Sightseeing in Rio

Gestern war endlich mal ein Tag für eine Besichtungs- und Fototour nach Rio. Mit dem Dinghi rübergepaddelt zum Strand und am Zaun von der Marina fest angekettet. Dann zu Fuß (und natürlich mit nassen Schuhen) zum Fähranleger. Unser erstes Ziel war eigentlich der Zuckerhut, aber schon auf der Fähre nach Rio rüber trafen wir Susi, die gute Seele des Club Naval Charitas, und sie versorgte uns mit den nötigen Informationen für eine Tour mit dem Bus. Auf ihren Rat hin haben wir umdisponiert und haben uns aufgemacht Richtung Corcovado, wo die bekannte große Christusstatue in ca. 700 m Höhe steht. Der Bus kam gerade, als wir an der Haltestelle eintrafen und los ging es. Erst noch einmal fragen, ob wir auch im richtigen Bus sitzen, dann entspannt zurücklehnen. Naja, entspannt zurücklehnen war wohl nicht. Der Busfahrer heizte wie bekloppt durch die engen und rappelvollen Straßen, dass man sich auch im Sitzen möglichst mit beiden Händen irgendwo festklammern musste, um nicht aus dem Sitz katapultiert zu werden. Nach knapp einer Stunden waren wir am Ziel und wurden gleich von etlichen Taxifahrern angelabert, ob wir nicht statt mit der Zahnradbahn mit dem Taxi fahren wollten. Kostet das gleiche und geht sofort los, die nächste Bahn angeblich erst in 40 Minuten. Zum Glück haben wir uns nicht bequatschen lassen und sind mit der Bahn gefahren (die schon nach 5 Minuten losging).

Die Zahnradbahn zum Corcovado

 

Circa 20 Minuten lang ging es steil bergauf durch eine wunderschöne verwunschene  Regenwaldlandschaft. Oben angekommen noch einmal ca. 100 Treppenstufen aufwärts – für die Fußlahmen gibt es einen Aufzug – dann waren wir oben, mitten zwischen ca. 200 anderen Touristen, die alle versuchten, die riesige Statue am Stück aufs Bild zu bekommen.

Jupp auf dem 720m hohen Berg

 

Das ist gar nicht so einfach. Man ist einfach viel zu nah dran (die Plattform ist nun mal nicht größer) und die Hobbyfotografen saßen oder lagen auf dem Pflaster in der Hoffnung, zusammen mit dem „Jupp“ auch noch das eine oder andere Familienmitglied zumindest als Kopf mit aufs Bild zu bekommen.

Blick Corcovado auf den Zuckerhut

 

Der Blick von da oben ist einfach grandios. Man kann weit in alle Richtungen sehen, aufs Meer, auf Rio, auf die Copacabana, einfach toll. Nach einer ausgiebigen Fotosession ging es dann wieder abwärts. Geplant war dann mal wieder der Zuckerhut, aber dafür war es eigentlich schon zu spät. Wir wollten den nicht mal eben in einer Stunde abhandeln, sondern schon etwas ausgiebiger. Also was tun? Ab zur Copacabana! Der entsprechende Bus kam auch gerade angefahren und los ging es wieder mit Geholper und Geschüttel durch die Stadt.

Copacabana

 

Die Copacabana zeigte sich von ihrer rauen Seite. Die Brandung war ziemlich heftig und von Schwimmern oder Badenden war nichts zu sehen. Nur ein paar gut gebaute und durchgestylte Strandjogger (und auch –innen). Der Strand ist einfach grandios. Ganz weißer, feiner Sand, der weite Atlantik und im Rücken die Skyline der Hotels und Hochhäuser.

Anne an der Copacabana

 

Um 15 Uhr wurde es dann so langsam Zeit, uns auf den Heimweg zu machen. Wir wollten nicht unbedingt wieder in die Rushhour geraten. Und prompt kam auch schon der Bus, der durch fuhr bis Charitas, wo wir noch kurz den Supermarkt entern wollten. Nur leider war kein Sitzplatz frei. Blöd, wie wir waren, dachten wir, na ja, irgendwann wird ja wohl mal wieder jemand aussteigen und dann können wir uns auch setzen. Weit gefehlt, der Bus wurde immer voller und voller. Niemand machte Anstalten, das Ding zu verlassen. War ja auch klar: hier in Rio gibt es in den Bussen Einheitspreise. Busse, die kurze Strecken fahren, kosten wenig und Busse, die lange Strecken fahren, eben mehr. Dies war ein „Langstreckenbus“ und da sind natürlich auch nur Leute eingestiegen, die erst mal nicht mehr raus wollten. Pech gehabt. Wir haben uns fast eine Stunde lang irgendwo festgeklammert und bis zur Endstation vor uns hin geschnattert, weil die Klimaanlage im Bus, wie hier allgemein üblich, auf „tiefgefrieren“ stand.

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