Fette Beute

Wegen des angesagten starken Westwindes hatten wir uns auf die Ostseite der Bucht von Nouméa verholt. Eigentlich Anker-Verbotszone, aber auch die Locals hatten sich hierher verpieselt. Und wir lagen eigentlich nur 30 m neben der Begrenzungsboje. Sollte also kein Problem sein, zumal viele andere Boote schon fast mitten im Fahrwasser ankerten. Das ging auch 3 Tage gut, bis dann heute früh um 6 Uhr der Hafenkapitän längsseits kam und meinte, wir müssten weg, in einer Stunde käme ein Kreuzfahrer und der brauche den Sicherheitsabstand. Wir fanden das zwar etwas übertrieben, aber man beugt sich halt der Obrigkeit. Die hat schließlich den längeren Arm. Also rein in die Klamotten, Motor an und Anker hoch. Das war schon irgendwie komisch. Die Ankerwinsch musste härter arbeiten als gewohnt. Und dann sahen wir die Bescherung. Ein dicker Bunsch von Netzen, Leinen, eine Ankerboje  und ein Anker mit anhängender Kette hingen schön vertüddelt bei uns im Anker. Ein HOCH auf unsere gute alte Lofrans Ankerwinsch. Viel belächelt, weil nach Meinung einiger Seglerkollegen  überdimensioniert, aber die Wahl hat sich mal wieder ausbezahlt. Ein schwächerer Motor hätte sicher die Grätsche gemacht. Egal, das Zeug musste irgendwie weg. So konnten wir nicht wieder ankern. Mit der guten alten Machete aus Brasilien ging der Skipper vom Dinghi aus zu Werke, derweil die Bordfrau den Meerbaer langsam durch die Gegend schipperte. Nach einer geschlagenen Stunde war es dann geschafft. Das Gelumpe ging auf Tiefe und unser Anker war wieder einsatzbereit. Das Frühstück hatten wir uns wirklich verdient.

Fette Beute 

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