Wenn Schlauchboote fliegen und Brillen abtauchen…

Da soll mal einer sagen, hier im Paradies passiert nichts. Dienstagnachmittag wurde es ganz plötzlich schwül, der Himmel bezog sich und es lag eine bleierne Luft über dem Wasser. Wir schwitzten so vor uns hin, als auf einmal ohne Vorwarnung Böen aus Nord angefetzt kamen, die das Wasser hochrissen. So schnell konnten wir gar nicht alles wegräumen und festzurren, wie es anfing abzuheben und zu fliegen. Wir wollten uns gerade einen schönen Espresso gönnen, den wir dann abhaken konnten. Die Espressokanne war mittlerweile im hohen Bogen vom Herd auf den Fußboden gelandet. Die vorläufige Schadensliste: eine Taucherflosse weg, das Beiboot samt Außenborder lernte fliegen und lag dann kopfüber im Wasser, ein losgerissenes Ösfaß und ein auf Tiefe gegangener Schwamm, der im Beiboot lag. Bei den Nachbarn flogen die Kissen aus dem Cockpit durch die Gegend und alles, was nicht niet- und nagelfest war, hatte abgehoben und war irgendwo in der Gegend rumgeflogen. In einer kleinen Böenpause konnten wir noch schnell den Außenborder an Deck heben und mit Süßwasser spülen. Das Beiboot wurde an Deck genommen und fest verzurrt. Kaum waren wir damit fertig, ging der Spaß auch schon weiter bis nachts um 3 Uhr. Vorsichtshalber hatten wir noch mehr Ankerkette gesteckt. Zeitweise haben wir den Motor laufen lassen, um bei eventuellen Problemen mit dem Anker sofort reagieren zu können. Den Zweitanker hatten wir auch schon einsatzbereit an Deck liegen, haben aber beides zum Glück nicht gebraucht. Unser Anker hat sich prima geschlagen und gehalten wie eine Eins. Und das trotz mehrfach gedrehter  Piruetten durch Winddreher und Fallböen, die aus allen möglichen Richtungen anrauschten.  An Schlaf war da erst einmal nicht zu denken, aber das gab dann auch Gelegenheit, in den Geburtstag der Skipperin reinzufeiern, auch wenn wir das Sektglas nicht aus der Hand geben konnten – hat trotzdem geschmeckt.

Der Geburtstag verlief dann auch ganz harmonisch mit ruhigem Wetter und Kaffee und Kuchen zum Nachmittag mit Gesa und Onno von der „Ballerina“ und Thorsten von der „Bluenose“. Abends noch ein schönes Abendessen und anschließend ein Absacker in der Kakadu-Bar.

Heute ging dann zur Krönung noch Rainers Brille auf Tiefe – natürlich bei Hochwasser, wann denn sonst. Also Tauchklamotten auspacken, Kontaktlinsen in die Augen und ab nach unten.

In 12 m Wassertiefe lag das gute Stück dann auch und wartete auf seine Rettung. Der Tauchgang hatte sich gelohnt. So ne neue Brille kostet mal eben 600 Euro.

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