Schreck am Morgen

Heute früh um 9 Uhr sollte es Anker auf gehen. Unser Ziel: für heute die Urquardsbay und morgen früh dann mit dem auflaufenden Wasser nach Whangarei. Also Schlauch gelegt zum Kette spülen, alles seefest gemacht, weil draußen noch ziemlicher Schwell stehen soll, und dann Motor an. Nix passiert, der Anlasser rödelt und schwächelt und: alle. Was ist das denn schon wieder? Motorraumklappe auf, da sahen wir die Bescherung: die Starterbatterie hatte sich von ihrer Halterung los gerüttelt und war runter gekippt. Beim Messen kamen nur noch 11,4 Volt raus. Zu wenig zum Starten. Überbrücken von den Bordbatterien ging auch nicht. Batterie kaputt? Die ist ja „erst“ 6 Jahre alt. Könnte schon sein. Tolle Wurst. Wie lagen auf Kawau Island, weit und breit nix. Unser Anker-Nachbar gab uns freundlicherweise die Telefonnummer einer Werkstatt auf dem Festland. Die könnten ja eine neue Batterie mit der Fähre rüber schicken. Nachdem wir unser Problem geschildert hatten, bekam der Händler sicherlich feuchte Hände. Reicher Segler in Not, da kann ich was draus machen. Preis für eine 80 Ah Batterie 369 NZ$. Der hat ja wohl den Knall nicht gehört. Mittlerweile war der Skipper auf Fehlersuche gegangen. Und siehe da: es war „nur“ das Kabel vom Ladegerät zur Batterie abgerutscht  und hatte sich versteckt. Neuer Schuh drauf gepresst, wieder angeschlossen, Generator gestartet zum Laden der Bordbatterien, die über einen Umwandler die Starterbatterie laden und eine Stunde geknattert. Dann der spannende Moment. Startet der Motor? Und ob! Wunderbar, alles wieder im Lot. Wir werden die Starterbatterie aber auf jeden Fall im Auge behalten. Möglicherweise hat sie doch Schaden genommen und wir brauchen eine neue. Aber nicht für 369 Dollar!

Mit 2 Stunden Verspätung ging es dann raus. Natürlich hatten wir ursprünglich geplant, die Passage an der Engstelle bei Stauwasser zu passieren. Jetzt hatten wir 1,5 kn Strom gegen 15 kn Wind. Ganz schön hoppsig. Aber Mr. Perkins hat das wieder mit Bravour gemeistert und nach einer Stunde Motorfahrt konnten wir endlich die Segel hochzerren.Mit über 6 kn ging es Richtung Whangarei.

Um 14 Uhr  kam eine dicke, dunkle Wolke auf uns zu. Was da wohl drin steckt? Nur Regen oder auch Wind? Abwarten. Es war nur Regen drin, aber auch ein Winddreher auf Nord. Den konnten wir gar nicht gebrauchen. Also musste unser Motörchen wieder ran. Laut Wetterbericht sollten wir immer noch 15 kn aus Ost haben. Vielleicht sollten die mal aus dem Fenster sehen. Damit wir noch im Hellen ankommen, müssen wir leider weiter motoren. War so nicht geplant, aber so ist das nun mal.

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