 Uhr, ca. eine Stunde vor Hochwasser. Keine Stunde später waren wir wieder an unserem Ankerplatz. Die Welle, die auf die Einfahrt stand, war zum Fürchten! Da wären wir niemals durch gekommen.

Der nächste Versuch sollte abends um 19.30 erfolgen. Aber schon um 16 Uhr kam die Meldung von Michael: NO GO!

Aller guten Dinge sind drei! Samstag früh um 8 Uhr ging es los, und diesmal erfolgreich. Die in der Einfahrt stehende Welle war immer noch ziemlich beängstigend, aber mit Vollgas waren wir nach einer halben Stunde durch. Die halbe Stunde hat für uns eine Ewigkeit gedauert!

Endlich draußen ging es ganz flott nur mit der Fock voran. Der Wind wurde immer mehr und wir kamen mit 6-7 kn nur mit dem kleinen Segel zügig gen Westen. Es war ruppig, aber ganz gut auszuhalten. In der Nacht ließ dann der Wind, wie so oft, wieder nach und am Morgen durfte Mr. Perkins für zwei Stunden an die Arbeit. Dann nahm der Wind langsam wieder zu und bis zum Abend war Segeln angesagt. Dann wieder Motorfahrt von Mitternacht an, segeln bis um 9 Uhr, danach war der Wind ganz weg und die letzten Meilen ging es unter Motor bis zum Marina.

Kap Agulhas

Kap Agulhas, die Grenze zwischen Indischem Ozean und Atlantik, hatten wir am Sonntag um 14.30 Uhr querab. Und oh Wunder: der Seegang ging über von strubbelig nach ruhig mit ausgeprägter Dünung. Was für eine Wohltat! Was auffallend war: innerhalb von wenigen Stunden fiel die Wassertemperatur von 23 Grad am Kap Agulhas auf 13 Grad hinter dem Kap der Guten Hoffnung. Zum ersten Mal seit Jahren haben wir wieder Kondenswasser in der Bilge.

Innerhalb von wenigen Stunden ist die Wassertemperatur um 10 Grad gefallen

Am Montag früh um 7.15 Uhr lag das Kap der Guten Hoffnung querab. Nun war es nicht mehr weit. Um 13.30 Uhr waren die Leinen fest und wir hatten es geschafft: KAPSTADT

Hout Bay Yacht Club Marina

Tafelberg

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